Start-up Planyourmove: Organisationstalent für den Umzug

Start-up Planyourmove: Organisationstalent für den Umzug

Artikel erschienen in IT Magazine 2020/11

Der Umzugsassistent

Planyourmove hilft mit einer übersichtlichen App bei der Planung und Organisation des Umzugs. (Quelle: Planyourmove)
Herausgekommen ist in nur wenig mehr als einem Jahr ein vollständig automatisierter Assistent in Form einer App, der die Nutzer Schritt für Schritt begleitet und ihnen fortwährend in Erinnerung ruft, was noch zu tun ist. So hält Planyourmove beispielsweise vorgefertigte Kündigungsschreiben bereit. «Es gibt viele, die nicht wissen, wie man einen Brief verfasst, geschweige denn ein Kündigungsschreiben für eine Wohnung. Denn heute sind es sich viele gewohnt, via E-Mail oder andere Kanäle zu kommunizieren. Ausserdem gibt es auch in der Schweiz Menschen, die nur ein Smartphone, aber weder Laptop noch PC besitzen und somit kein Textverarbeitungsprogramm, um solche Dokumente zu verfassen», gibt Sébastien Flury zu bedenken.

Ein wichtiger Aspekt der App sind verschiedene Checklisten, welche die Umziehenden abarbeiten können und nützliche Informationen und Tipps enthalten. Ein Beispiel dafür ist ein Modul, in dem genau beschrieben wird, worauf man bei der Endreinigung einer Wohnung achten muss, damit die Verwaltung diese auch abnimmt und man danach nicht noch einmal putzen oder für eine weitere Reinigung finanziell aufkommen muss. Die Checklisten können online bearbeitet oder aber als PDF heruntergeladen und ausgedruckt werden, um die einzelnen Punkte von Hand abzuhaken.

In einem ersten Schritt können die Nutzer in der App jedoch wählen, ob sie überhaupt schon eine neue Wohnung gefunden haben. Wenn nicht, dann hilft Plan­yourmove gleich bei der Bewerbung für eine neue Bleibe und listet unter anderem alle Dokumente auf, die zusammen mit dem Bewerbungsschreiben bei der Verwaltung eingereicht werden müssen.

Partner erweitern das Angebot

Planyourmove ist für die Nutzer komplett kostenlos. Das Business-Modell basiert auf der Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern, von denen das Start-up schon einige an Bord holen konnte. «Wir sind auf verschiedene Unternehmen zugegangen, die im selben Bereich wie wir tätig sind. Dabei war uns wichtig, dass es sich dabei um Firmen handelt, die auch für unsere Nutzer einen Mehrwert bieten können», sagt Flury. Dabei sei das grosse Netzwerk von Guillaume Dubray eine grosse Hilfe gewesen. Dubray, Managing Partner von Polytech Ventures, hat unter anderem den Start-up Accelerator Fintech Fusion gegründet und verfügt laut Flury daher über sehr gute Kontakte, nicht nur in der Fintech-Szene.

Externe Investoren hat Planyourmove bisher keine, das Start-up finanziert sich derzeit allein über Eigenkapital und als Deal-Anbieter für seine Geschäftspartner. Wie Flury ausführt, gibt es unterschiedliche Angebote aus den Reihen der Partner: «Unsere Partner können sich über die App mit ihren Produkten oder Dienstleistungen an die Nutzer richten, beispielsweise für eine Bankkaution für das Mietdepot oder eine Hausratsversicherung. Planyourmove bietet auch kleine Geschenke an, so zum Beispiel verschiedenfarbige Stickers für die Umzugskisten, damit diese sauber angeschrieben und unterschieden werden können.» Unter den Partnern figurieren Unternehmen wie Sunrise, Privera, Swisscaution, La Redoute, die Mobiliar, Animalia und Ecoway. «Dazu haben wir auch eine Partnerschaft mit dem Zürcher Unternehmen Moveagain. Dieses bietet Reinigungsdienstleistungen an sowie komplette Umzüge. Denn mit 20 hat man noch genügend Freunde, die beim Umzug helfen wollen, doch deren Zahl nimmt mit dem Alter kontinuierlich ab», sagt Flury lachend.

Schwieriger gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den Behörden. So sei zwar der eUmzug, an den alle Gemeinden angeschlossen sind und wo Privatpersonen ihren Umzug innerhalb der Schweiz auf elektronischem Wege melden können, schon vor zwei Jahren gestartet, aber noch nicht vollständig automatisiert, so Flury. Deshalb sei auch die Anbindung an Dienste der Behörden zwar theoretisch möglich, aber noch kein Thema. «Zurzeit verlinken wir aus der App heraus auf die Webseiten der einzelnen staatlichen Stellen. Wir möchten diesen Bereich verbessern und weiter automatisieren, aber direkte Schnittstellen zu den Systemen der Gemeinden zu entwickeln macht derzeit keinen Sinn, denn viele sind noch nicht soweit», erklärt Flury.

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