Chaos Computer Club wegen Vorführung von E-Voting-Problemen abgemahnt

Chaos Computer Club wegen Vorführung von E-Voting-Problemen abgemahnt

Chaos Computer Club wegen Vorführung von E-Voting-Problemen abgemahnt

(Quelle: Pixabay/JuralMin)
22. November 2018 -  Der Chaos Computer Club Schweiz hat demonstriert, dass Wahlberechtigte relativ leicht auf eine gefälschte E-Voting-Site umgeleitet werden können, ohne es zu bemerken. Daraufhin hat der Kanton Genf den CCC abgemahnt.
Möglichkeiten zum E-Voting sind in diesem Land auf dem Vormarsch. Dass in diesem Bereich nicht alles so sicher ist, wie die Kantone es sich wünschen, haben Hacker des Zürcher Chaos Computer Clubs (CCC) vor einigen Wochen demonstriert. Der CCC hat vorgeführt, dass es durch eine Sicherheitslücke über die offizielle E-Voting-Plattform möglich ist, Wähler auf eine gefälschte Seite umzuleiten, ohne dass die Manipulation offensichtlich wird. Der CCC hat dem Kanton Genf daraufhin geraten, die veralteten Sicherheitsstandards zu überarbeiten.

Als Reaktion hat der Kanton Genf jetzt den CCC abgemahnt, wie der Rechtsanwalt Martin Steiger schreibt. In der Abmahnung heisst es, der CCC habe auf der gefälschten Webseite rechtswidrig Wappen von verschiedenen Kantonen verwendet. Dem CCC wird weiterhin vorgeworfen, die Volksabstimmungen zu stören und das Vertrauen der Stimmbürger zu untergraben.

Der Kanton Genf bleibt sich mit dieser Reaktion treu. So erinnert Steiger in seinem Artikel auch daran, dass erst vor einigen Jahren ein Journalist demonstriert hatte, dass es möglich war, mit dem Genfer E-Voting-System doppelt abzustimmen. Dafür wurde er vom Bundesstrafgericht wegen Wahlfälschung verurteilt. (rpg)
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Kommentare

Samstag, 24. November 2018 Thomas Schittli
Man könnte die Reaktion auch so interpretieren: Weil Genf nicht will, dass extistierende Sicherheitslücken aufgedeckt werden, könnte es ja durchaus sein, dass sie diese Lücken kennen - um sie später für sich nützen zu können. Wenn die ethisch / moralische Grundhaltung im ersten Fall arg zu wünschen übrig lässt, warum sollte diese Grundhaltung im zweiten Fall besser sein?

Samstag, 24. November 2018 Coldewey Daniel
Anstelle dass sie sich dafür bedanken, dass die Schwachstellen aufgezeigt wurden, verklagen sie sie. Irgendwie ist das typisch. Lieber vertuschen und verschleiern als Fehler zugeben.

Donnerstag, 22. November 2018 Andreas Nagy
Das Verhalten von Genf befremdet ein wenig. So könnte man meinen, man will keine Kritik am Evoting System, da es ja sicher ist und man nichts kritisieren darf. Hat Genf wohl bei der Sicherhe it geschlampt und will es nicht zugeben? Die Simmbürger verunsichern...wohl eher wachrüttelen, dass nicht alles was digital daher kommt gut ist. Abstimmung via Papier. Analog, dafür sicher. Denn mit gefälschten Wahl- und Abstimmungsergebnissen fällt die Demokratie.

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