«Die ICT-Branche tut gut daran, sich in die Debatte einzuklinken»

«Die ICT-Branche tut gut daran, sich in die Debatte einzuklinken»

4. Oktober 2015 - Von Hanspeter Thür

Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte Hanspeter Thür zieht nach 14-jähriger Tätigkeit Bilanz und publiziert seine persönliche «To Do» -Liste für die IT Branche.
Artikel erschienen in IT Magazine 2015/10
Hanspeter Thür (* 1949) ist seit September 2001 Eidgenössischer Datenschutz- beauftragter und wird Ende November pensioniert. (Quelle: Swiss ICT )
11 Tage nach meinem Amtsantritt sah ich am Bildschirm die Twin Towers zusammenstürzen und wusste, dass es künftig weltweit für den Datenschutz schwierig werden würde. Das Ausmass der darauf folgenden globalen Überwachung brachten im Sommer 2013 die Enthüllungen von Snowden ans Tageslicht. Dass diese flächendeckende Überwachung überhaupt erst möglich wurde, ist der rasanten technischen Entwicklung der letzten 12 Jahre geschuldet, einer digitalen Revolution, deren Bedeutung heute noch kaum in den Köpfen der breiten Bevölkerung angekommen ist.
Wenn wir uns das Jahr 2001 nochmals vor Augen führen: Damals war Google, mit einem einstelligen Millionengewinn noch in den Kinderschuhen, während das Unternehmen heute zweistellige Milliardengewinne erzielt und nach Apple den weltweit zweithöchsten Börsenwert aufweist. Soziale Netzwerke waren noch völlig unbekannt.
Die heutigen Smartphones und smart Devices mit ihren Apps sind nicht einmal zehn Jahre alt und produzieren Unmengen an Daten und stellen die Privatsphäre dabei fast täglich vor neue Herausforderungen. Big Data, für die NSA seit langem das Zauberwerkzeug für die Realisierung einer globalen Überwachung, ist nun seit zwei, drei Jahren auch in der Privatwirtschaft Jahren angekommen, befeuert dort die Diskussion um neue Geschäftsmodelle und stellt dabei den Persönlichkeitsschutz ganz grundsätzlich in Frage. Das Internet der Dinge mit Milliarden von über das Internet kommunizierenden smarten Geräten steht vor der Tür und wird ebenfalls Berge an Daten produzieren. Bereits seit Jahren verdoppelt sich die Datenmenge alle zwei Jahre. Eine Entwicklung, die nicht absehbar ist.
 
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