Flash-Ersatz wird kommen

Flash-Ersatz wird kommen

2. Oktober 2011 - Die Tage von Flash sind noch nicht gezählt. Aber mit diversen HTML/CSS/Javascript-Animationstools erwächst der Adobe-Technologie allmählich Konkurrenz.
Artikel erschienen in IT Magazine 2011/10
(Quelle: SITM)
Noch findet sich auf manchen kommerziellen Websites mindestens ein Flash-Movie – und sei es bloss in Form eines meist eher nervenden Werbebanners. Doch Flash gerät zunehmend in Verruf: Erstens glänzt der Flash-Player je nach Plattform nicht gerade durch begeisternde Performance und gilt als ressourcenhungrig, zweitens laufen Flash-Animationen auf dem iPhone und iPad überhaupt nicht. Und drittens gibt es mit HTML5, CSS3 und Java-script Web-Standards, mit denen sich nahezu alle Möglichkeiten von Flash auch ohne den proprietären Player umsetzen lassen. Zumindest in der Theorie und in den modernsten Browserversionen.

Adobe Edge liegt erst in einer Vorabversion vor, die noch keine Interaktivitätsfunktionen bietet. (Quelle: SITM)
CSS3Machine: CSS-Animationen erstellen auf dem iPad. (Quelle: SITM)
In Motion Composer von Aquafadas werden die Animationen (Quelle: SITM)
Hype erlaubt die Animation zahlreicher CSS-Eigenschaften und ermöglicht auch interaktive Anwendungen. (Quelle: SITM)
(Quelle: SITM)


Animation ohne Flash

In der Praxis braucht es für gelungene HTML/CSS/Javascript-basierte Animationen und Anwendungen entsprechende Programmierkenntnisse und viel Geduld, zum Beispiel wenn es ums Fine-Tuning komplex zusammenhängender CSS-Selektoren oder ums Java-script-Debugging geht. Designer, die im allgemeinen für Animationen zuständig sind, wollen aber rascher zu einem Resultat kommen und kennen mit Adobes Authoring-Umgebung Flash Professional ein bequemes Werkzeug mit High-Level-Funktionalität. Für das Standard-basierte Animieren gab es bisher keine vergleichbaren Tools.

Dies ändert sich jedoch rasant. In den letzten Monaten sind diverse Animations-Apps auf den Markt gekommen, die Flash-ähnlichen Komfort bieten und HTML-, CSS- und Javascript-Dateien anstelle oder zusätzlich zu Flash-Movies generieren. Alle hier getesteten Produkte kommen zwar funktional nicht an Flash selbst heran, zeigen aber interessante Ansätze und sind für einfachere Animationen durchaus praktisch nutzbar. Pikanterweise erfüllen diese Tools ausgerechnet den Hauptanspruch nicht, den die Hersteller gross herausstreichen: Keiner der Testkandidaten generiert wirklich HTML5-Code und nutzt zum Beispiel für die Anzeige der Animationen das Canvas-Element. Auch das HTML5-History-API, mit dem die korrekte Nutzung des Back-Buttons im Browser erreichbar wäre, kommt nicht zum Zug. Die erstellten Animationen stehen auch nicht für sich als komplette Webanwendungen da, sondern werden je nach Produkt entweder als DIV- oder Iframe-Element in die Zielseite eingebettet; die eigentliche Animation übernimmt dann der generierte CSS- und Javascript-Code oder, bei den Aquafadas-Produkten, je nach Plattform ein SFW-Movie.
 
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Kommentare

Montag, 10. Oktober 2011 Urs Binder
Nachtrag: Inzwischen gibt es bereits eine neue Beta von Adobe Edge, die auch Interaktivitätsfeatures enthält.

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