Gadget: Suunto 7

Sportuhr im Smartwatch-Pelz

Sportuhr im Smartwatch-Pelz

4. Juli 2020 -
Artikel erschienen in IT Magazine 2020/07

Offline-Karten und Sensoren

Eines der wichtigsten Verkaufsargumente für die finnische Smartwatch ist aber wohl die Integration von Offline-Karten mit Terrain-Details. Sobald die Uhr an das magnetische Ladekabel und den Strom angeschlossen wird, startet der Download der aktuellen Karte im Umkreis von 50 Kilometern um den Standort der Smartwatch herum. Voraussetzung dafür ist jedoch eine WLAN-Verbindung. Die Karte ist dann auch offline auf der Uhr verfügbar, eine Verbindung mit dem Internet oder mit einem Smartphone wird nicht mehr benötigt.

Darüber hinaus ist die Suunto 7 mit verschiedenen Sensoren ausgestattet. Zur Positionierung verwendet die Smartwatch gleich mehrere Systeme. Neben GPS kommen auch das chinesische System BEIDOU sowie GLONASS und QZSS zum Einsatz. Auch ein barometrischer Sensor ist eingebaut sowie ein optischer Sensor zur Messung der Herzfrequenz, der auf der Unterseite des Gehäuses angebracht ist. Damit dieser jedoch zuverlässig funktioniert, braucht er engen Kontakt mit der Haut am Handgelenk. Kommt Licht dazwischen, wird die Messung verhindert oder zumindest ungenau. Dies bedingt, dass das Armband straff angezogen wird, was manche Nutzer als unbequem empfinden könnten. Die Akkulaufzeit der Suunto 7 beträgt übrigens 48 Stunden, die in der Praxis selten ganz erreicht werden, vor allem, wenn man regelmässig trainiert. Bei ständiger Nutzung des Positionierungssystems sinkt sie dann auf rund 12 Stunden. Den leeren Akku wieder voll zu laden dauert rund 100 Minuten.

Bedienung

Die Bedienung der Smartwatch geschieht mittels Touchscreen sowie vier Knöpfen, von denen drei in Bezug auf das Zifferblatt auf 2, 3 und 4 Uhr angebracht sind, während sich der vierte auf 10 Uhr befindet. Letzterer schaltet die Uhr ein und aus, öffnet das Menü und dient auch als Back-Button, um auf den Home Screen zurückzukehren. Hält man ihn länger gedrückt, startet der Google Assistant. Der Knopf auf 2 Uhr öffnet die Suunto App mit der Karte. Besonders cool: es lassen sich auch Heatmaps einblenden, auf denen zu sehen ist, welche Routen von anderen Suunto-Usern am meisten genutzt werden. Per Wisch nach oben auf dem Display gelangt man hier ausserdem auch zu den verschiedenen Sportmodi. Der Knopf auf 3 Uhr ruft den Media Player auf und der letzte einen Timer. Die letzten beiden Knöpfe lassen sich übrigens personalisieren und mit anderen Funktionen belegen.

Schliesslich kann man auch den Touchscreen nutzen, um verschiedene Funktionen und Untermenüs direkt aufzurufen. Drückt man länger auf die Mitte des Displays, kann man unter verschiedenen Ziffernblättern wählen. Wischt man auf dem Zifferblatt nach oben, werden alle Benachrichtigungen angezeigt, so auch diejenigen, die vom Smartphone übertragen werden. Ein Wisch nach unten ruft ein weiteres Menü auf, in dem sich Funktionen wie der Flug- oder Energiesparmodus aktivieren lassen. Ein Swipe nach links öffnet die Google-Fit-Berichte und einer nach rechts ein weiteres Untermenü mit verschiedenen Funktionen wie den Google Assistant oder die Wetter-App.

Wenn die Bedienung zunächst verwirrend klingt, dann deshalb, weil dem auch so ist. Sie ist die Achillesferse der Smartwatch. Die Kombination aus Touchscreen- und Button-Steuerung ist in vielen Situa­tionen umständlich, zumal viele Funktionen redundant in mehreren Untermenüs verschachtelt zu finden sind. Gerade mit der Touchscreen-Steuerung verliert man anfänglich schnell einmal den Überblick, in welche Richtung man als nächstes wischen muss, um zum gewünschten Screen zu gelangen. Dabei hilft auch nicht, dass Wear OS oftmals erst mit einer merklichen Verzögerung auf Wischgesten auf dem Touchscreen reagiert. Ebenfalls nicht optimal ist, dass man mit Google Fit und der Suunto App eigentlich zwei Fitness-Programme auf der Uhr hat, die sich in gewisser Weise konkurrenzieren. Zwar gewöhnt man sich bekanntlich mit der Zeit an fast alles, jedoch würde man sich hier wünschen, dass Suunto seiner Smartwatch einfachere Bedienungsfunktionen beziehungsweise -optionen verpasst oder noch besser, die Menüs anders arrangiert hätte. Positiv ist aber zu vermerken, dass man die Suunto App sowohl mit Wischgesten als auch über die Knöpfe bedienen kann, was sich als wichtiges Feature erweist, wenn man Handschuhe trägt oder im Wasser trainiert.

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