Test Center – Huawei Ideahub

Kollaborationssystem mit vielen Talenten

Kollaborationssystem mit vielen Talenten

Artikel erschienen in IT Magazine 2021/09

Android, aber ohne Google Services

Nach dem Einschalten lädt das vorinstallierte Android-Betriebssystem in rund 20 bis 30 Sekunden. Auffallend und beeindruckend ist zunächst die Bildqualität des 4K-Displays, das von jedem erdenklichen Blickwinkel aus gestochen scharfe Bilder liefert. Auf der Startseite finden sich Shortcuts zu den Funktionen Meeting, Verbinden und dem digitalen Whiteboard sowie eine Liste geöffneter Apps. Die Shortcut-Liste ist nicht fix, sondern lässt sich über ein spezielles Menü individuell anpassen. Von der Startseite aus lässt sich auch das Einstellungsmenü aufrufen, wo sich etwa die Funktionen der Kamera oder die WLAN-Verbindung konfigurieren lassen.

Mit einem Wisch nach links landet man auf einem Begrüssungs-Screen, der genutzt werden kann, um beispielsweise Gäste willkommen zu heissen und der zu diesem Zweck mehrere anpassbare Vorlagen bereithält. Wischt man von der Startseite hingegen nach rechts, öffnet sich das App-Menü, aus dem man auf den Dateimanager, auf den installierten Chromium Browser und die Appgallery von Huawei zugreifen kann, in der man etliche Apps findet, die zum Download bereitstehen. Leider muss die von Huawei verwendete Version von Android 9.0 jedoch ohne die Google Services auskommen, weshalb viele populäre Apps wie etwa Whatsapp nicht zur Verfügung stehen. Dennoch ist die Nutzung des Ideahub bis hierhin sehr komfortabel, auch deshalb, weil der Eindruck entsteht, ein übergrosses Android-­Smartphone oder -Tablet zu bedienen.

Digitales Whiteboard

Der erste Eindruck bestätigt sich auch beim Aufrufen des digitalen Whiteboards, eines der zentralen Features des Ideahub. Das System lässt sich so als interaktives Flipchart respektive digitale Wandtafel nutzen. Mit den Fingern oder mit einem der zwei mitgelieferten Stifte, die sich magnetisch am unteren Rand des Rahmens in den dafür vorgesehenen Aussparungen befestigen lassen, kann auf dem Whiteboard gezeichnet oder geschrieben werden, und zwar auf drei verschiedenen Hintergründen, die über das Einstellungsmenü ausgewählt werden können. Diese gibt es in den Farben Weiss, Grau und Dunkelgrün für Wand­tafel-Nostalgiker.

Das Schreiben und Zeichnen auf dem Ideahub geht flott von der Hand, was den lediglich 35 Millisekunden Latenz des Multitouch-Displays zu verdanken ist. Fährt man mit dem Stift oder einem Finger über das Glas, reagiert der Screen umgehend und fast in Echtzeit. Darüber hinaus verfügt das System über eine Handschrifterkennung, womit sich von Hand geschriebener Text in Maschinentext umwandeln lässt. Das Feature funktioniert erstaunlich gut und erkennt selbst die extravagante Handschrift des Test­redaktors auf Anhieb. Ähnlich gut arbeitet auch die Formenerkennung, die in der Lage ist, händisch gezeichnete Vielecke, Kreise oder andere Formen zu erfassen und zu digitalisieren. Radiert wird auf dem digitalen Whiteboard ebenfalls mit der Hand, wie es Lehrerinnen und Lehrer früher an der Wandtafel taten und auch heute noch tun, der Ideahub erkennt die Geste sofort.

Weitere Funktionen des Whiteboards umfassen ein Auswahl-Tool, mit dem sich ausgewählte Bereiche verschieben und vergrössern oder verkleinern lassen, und zudem können zwei Nutzer gleichzeitig Notizen auf dem Whiteboard anfertigen. Eher bescheiden ist hingegen die Auswahl an Farben, die man zum Zeichnen und Schreiben zur Verfügung hat, nämlich Weiss, Rot, Orange, Gelb, Grün, Violett, Blau und Hellblau. Über den Plus-Button lässt sich – ähnlich wie bei einem klassischen Flipchart – eine neue, leere Seite aufrufen. Auch kann man zwischen bereits bearbeiteten Seiten wechseln, diese auf Wunsch direkt per E-Mail versenden oder speichern, entweder im 219 GB grossen verfügbaren internen Speicher oder aber auf einem externen Datenträger, der via USB-Schnittstelle an der Seite des Ideahub angeschlossen werden kann.

Die Whiteboard-Funktion des Ideahub kombiniert geschickt neueste Technologie mit althergebrachten Automatismen, die vielen Nutzern aus der analogen Flipchart- und Wandtafel-Welt bekannt sein dürften. Dies macht die Nutzung der Funktion intuitiv und einfach und die Arbeit dadurch effizient.

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