Locatee macht das Bürogebäude intelligent

Start-up
Locatee macht das Bürogebäude intelligent

Locatee macht das Bürogebäude intelligent

(Quelle: Locatee)
Artikel erschienen in IT Magazine 2018/01
Seite 1
3. Februar 2018 -  Das Zürcher Start-up Locatee macht sich daran, die Effizienz der Belegung von Gebäuden zu steigern. Darüber hinaus träumt das Team vom intelligenten Gebäude, das sich eigenständig verwaltet.
Man muss Thomas Kessler im Zürcher Baslerpark suchen, wenn man sich mit ihm treffen will, denn er könnte irgendwo sein im rund 700 Quadratmeter grossen Coworking Space, wo seine Firma Locatee untergebracht ist. Hier haben die wenigsten Mitarbeiter der 14 ansässigen Start-ups einen festen Arbeitsplatz, Desk Sharing ist die Devise. Ihnen steht lediglich ein kleiner Spind zur Verfügung, in dem sie persönliche Dinge verstauen können, dann suchen sie einen freien Arbeitsplatz. "Wir leben vor, wofür unsere Firma steht", sagt der grossgewachsene Bündner. Der 30-jährige Kessler hat einen Abschluss der HSG in Business Innovation und ist CEO von Locatee, einem Start-up, das er 2014 mit seinem Schulfreund Benedikt Köppel gegründet hat, der als CTO amtet und für die technischen Aspekte der Lösung verantwortlich ist. Locatee hilft Unternehmen mittels einer eigens dafür entwickelten Software-Lösung, den vorhandenen Platz in Firmengebäuden optimal zu nutzen. "Heute arbeiten die Menschen ganz anders als noch vor fünf oder zehn Jahren", erklärt Kessler. "Die Zeiten, in denen jeder Mitarbeiter einen eigenen Schreibtisch mit einem eigenen Desktop-Rechner hatte, sind definitiv vorbei. Nur noch wenige Funktionen benötigen einen fixen Arbeitsplatz." Seit der Einführung der Smartphones und Tablets und der weiteren Verbreitung von Notebooks ist die Arbeit viel mobiler und flexibler geworden und mit ihr auch die Mitarbeiter der Unternehmen. "Die Firmen suchen deshalb nach Möglichkeiten, die Büroflächen besser beziehungsweise optimal zu nutzen."

Desk Sharing ist ein nicht ganz neues Konzept, das sich in den letzten Jahren immer weiter ausgebreitet hat. Dieses sieht vor, dass es keine fixen Arbeitsplätze gibt und dass deren Zahl geringer ist als diejenige der Mitarbeiter, unter der Prämisse, dass praktisch nie alle zeitgleich anwesend sind, sei dies aufgrund von Aussendiensttätigkeiten, weil einige im Urlaub sind, aus Krankheitsgründen oder weil wiederum andere einen Militärdienst absolvieren. Dies schafft neue Herausforderungen für die Unternehmen und deren Mitarbeiter und stellt gleichzeitig neue Anforderungen an althergebrachte Raumkonzepte. So wie sich die Arbeitswelt und die Arbeitsweise hin zu flexibleren Modellen wandeln, so müssen auch die Büroflächen und die Arbeitsplätze flexibler werden.

Aus Erfahrungen gelernt

Die eigenen Erfahrungen in der modernen Arbeitswelt brachten die Gründer von Locatee schliesslich auf ihre Geschäftsidee. Kessler arbeitete bei Credit Suisse im Smart Working Environment, in dem Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz je nach Aufgabe auswählen: "Muss ich fokussiert arbeiten, gehe ich in die Fokuszone, muss ich kollaborativ arbeiten, dann gehe ich in die Kollaborationszone und so weiter." Eines Tages seien Studenten vorbeigekommen und hätten anhand von Listen die Belegung der Arbeitsplätze manuell erfasst. Das Real Estate Team wollte wissen, ob die Bürofläche optimal genutzt wurde oder ob es Verbesserungspotenzial gab. "Parallel dazu arbeitete Benedikt Köppel bei UBS in einer ähnlichen Umgebung ohne fixe Arbeitsplätze. Dort wurde er ständig von Leuten gefragt, wo sich dieser oder jener Mitarbeiter aufhalte, konnte aber oft keine Auskunft geben. Er überlegte, dass er die gesuchte Person finden könnte, wenn er die MAC-Adresse von deren Gerät kennen würde, mit der sich der Standort im Netzwerk bestimmen liesse. "Die zündende Idee entstand, als wir diskutierten, wie man Büroflächen in Zeiten des Desk Sharing neu verstehen und definieren müsste", erzählt Kessler.
 
Seite 1 von 3
Nächste Seite

Neuen Kommentar erfassen

Kommentare werden vor der Freischaltung durch die Redaktion geprüft.
Anti-Spam-Frage Aus welcher Stadt stammten die Bremer Stadtmusikanten?
Antwort
Name
E-Mail
NEWSLETTER ABONNIEREN
Abonnieren Sie unseren täglichen Newsletter mit den wichtigsten ICT-Meldungen
SWISS IT MAGAZINE - AUSGABE 2018/07
Schwerpunkt: Unified Communication
• Der Wunsch als Vater des Gedankens
• Viel Potential mobiler UC-Lösungen bleibt ungenutzt
• Digitale Assistenten für smarte Meetings
• Marktübersicht: Die Telefonanlage wird virtuell
• Unternehmens­kommunikation in Zeiten von All IP
Zum Inhaltsverzeichnis
SPONSOREN & PARTNER