CIO-Interview: «Wenn die IT ausfällt, wird es hektisch»

CIO-Interview: «Wenn die IT ausfällt, wird es hektisch»

8. Februar 2015 - Das Interview führten Michel Vogel und Ann-Kathrin Schäfer

Konrad Zöschg und sein Team helfen im Hintergrund Tag für Tag mit, damit am Flughafen Zürich tausende Passagiere pünktlich fliegen und landen können.
Artikel erschienen in IT Magazine 2015/01
Konrad Zöschg (38) ist seit Mai 2014 Head ICT des Flughafens Zürich. (Quelle: Flughafens Zürich)
Swiss IT Magazine: Herr Zöschg, was passiert, wenn die IT am Flughafen Zürich ausfällt?
Konrad Zöschg:
Dann wird es hektisch. Denn wenn die IT ausfällt, funktioniert vieles nicht mehr. Natürlich gibt es gewisse Notmassnahmen, die in einem solchen Fall ergriffen werden, zum Beispiel im operativen Bereich, also in der Flug- oder Passagierabfertigung. Und bei uns beginnen sofort die entsprechenden Prozesse zu laufen, damit wir den Service, egal welchen, möglichst schnell wieder zum Fliegen bringen können.

Sie benötigen also eine möglichst hohe Verfügbarkeit. Wie sorgen Sie dafür?
Wir unterteilen unsere Systeme in sogenannte Misson- und Business-Critical- sowie Standard-Systeme. Mission-Critical-Systeme sind immer redundant ausgeführt und zwar so, dass immer zwei Systeme parallel laufen und wir jederzeit innerhalb von Sekundenbruchteilen vom einen auf das andere wechseln können. Weiter
stellen wir über einen Pikettdienst einen 7x24-Stunden-Betrieb sicher. Bei den
Business-Critical-Systemen ist alles ähnlich aufgebaut, also auch redundant, aber nicht ganz so kritisch im Sinn der
Reaktionszeiten. Bei den Mission-Critical-
Systemen reagieren wir innerhalb einer Viertelstunde.
Konrad Zöschg (38) ist seit Mai 2014 Head ICT des Flughafens Zürich. (Quelle: Flughafens Zürich)
Blick auf die E-Gates am Flughafen Zürich. Auch hier gibt es zahlreiche Mission- und Business-Critical-Systeme wie zum Beispiel die ganze Flugzeugabfertigung. (Quelle: Flughafens Zürich)

Was sind typische Mission- und Business-Critical-Systeme?
Als Mission Critical eingestuft sind beispielsweise die ganzen Check-In-Infrastrukturen, aber auch die ganze Flugzeug­abfertigung, die Gepäckabfertigung, das Netzwerk, der Betriebsfunk und Zutrittssysteme. Es gibt etwa ein Dutzend Systeme, die so klassifiziert sind und alle einen unmittelbaren und direkten Einfluss auf den Flugbetrieb haben. Business-Critical-Systeme haben wir etwa zwei Dutzend. Das sind Systeme, die für den Flughafenbetrieb benötigt werden. Es handelt sich hier vor allem um Systeme für die Begleitung des Passagiers im Flughafen oder Dispositionssysteme, also beispielsweise Lautsprechersysteme, Material- und Mitarbeiterdisposition oder Parksysteme. Auch die ganzen Fluganzeigen und Fluginformationen sind Business-Critical-Systeme.

Haben Sie auch mit der Gepäckabfertigung zu tun?
Ja. Wir stellen das Netzwerk zur Verfügung, das alle Steuerungseinheiten miteinander verbindet. Zudem kümmern wir uns auch um die ganze Leittechnik, die darauf basiert und uns zeigt, welches Förderband in welchem Zustand ist und ob es läuft. Wir können über ein GUI auch direkt auf die ganze Anlage Einfluss nehmen. Weiter verfolgen wir das Gepäck automatisiert anhand des Gepäck-Labels und wissen immer, wo es sich befindet. Am Ende stellen wir dann auch noch den Status des Gepäcks dem des Passagiers gegenüber und überprüfen, ob er schon geboardet hat und das Gepäck verladen werden kann.
 
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