Test Center – Ik.me

Der alternative E-Mail-Service aus der Schweiz

Der alternative E-Mail-Service aus der Schweiz

30. Januar 2021 - Aus der Westschweiz kommt ein neuer, kostenloser E-Mail-Dienst, der den Anspruch hat, eine echte Alternative zu den Angeboten der grossen Internet-Riesen zu sein – ohne Werbung und mit Datenhaltung in der Schweiz. Wir haben Infomaniak Mail einem Testlauf unterzogen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2021/01

Gute User Experience mit kleinen Makeln

Die Bedienung des Web Client ist kinderleicht und geht schon nach wenigen Handgriffen wie selbstverständlich von der Hand. Der Button zum Verfassen einer neuen Nachricht ist gross und prominent platziert und öffnet ein Fenster, das jedoch definitiv zu klein geraten ist und zudem leicht zu übersehen, weil es sich farblich kaum vom Rest des Interface abhebt – immerhin lässt sich dieses Problem aber in den Einstellungen durch die Umstellung auf das Dark Theme etwas lindern. Die Grösse des Fensters lässt sich auch nicht beliebig anpassen, sondern nur maximieren, was das Verfassen der Nachricht aber erheblich erleichtert. An solchen Kleinigkeiten merkt man, dass Ik.me eine noch junge Lösung ist und noch hier und da einen Feinschliff der Entwickler benötigt.

Gut gelungen ist dafür die Integration mit Kdrive. Via Ordner-Button in der Fussleiste des E-Mail-Fensters lassen sich Dateien aus dem Speicherdienst vom Infomaniak mit wenigen Klicks entweder als Link oder Anlage versenden. Auch sinnvoll: Im Hauptmenü findet sich ein Untermenü mit der Bezeichnung Erweiterte Aktionen. Hier versteckt sich unter anderem ein Assistent zum Import von Nachrichten aus anderen E-Mail-Diensten. Gerade für Nutzer, die beispielsweise von Gmail, Yahoo, Outlook, Hotmail oder anderen Services umsatteln wollen, ein willkommenes Feature. In nur drei Schritten lassen sich die E-Mails aus anderen Postfächern in die Inbox von Ik.me kopieren. Zunächst muss die Datenquelle angegeben werden und danach das Zielkonto bei Infomaniak Mail und schon startet der Kopiervorgang.

Ansonsten bietet Ik.me weitgehend dieselben Features wie andere E-Mail-Clients, so etwa die Möglichkeit, neue Ordner zu erstellen und diese beliebig zu organisieren. Zusätzlich kann aber auch die Funktion dieser Ordner neu definiert werden, beispielsweise als Posteingang, Spam-Ordner, Archiv oder Papierkorb. Auch das Einstellungsmenü ist sehr einfach gestaltet und bietet zwar weitaus weniger Optionen als beispielsweise Gmail, ist dafür aber um einiges übersichtlicher. Alle Einstellungen sind in lediglich drei Kategorien unterteilt. Unter Allgemein können das Erscheinungsbild des Web Clients sowie die Sende- und Empfangsoptionen konfiguriert werden, während sich im Reiter E-Mail-Adressen etwa das Passwort ändern und Signaturen, Weiterleitungen, automatische Antworten sowie Ordner- und Sicherheitsoptionen definieren lassen. Und schliesslich gibt es einen Menüpunkt Shortcuts, in dem alle Tastenkombinationen aufgelistet werden, die im Web Client spezielle Aktionen auslösen.

Mehr als nur E-Mails

Ik.me kommt auch mit einer integrierten Kalenderfunktion, mit der sich Termine direkt aus einer E-Mail annehmen oder ablehnen lassen. (Quelle: Infomaniak)
Ik.me ist jedoch mehr als nur ein Online-Service, mit dem sich E-Mails verschicken und empfangen lassen. Die Lösung lebt unter anderem auch davon, dass über die weiteren Online-Tools der Suite von Infomaniak zusätzliche Dienste und Funktionen genutzt werden können, bis zu einem gewissen Grad ebenfalls kostenlos. Zugänglich sind diese direkt aus dem Mail-Interface, indem man entweder links oben im Fenster auf das kleine Pfeilsymbol oder auf das Gitter-Symbol in der oberen rechten Ecke des Fensters klickt.

Zum einen bietet Infomaniak Mail auch einen Kalender, der mit Ik.me integriert ist. Darin lassen sich beispielsweise Ereignisse wie Besprechungen erstellen und auch direkt virtuelle Sitzungsräume in Kommunikations-Tool Kmeet hinzufügen. Und Einladungen, die man via E-Mail erhält, lassen sich aus Ik.me direkt in den Kalender übertragen, ähnlich wie bei Gmail oder Outlook. Wichtig zu wissen ist auch, dass man mit einem Konto bei Ik.me auch Zugriff auf Kdrive erhält, dem Online-Speicherdienst von Infomaniak. Immerhin 3 GB an Daten kann jeder Ik.me-Nutzer so kostenlos in der Cloud speichern, mit Hosting in der Schweiz, wohlbemerkt. Google bietet bei Google Drive zwar 15 GB gratis Speicherplatz, doch die 3 GB von Kdrive dürften für viele Nutzer dennoch genügend sein, zumindest für eine Weile. Zusätzlicher Speicherplatz kostet jedoch auch bei Infomaniak etwas.

Ik.me ist eine voll funktionsfähige Lösung, es fehlen aber noch mehrere Features, welche die Entwickler in den kommenden Monaten nachreichen wollen. So ist die Grösse eines Postfaches derzeit noch auf 20 GB beschränkt. Ein zahlungspflichtiges Angebot, das diese Beschränkung aufhebt, und weitere Funktionen wie beispielsweise automatische E-Mail-Weiterleitungen freischalten, soll demnächst verfügbar sein. Und auch die Ansicht der E-Mail-Konversationen mit einem Kontakt im Contacts-Tool ist noch nicht implementiert. Der Hosting Provider plant ausserdem, in diesem Jahr mit der Entwicklung einer mobilen App für seinen E-Mail-Dienst zu beginnen. Diese soll dann sowohl für Android als auch für iOS verfügbar sein.

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Welche Farbe hatte Rotkäppchens Kappe?
Antwort
Name
E-Mail
SPONSOREN & PARTNER