SBB möchte ein Recht aufs Datensammeln

SBB möchte ein Recht aufs Datensammeln

4. April 2016 - Die SBB soll anstreben, per Gesetz ein Recht auf das Sammeln von Passagierdaten zu bekommen. Nur so könnten abgestufte Preise angeboten werden.
(Quelle: SBB)
Die SBB ist mit dem Swiss Pass ins Visier des Eidgenössisches Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten geraten, weil mit dem Universal-Billet auch Passagierdaten gesammelt werden. Entsprechend hat der Datenschutzbeauftragte verlangt, dass auf diese Datensammlung verzichtet wird (Swiss IT Magazine berichtete), und die SBB hat diesem Wunsch Folge geleistet. Das soll nun aber nicht bedeuten, dass die SBB nicht auch weiterhin den Wunsch hat, Passagierdaten zu sammeln und auszuwerten.

Wie die "NZZ am Sonntag" schreibt, verlangt die SBB nun das Recht auf Datensammeln per Gesetz. SBB-Chef Andreas Mayer wird mit den Worten zitiert, dass die SBB zügig eine gesetzliche Grundlage brauche, um diese Daten zu verwenden. Wenn das eigene Angebot weiterentwickelt werden soll, sei man auf Kundendaten angewiesen. Wie die Zeitung weiter schreibt, wolle die Bahn die Daten nutzen, um neue Tarifmodelle zu entwickeln. Konkret soll der SBB vorschweben, dass künftig abgestufte Preise – etwa je nach Tageszeit oder Geschwindigkeit des Zuges – angewendet werden oder dass es Rabatte für Vielfahrer gibt. So soll die Auslastung von Zügen optimiert werden.


Sicher ist, dass einem allfälligen Gesetz zur Datensammlung eine hitzige Debatte vorausgehen dürfte. (mw)

Kommentare

Dienstag, 5. April 2016 Markus Schleutermann
Die Datensammlung der SBB ist völlig harmlos im Vergleich zu dem, was in der Schweiz im Finanzwesen abgeht, wo heute die Bankdaten praktisch frei Haus ins Ausland geliefert werden müssen, teilweise sogar ohne Gegenrecht. Schon seit Jahren ist jeder Abo-Inhaber in einer Datenbank registriert, was z.B. bei der Erneuerung durchaus zur Bequemlichkeit beitrug. Wo war der Datenschutzbeauftragte, als uns unsere Politiker - allem voran ex BR EWS diese groben Verstösse gegen jeglichen Datenschutz eingebrockt haben und sich für den angeblich fulminanten Verhandlungserfolg mit dem Ausland auch noch feiern liessen - oder gilt auch hier das Opportunitätsprinzip? Da sind doch eigentlich einige Bewegungsdaten aus Zugsfahrten vergleichsweise harmlos und man wundert sich über die Aufregung. Es steht allerdings die Befürchtung im Raum, dass hier einmal mehr nicht zugunsten der Kunden, sondern wohl mehr zugunsten der Unternehmung SBB optimiert wird. Wohin das Tarifchaos mit nutzungsabhängigen Tarifen etwa bei der Deutschen Bahn geführt hat, sieht man ja und es ist nicht nötig, dass man die im Ausland gemachten Fehler bei uns nochmals wiederholt. Dem Berufs- und Pendlerverkehr nützen solche Massnahmen gar nichts, einmal mehr wird das Heer der "Badger" finanziell abgestraft, weil es einfach zu gewissen Zeiten einrücken muss, ob es den Betreibern des öffentlichen Verkehrs nun passt oder nicht.

Dienstag, 5. April 2016 Ralf Longwitz
Sehr verständlich, dass die SBB, wie jede Firma gerne Daten über ihre Kunden sammeln möchte. Und dass sie damit ihr Angebot verbessern möchten ist sehr erfreulich. Also sollen sie sammeln! Gerne von Kunden, die dem ausdrücklich zustimmen. Ich bin noch froh, wenn ich ein bisschen die Wahl habe, wen ich was über mich wissen lasse.

Dienstag, 5. April 2016 Andy Reimann
Ich hoffe nicht das die SBB nun Tarifmodelle einfuhrt. Das ist doch jetzt der grosste Vorteil im Vergleich zu anderen Lander. Was kommt als nachstes... Sitzplatzreservierungen? ein GA ein Jahr fruher kaufen mit 5% Rabatt ?

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