«Die Landwirtschaft ist weiter als viele andere»

«Die Landwirtschaft ist weiter als viele andere»

10. April 2016 - Interview: Fridel Rickenbacher

Markus Ritter, Präsident des Bauernverbands und Nationalrat, über die Digitalisierung bei Schweizer Bauern.
Artikel erschienen in IT Magazine 2016/04
Markus Ritter ist Landwirt und CVP-Nationalrat des Kantons St. Gallen. (Quelle: zVg)
swissICT Magazin: Welche Herausforderungen sehen Sie bei in der Schweizer Landwirtschaft im Bereich Digitalisierung und Industrialisierung als Nationalrat und als Präsident des SBV?
Markus Ritter:
Die Digitalisierung und Automatisierung schreitet in der Landwirtschaft mit riesen Schritten voran. Das ist auf der einen Seite eine Chance, weil es uns effizienter und wettbewerbsfähiger macht. Arbeitskräfte sind in der Schweiz teuer und viele Arbeiten in der Landwirtschaft nicht nur anspruchsvoll. Auf der anderen Seite braucht es für die Landwirtinnen und Landwirte neue Kenntnisse und Interessen. Früher war ein guter Bauer, wer das Wesen der Pflanzen und Tiere verstand, heute muss man auch im Management top sein, morgen muss man zudem ein digitaler Profi sein. Daraus ergeben sich neue Themenfelder für die Aus- und Weiterbildung.

Welche entsprechenden Schwerpunkte setzen Sie z.B. in Bezug auf Nachfolge-Generationen, Ausbildung und Anwendung von ICT?
Da müssen wir nichts dazu tun, das passiert von alleine. Die Landwirtschaft war immer führend in Sachen Mechanisierung und Computerisierung. Unsere Bauern erfassen neu geborene Tiere und alle anderen Betriebsdaten online, das Handy – heute das Smartphone – sind allgegenwärtig, es gibt Melk- und Fütterungsroboter, digitale Herdenüberwachung mit SMS-Alarm, GPS-gesteuerte Maschinen und vieles mehr. Klar ist die ältere Generation da manchmal überfordert und auch bei den Jungen hat nicht jeder diese Neigungen, was durchaus ein Problem sein kann.
Was planen Sie als Nationalrat und als Präsident des SBV in diesem Bereich auf bundespolitischer oder verbandspolitischer Ebene?
Wir haben aktuelle keine Aktivitäten in diesem Bereich geplant. In der Landwirtschaft hat es Platz für unterschiedlichste Betriebsstrategien und -ausrichtungen. Die digitale Revolution ist vor allem für grosse Betriebe ein Thema, die damit rationalisieren und kostengünstiger werden können. Daneben hat es aber auch Platz für kleinere Betriebe, die z.B. weniger Masse, dafür mehr Spezialitäten produzieren und diese allenfalls auch direkt an die Konsumenten vermarkten.

Wie sehen Sie die Rollen von Verbänden und Interessensgemeinschaften?
Unterstützung bieten, wenn diese nötig ist. Das war aber bisher nicht der Fall.
 
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