Actesy verbindet digitale Welten

Start-up
Actesy verbindet digitale Welten

Actesy verbindet digitale Welten

(Quelle: Actesy)
Artikel erschienen in IT Magazine 2019/04
Seite 1
30. März 2019 -  Das Team hinter Actesy sieht sich als Beschleuniger für die digitale Transformation. Dazu hat das Start-up ein Metadaten-Framework entwickelt, das bestehende Business-Systeme auf einfache Art miteinander vernetzt.
Die Digitalisierung gilt als eine der grössten Herausforderungen, welche Unternehmen im 21. Jahrhundert zu meistern haben, um erfolgreich zu sein. Doch was genau ist damit überhaupt gemeint? Peter Imthurn, Verwaltungsratspräsident und Mitgründer des St. Galler Start-ups Actesy, hat darauf eine simple, aber prägnante Antwort: "Unter dem Schlagwort Digitalisierung versteht man heute, Systeme, die nicht miteinander entwickelt wurden, zusammenarbeiten zu lassen." Und genau das ist es, was sich Actesy auf die Fahne geschrieben hat. Das vor knapp einem Jahr gegründete Unternehmen steht für Prozessoptimierung, Systemoffenheit, Sicherheit und Agilität, so Imthurn, der auf 30 Jahre Erfahrung in der IT-Branche, davon 18 Jahre als Verwaltungsratspräsident und CEO bei GUS Schweiz, zurückblicken kann und sich besonders mit ERP-Systemen bestens auskennt.

Systeme als monolithische Blöcke

Davon gibt es zur Genüge, von Oracle über Microsoft bis hin zu SAP. "Doch Unternehmen stehen oft vor der Herausforderung, dass sich niemand wirklich darum kümmert, die Systeme miteinander kommunizieren zu lassen", so Imthurn. "Jedes System wird quasi als monolithischer Block konzipiert."

Das hat die vier Gründer von Actesy (der Name ist übrigens ein Portmanteau aus dem englischen Begriff Act für Handeln, E für Elektronik und Sy für Systeme, aber auch eine Anlehnung an Act Easy, jedoch nicht an Ecstasy, der Droge, wie Imthurn betont) dazu bewogen, ein Framework zu schaffen, das es Unternehmen erlaubt, ihre sich bereits im Einsatz befindenden Systeme miteinander zu vernetzen. Die Gründer, das sind neben Peter Imthurn auch sein Sohn und Geschäftsführer Andreas Imthurn, Sandro Secci, CIO, sowie Tim Kühnl, CTO und nebenbei auch Inhaber der deutschen Firma Tiksys, auf deren Technologie Actesy teilweise aufbauen konnte.

Actesy will es Unternehmen also ermöglichen, aus der Abhängigkeit von schwerfälligen und oft komplexen (ERP-)Systemen auszubrechen, so dass sie für einzelne Abläufe oder Anwendungsszenarien jeweils die beste Anwendung wählen können, diese aber stets miteinander verknüpfen und so in einen einzelnen Workflow einbinden können. "Alte Schnittstellentechnologie ist wie mit alten Kanonen auf alte Burgen zu schiessen", postuliert Imthurn und erinnert sich dabei an die mühselige Arbeit, die das mit sich bringen kann: "In meiner Karriere habe ich sicher 300 Mal eine Schnittstelle zu SAP gebaut. Und jedes Mal hiess es, man müsse diese so konzipieren, dass man sie später wiederverwenden kann. Das hat aber nie wirklich funktioniert." Dafür gebe es drei Gründe: Erstens wurde immer jeweils für einen spezifischen Anwendungsfall entwickelt, zweitens stand man immer unter Zeitdruck und drittens sorgten eingeschränkte Budgets dafür, dass die Schnittstellen nicht zu dem wurden, was eigentlich erhofft wurde.

Man könne das Ganze auch mit dem Strassenbau vergleichen: "Jeder reisst die Strasse wieder auf, wenn eine neue Leitung verlegt werden soll. Was wir anders machen ist, wir reissen sie einmal auf, legen einen grossen Kanal, worin wir danach im Tagesbetrieb unterschiedliche Leitungen einziehen können." So könnten die Adaptoren im Nachhinein kundenspezifisch angepasst werden.

Mittlerweile besteht das Ökosystem des Start-ups aus einer Fülle von Adaptoren für alle erdenklichen Business-Anwendungen. "Kunden können so ihre Systeme individuell mit unseren über 250 verfügbaren Adaptern verknüpfen", erklärt CIO Sandro Secci.
 
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