CIO-Interview: «Wir bewegen uns zwischen den Welten»

CIO-Interview: «Wir bewegen uns zwischen den Welten»

Artikel erschienen in IT Magazine 2016/07
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10. Juli 2016 -  Bei Aeschbach Chocolatier werden pro Jahr rund 1000 Tonnen Schokolade verarbeitet. Die IT spielt dabei noch eine Nebenrolle, wird aber wichtiger.
CIO-Interview: «Wir bewegen uns zwischen den Welten»
Nach Abschluss eines Betriebs- wirtschaftsstudiums an der HFW Luzern ist Markus Aeschbach (52) Anfang der 90er-Jahre in den elterlichen Betrieb eingestiegen. (Quelle: Aeschbach Chocolatier)
Swiss IT Magazine: Herr Aeschbach, wie viel IT steckt heute in einer Praline oder einer Tafel Schokolade die Ihren Betrieb verlässt? Oder anders gefragt: Ist die Herstellung heute ohne IT überhaupt noch möglich?
Markus Aeschbach:
Das ist abhängig vom Produkt, aber grundsätzlich gibt es bei uns noch sehr viel Handarbeit. Eine Praline zum Beispiel, das ist fast ausschliesslich Handarbeit. In anderen Bereichen hingegen kommen neue Technologien auf den Markt, die die Handarbeit mehr und mehr verdrängen. Es gibt mittlerweile zum Beispiel bereits erste 3D-Drucker, mit denen man Schokolade drucken kann. Gleichzeitig verfügen immer mehr Anlagen über Schnittstellen, die es dem Hersteller zum Beispiel erlauben direkt über das Web darauf zuzugreifen, wenn etwas nicht läuft. Ende März haben wir das Unternehmen My Swiss Chocolate übernommen, samt der Smartphone-App Chocogreets. Hier sind wir natürlich voll IT-lastig. Die Bestellungen werden in der Cloud gesammelt, gelangen von da in unser ERP-System und über unseren Print-Server wird dann ein Auftrag nach dem anderen automatisch abgewickelt. Wenn hier die IT aussteigt, dann machen wir gar nichts mehr. Aber sonst können wir auch ohne IT problemlos noch produzieren.

Was ist mit so einem 3D-Drucker für Schokolade alles möglich?
Ganz ehrlich: Momentan sind die Geräte noch nicht die schnellsten. Trotzdem möchte ich in unserer Chocowelt hier in Root in Kürze einen solchen Drucker aufstellen, um zu zeigen, wo wir herkommen und wo die Zukunft liegt. Und vielleicht können sich Besucher in unserer Chocowelt zu Beginn der Tour schon bald fotografieren lassen und am Ende des Rundgangs eine Schoggifigur von sich mit nach Hause nehmen. Das ist aber nur eine Spielerei. Es ist auch denkbar mit solchen 3D-Druckern zum Beispiel Dekorationen wie unser Logo herzustellen, das man dann auf Pralinen auflegen kann. Als weiteren Anwendungsbereich sehe ich die Protoypenherstellung. Man könnte Kunden so rasch einen neuen Osterhasen drucken und sie könnten den nicht nur anfassen, sondern sogar reinbeissen. All das könnte nächstens sehr aktuell werden. Gleichzeitig nutzen wir nach wie vor uralte Technologien wie die über 50-jährigen Maschinen, um unsere Schoggitaler herzustellen, die noch rein mechanisch arbeiten. Wir bewegen uns also zwischen den Welten.
 
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