Test Center – Thinkcentre M75n

Mini-Desktop mit Maxi-Anschlussvielfalt

Mini-Desktop mit Maxi-Anschlussvielfalt

3. Oktober 2020 - Mit dem Thinkcentre M75n hat Lenovo einen Nano-Rechner lanciert, der ordentlich Leistung und Anschlussvielfalt bietet, aber trotzdem nicht vollends überzeugt. Dies ganz im Gegensatz zum mobilen Display Thinkvision M14, das wir ebenfalls angeschaut haben.
Artikel erschienen in IT Magazine 2020/10

Ordentlich Leistung fürs Office

Unser Testgerät ist mit einem AMD-­Ryzen-5-Pro-3500U-Chip mit vier Kernen und 2,1 GHz (max. 3,70 GHz) sowie Radeon-Vega-8-Grafik und 8 GB RAM bestückt und bietet 256 GB Speicherplatz auf einer M.2 PCIe SSD. Mit dieser Ausstattung kann der Mini-PCs für gängige Büroarbeiten absolut genügen. Das Thinkcentre M75n kommt im erweiterten PCMark-10-Benchmark-Test auf eine Punktzahl von 2529. Um diese Zahl in einen Kontext zu setzen, lohnt sich ein Blick auf die Plattform «Anandtech.com», wo im Frühling beispielsweise der Mini-Rechner Intel NUC10i7FNH (Core i7-10710U mit sechs Kernen und 1,1/4,7 GHz, Intel UHD Grafik, 16 GB RAM, 256 GB SSD) getestet und mit ähnlichen Geräten verglichen wurde. Der Intel NUC – besser ausgestattet, aber auch teurer als unser Testrechner – kommt auf eine Gesamtscore von 2985 Punkten.

Bei der für Büroarbeit relevanten Bewertung von PCMark 10, dem Produktivitäts-Score, liegt der Lenovo-Rechner mit 5814 Punkten praktisch gleichauf mit dem Intel NUC (5900 Pkt.). Beim Essential Score kommt der M75n auf 7436 Punkte (Intel NUC 9045 Pkt.), beim allenfalls relevanten Digital Content Creation Score schafft das Lenovo-Gerät 2784 Punkte (Intel NUC 3792 Pkt.) und beim Gaming Score kommt unser Testgerät auf 920 Punkte, während der Intel NUC hier 1062 Punkte schaffte – Werte, die klar besagen: Gaming- und Multimedia-Maschinen sind die Mini-Rechner definitiv nicht. Dafür sind sie aber auch nicht gebaut.

Während des Tests – und zwar nicht nur während des Benchmarks, wo die Leistungsspitze getestet wird – ist uns aufgefallen, dass der kleine Lüfter in Lenovos Nano-Rechner ordentlich drehen muss, um die Wärme aus dem Gehäuse zu bringen – entsprechend arbeitet der M75n auch bei geringer Arbeitslast teils recht laut und wird auch ordentlich warm. Ein Nachteil des kleinen Formfaktors.

Hochwertiges mobiles Display

Mit dem Thinkcentre M75n hat Lenovo einen Rechner im Angebot, bei dem es in der Tat auf die (nicht vorhandene) Grösse ankommt. In Umgebungen, in denen wenig Platz herrscht oder der Desktop versteckt werden muss, ist der Nano-PC eine sinnvolle Investition, genauso in Szenarien, in denen der Rechner mitgenommen werden muss. Gefallen hat uns die Anschlussvielfalt, und auch die Leistung in den relevanten Disziplinen – der Büroarbeit nämlich – weiss zu überzeugen. Dass der M75n keine Grafik-Powermaschine ist, versteht sich von selbst.

Lenovo vermarktet den M75n nicht zuletzt auch im Zusammenhang mit dem gut 600 Gramm leichten Full-HD-Display Thinkvision M14 als Lösung, die mobil eingesetzt werden kann – also quasi ein Notebook in Einzelteilen. Für den Test haben wir ebendieses Thinkvision M14 zum Rechner dazu erhalten. Der 14-Zöller, eigentlich als Zweitdisplay für Notebooks gedacht, wird über USB-C an den Rechner gehängt und überzeugt nicht nur mit seiner kompakten und robusten Bauweise bei geringem Gewicht, einem hochwertigen Non-Glare-­Panel mit hoher Bildqualität und mit seiner für ein portables Display guten Helligkeit. Auch das flexible Scharnier, mit dem der Neigungswinkel von minus 5 bis 90 Grad eingestellt werden kann, gefällt, genauso wie die beiliegende Schutzhülle. Da fällt auch nicht weiter ins Gewicht, dass das Display kaum Einstellmöglichkeiten abgesehen von der Helligkeit und der Reduzierung des blauen Lichts bietet. Denn ehrlicherweise braucht es auch nicht mehr.

Aber: Die Vorteile der Kombination aus dem Thinkcentre M75n mit seiner kabelgebundenen Tastatur und Maus sowie dem Thinkvision M14 im Vergleich zum Beispiel mit einem Notebook haben sich uns nicht aufgetan.

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