Vernachlässigtes Nadelöhr im Unternehmen

Vernachlässigtes Nadelöhr im Unternehmen

7. Juli 2011 - Trotz gewaltiger Veränderungen im Bereich Internet steht der Zugang zum World Wide Web für viele Unternehmen immer noch auf der Stufe Zufall. Es ist an der Zeit, dass sich dies ändert.
Artikel erschienen in IT Magazine 2011/07
Von Jörg Halter

Beim grössten Teil der Firmen hinkt schon die strategische Einordnung des Internets der eigenen intensiven Nutzung durch die Mitarbeiter oder der geschäftlichen Bedeutung deutlich hinterher. Das Internet hat auf Grund seiner schnellen Ausbreitung in vielen Köpfen nicht mitgehalten. Es gilt zu häufig noch als nicht strategisch wichtig und unterliegt weiterhin der «alles was gratis ist, bringt nichts» Mentalität. Und der Zugang zum Internet ist in der Regel noch eine Stufe tiefer eingeordnet. Dabei müsste dies mindestens umgekehrt sein. Bildlich gesprochen: Das sportlichste Auto benötigt den richtigen Treibstoff – die nutzbringendste Internet­applikation benötigt den geeigneten Access.

Mehr als nur der WWW-Anschluss

Welche Folgen ein Unterbruch für die Unternehmung hat, glaubt man in der Regel zu wissen. Nur wird dem wirklich dieselbe Bedeutung beigemessen wie beispielsweise der Server- oder der LAN-Verfügbarkeit? Oder sind diese Technologien traditionell einfach bessergestellt? Welche Rolle spielt dabei die Geschäftsleitung? Und nicht zuletzt: Welche Entwicklungen stehen vor der Türe, welche den Internet Access noch in einem anderen Licht erscheinen lassen? Wie sehen der Stellenwert der Internetdienste sowie die Zusammenarbeit mit den Lösungen der unternehmenskritischen Informatik aus?

Es ist klar: Für die meisten Unternehmen besteht die Problematik, dass alles und jedes immer wieder mit dessen strategischer Bedeutung begründet wird. Und nun soll sogar der kommune Internet Access eine solche Bedeutung aufweisen. Ist dies nicht doch eine übertriebene Ansicht?

Dazu müssen neben dem heutigen Nutzen als oft schon unentbehrlichem Betriebsmittel auch die Entwicklungen betrachtet werden. Der Internet Access bildet die elektronische Brücke in die unternehmerische Aussenwelt, welche heute schon längst nicht mehr nur aus dem Internet besteht. Der Internet Access weist für Unternehmen immer mehr geschäfts­relevante Bedeutungen auf. Viele Richtungen sind dabei zu beachten:

- Nutzung der unzähligen Internet-Dienste
- Von der Präsentation der Unternehmung bis zum erfolgreichen Verkaufskanal
- Telefoniert wird immer mehr über den Inter­net Access
- Mietleitungen als Backup werden zu Gunsten des Internet Access gekappt
- Vernetzung von Standorten oder mit Lieferanten und Kunden mittels VPN
- Zugang für mobile Geräte und Homeworker sind einfach realisierbar
- Cloud Computing als rege diskutierte Zukunftsoption

Die Liste kann ohne Mühe beliebig erweitert und detaillierter ausgebaut werden. Es ist jedoch vielleicht gerade diese Parallelität der Nutzung, welche den Access schnell und unbemerkt zum Nadelöhr macht. Jede einzelne Anwendung kommt ohne Probleme mit dem vorhandenen Zugang aus. Wie sieht es aber in der Summe aus? Oft werden die einzelnen Anwendungen zudem von unterschiedlichen Stellen im Unternehmen betrieben, welche im schlimmsten Fall erst in der Geschäftsleitung ihren Berührungspunkt aufweisen.

Somit stellen sich die unternehmerischen Fragen recht deutlich. Wer übernimmt die Koordination und Gesamtverantwortung? Wie verschafft man sich den besten Überblick, wo und wie stark das Unternehmen überall vom Internet Access abhängig ist. Wichtig erscheint dabei, sich nicht zu stark vom Begriff Internet Access leiten zu lassen. Wie vorgehend aufgezeigt, ist dessen Bedeutung heute viel umfassender und fast nur noch historisch als Internet Access zu bezeichnen. Als weiteren Fakt muss inzwischen ebenso der Einfluss privat genutzter Anwendungen in der Firma zugerechnet werden.
 
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