Nur die Gischpel überleben

Nur die Gischpel überleben

Artikel erschienen in IT Magazine 2013/04
Seite 1
6. April 2013 -  Von Daniel Meierhans
Ohne App geht nix mehr. Ob Software-Entwickler, Radiohändler, Schraubenhersteller, Garagist, Fernsehsender oder Coiffeur: Alle basteln sie Apps für ihre Kunden, den Aussendienst, das Back Office, zum Spielen, Ferien eingeben, Warenkataloge durchforsten, Produkte «entdecken» oder um den Lichtschalter zu drücken. Der durchschnittliche Smartphone-User soll rund 30 Miniapplikationen auf seinem treuesten Begleiter mit sich tragen. iPhone und Konsorten übernehmen inzwischen dermassen viele Alltagsaufgaben, dass Einige Amputationsgefühle bekommen, wenn sie ihre technische Erweiterung nicht bei sich haben. Es naht die Zeit, in der man ein super-intelligentes Phone braucht, um das Smartphone zu bedienen. Oder wird das eine Uhr sein? Eine Brille? Oder die Unterhose?

24 Stunden sind die Grenze


Ich bin mir sicher, dass die App-Hysterie eher früher als später zur Anekdote wird. Erstens ist die unendliche Exponentialkurve ein Hirngespinst von Rai Kurzweil. Es gibt sie nicht wirklich. Jedes Wach-stumssystem stösst irgendwann an eine natürliche Ressourcengrenze und bricht dann in sich zusammen. Von dieser Regel werden die Apps genauso wenig eine Ausnahme machen wie Facebook. Schliesslich hat ein Tag auch im Cyberspace nur 24 Stunden und jede neue App wird schon bald nur noch auf Kosten einer alten einen Anteil davon abzwacken können.
Zweitens zeigt meine in den letzten Monaten zur Manie gewordene persönliche Feldforschung in Sachen App-Gebrauch bereits heute klar nach Süden. Alle von mir Ausgehorchten haben sich nach dem ersten Enthusiasmus schnell auf wenige Apps konzentriert. News, Wetter, Networking, Fahrplan, Karten sowie ab und an eine App für die aktuelle Feriendestination. Alle anderen in den ersten Wochen der Smartphone-Begeisterung heruntergeladenen Progrämmchen füllen nur noch den Screen.
 
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