Ricardo bezieht Stellung zu Leserfragen

Ricardo bezieht Stellung zu Leserfragen

Artikel erschienen in IT Magazine 2020/03

Die neuen Gebühren

Ricardo hat die Einstellgebühren abgeschafft und dafür die Abschlussgebühren auf verkaufte Artikel über alle Kategorien auf 9 Prozent angehoben. Weiter wurde der Maximalbetrag für die Abschlussgebühren mit einem Anstieg von 40 auf 190 Franken mehr als vervierfacht. Wir fragten Ricardo: «Für Artikel in bestimmten Preiskategorien, speziell im tiefen vierstelligen Preisbereich, führt die Änderung zu massiven Unterschieden bei den Gebühren. Einige Händler sprechen davon, dass die Gebührenerhöhung die Marge kritisch schwächt oder gar gänzlich eliminiert. Warum ist die Gebührenerhöhung dermassen unfair über verschiedene Kaufpreise und Kategorien verteilt? Hat Ricardo Verkäufer mit teureren Artikeln bei der Anpassung schlicht nicht berücksichtigt?»

Ricardo erklärt: «Es handelt sich nicht um eine Gebührenerhöhung oder -senkung, sondern um eine Umstellung des Gebührenmodells, das aufgrund der technologischen Komplexität schrittweise auf Ricardo.ch eingeführt wird.» Das alte Gebührenmodell sei unübersichtlich gewesen und man habe die Plattform in den letzten zwei Jahren grundlegend modernisiert. Ebenfalls zentral: Die Streichung der Einstellgebühren sei auf «vielfachen Kundenwunsch» hin geschehen. Ricardo ergänzt: «Bei hochpreisigen Artikeln wird es etwas teurer, jedoch betrifft dies nur rund 3,5 Prozent aller Transaktionen. Wir sind jedoch überzeugt, dass auch dies im Verhältnis zu den guten Verkaufschancen auf Ricardo.ch immer noch fair ist.»

Echte Fairness ist schwierig, es allen gleichwohl recht zu machen ebenfalls. Das liegt auf der Hand und Ricardo versuchte hier einfach offensichtlich, es für möglichst viele Nutzer stimmig zu halten, was auch Sinn ergibt.

Für Ricardo selbst habe die Gebührenumstellung keine finanziellen Vorteile, versichert das Unternehmen. Wie viel des Umsatzes diese 3,5 Prozent der hochprei­sigen (und daher neu massiv gebührenintensiven) Verkäufe für das Auktionshaus selbst ausmachen, bleibt aber im Dunkeln. Wir können daher nicht abschliessend nachvollziehen, ob Ricardo damit Profit macht.

Ricardo strebt also Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit für alle Seiten an, das Opfer bringen in diesem Fall die Verkäufer von hochpreisigen Artikeln und diese sind, so Ricardo, eben in der Unterzahl.

Der Kundendienst

Egal ob es um Hilfe bei den oben erwähnten Gebühren, Problemen mit dem Bezahlsystem oder andere Stolpersteine geht – der Kundensupport soll helfen. Diesen gibt es kostenlos in Form eines Chats oder des Kontaktformulars. Oder aber man bezieht den Service per 0900-Helpline, welche einen Franken pro Minute kostet.
Die Mehrheit der kommentierenden Leserschaft ist sich einig, dass der Kundendienst mangelhaft ist. Wir fragten daher zuerst nach, ob sich das Unternehmen der Problematik bewusst ist und ob man Massnahmen dagegen ergreift.

«Der lokale Kundendienst ist eine wichtige Stütze für unsere Kunden und unsere Plattform generell, das Team vermittelt auch in schwierigen Situationen zwischen Käufer und Verkäufer. Täglich erhält unser Kundendienst rund 1200 E-Mails und 250 Anrufe. Unsere Kunden erhalten normalerweise innerhalb nützlicher Frist eine Antwort, die telefonische Wartezeit liegt durchschnittlich bei etwa 10 Sekunden», so Ricardo.
Auch haben wir nachgefragt, ob es denn noch zeitgemäss ist, einen kostenpflichtigen Telefonsupport anzubieten, während sich die meisten Nutzer kostenlose Support-Nummern gewöhnt sind.

Ricardo dazu: «Bei einem Anruf wartet ein Mitglied in der Regel nicht länger als 10 Sekunden. Der Anruf beim Kundendienst in der Schweiz ist kostenpflichtig, weil auch die Wartezeit in Grenzen gehalten werden soll, welche natürlich kostenlos ist.»
Auch vermuteten viele Benutzer, dass der Support im Ausland stationiert sei und Ricardo sich damit eine goldene Nase verdiene. Hier winkt man bei Ricardo klar ab, der gesamte Kundendienst ist in Zug stationiert und wird damit wohl auch zu Schweizer Standards bezahlt, was die Gebühren nicht angenehmer, aber nachvollziehbarer macht.

12 Kommentare

Montag, 4. Oktober 2021 Meierhans
Ein Trauerspiel. Bei Ricardo.ch läuft alles schief, was schief laufen kann. Beginnen wir bei den Kategorien. Nur mal RC Modellbau. Da gibts Fehler noch und nöcher. Quadrokopter, Multikopter, Drohnen usw. Alles der selbe Mist. Ich habe das vor Jahren bereits an Ricardo gemolden, NIchts ist passiert. Dann noch mals mit viel Energie. Tatäschlich hat mir ein Ricardomitarbeiter angerufen und wir haben in einer 3 Stündigen Telefonkonferenz den ganzen Modellbau korrekt aufgebaut. Das ist aber auch wieder einige Jahre her. Nichts ist passiert. Ricardo erhöt immer mehr die Preise, streicht aber die Dienstleistung. Blacklist: Ein Ärgernis sondergleichen. wieso haben sie das gemacht? aus internen Quellen habe ich erfahren, dass es gar nicht der Grund ist was sie immer angeben. Ricardo - Schäm di!

Dienstag, 20. April 2021 Agnes Chamot
Seit einigen Jahren ist der mittelmässig gute Dienst eine Katastrophe für Verkäufer. Man erhält KEINE Unterstützung und hat nur Ärger. Eine Käuferin behauptete, dass die Ware ein Fake war und Ricardo spornte sie dazu an, mich anzuzeigen. Geht s nch? Als ich nachfragte, leugnete man dies. Die Schwarze Liste war ein notwendiges Werkzeug, um sich zu schützen - restlos gestrichen, um möglichst viel Umsatz zu machen. Parallel dazu wurde es immer schwieriger den dilletantischen Kundendienst zu erreichen (TIP: immer über EMAIL Adresse). Aber egal, denn dessen Antworten sind nie eine Hilfe sondern immer Ärger. Fazit: nach 9 Jahren Verkauf ist jetzt Schluss, nachdem die 3 willkürliche negative Bewertung nicht einkassiert wurde. Ich bin doch noch blöd und lass mich von denen ausnehmen und diffamiier

Mittwoch, 3. Februar 2021 Sandkasten
Zum Thema ricardo und Datenschutz: Ich bekam die Nachricht "Dein Benutzerkonto wurde aufgrund von gefundenen Übereinstimmungen mit einem bei Ricardo bereits gesperrten Benutzerkonto blockiert." Welche Übereinstimmigkeit gefunden wird, kann mir ricardo Kundendienst aus Datenschutz nicht sagen, aber ich solle in meinem Bekanntenkreis nach dem Besitzer des blockierten Kontos suchen und diesen dazu bringen, die ausstehende Rechnung zu bezahlen. Nur so könne mein eigenes Konto wieder aktiviert werden. Mein Konto war davor 5 Jahre rege im Gebrauch. Ist das sonst noch jemandem passiert?

Donnerstag, 28. Januar 2021 theres roth
Nach der Deaktivierung vom "alten ricardo" am 26.1.21 ist nun mit dem "neuen ricardo", das "frisch und intuitiv" sein soll für Verkäufer alles viel komplizierter und aufwändiger geworden. Momentan erhalte ich weder bei Bewertungen noch bei einem Kauf oder Verkauf ein Mail von ricardo. Bei Anfragen beim sogenanten Kundendienst, wird man vertröstet für ein Antwort in 4-5 Tagen. Schade ricardo war mal eine gute Plattform, unterdessen nur noch..

Dienstag, 26. Januar 2021 Bea Trice
Es gibt gute Gründe, warum ich in Ricardo nicht inseriere. Einer davon ist definitiv die Bewertungs-Funktion. "Da gefällt einer deine Nase nicht und du wirst schlecht benotet." Da hilft dann auch eine gut funktionierende Verkaufsabwicklung nichts mehr. Reine Willkür und Unsittlich wenn jeder den anderen schlecht Reden darf.

Sonntag, 27. Dezember 2020 cholero
Es ist erstaunlich, wie viel Geld Ricardo abzuzweigen erlaubt für einen Webdienst der kaum aufwändiger ist als zum beispiel „anibis“ oder „tutti“. Ricardo fährt ausserdem mit einer beispiellosen Arroganz auf. Dass die blacklist nicht zeitgemäss sein soll interessiert niemanden. Für alle Benutzer dieses ehemaligen Features war das ein wichtiger Bestandteil der Verkaufsmöglichkeit „ricardo“. Ich kann mir immer noch nicht erklären was das wegnehmen dieser blacklist gebracht haben soll!? Mit der Liste würden weniger inkompatible Leute aufeinandertreffen. Und ist Twint verboten? Nur IBAN? Twint ist doch DIE Bezahlmöglichkeit für private! Ich nutze seit der Gebührenerhöhung zuerst anibis und tutti (Abholung) und erst wenn sich niemand meldet wähle ich ricardo.

Samstag, 7. März 2020 Jedermann
Keine "Schwarze Liste" - kein Verkauf mehr. Punkt. Leute die gar nicht bezahlen sind Betrüger, und gegen die kann man juristisch vorgehen. Die "Schwarze Liste" dient aber zu 99,99 % nicht für "Nicht-Zahler", sondern für "mühselige" Käufer, bei denen der Aufwand für die Abwicklung des Verkaufs oftmals grösser ist als der Ertrag. Leute die sich nicht an Zahlungsmodalitäten halten: die man zigfach anschreiben und anrufen muss, ohne je eine Antwort zu erhalten, und die dann aber umgehend reklamieren, wenn man den Verkauf nach 2 Monaten storniert und ihre Zahlung 2 Tage später nicht mehr akzeptiert; die z.B. statt wie gefordert das Geld zu überweisen, Geld per Briefpost verschicken, welches man dann selbst bei der Bank einzahlen muss; solche die mit Negativ-Bewertungen drohen, wenn man sich ihren Sonderwünschen nicht beugt, etc. Nie zuvor gab es mehr Willkür und Drohungen wie nach der Streichung der "Schwarzen Liste"!!!! Vereinfachung und zeitgemäss... so ein Witz, nur dass es nicht zum lachen ist.

Samstag, 7. März 2020 Fabian
Ricardo, Swisscom, Post... alles dasselbe. Anpassungen werden ausnahmslos (!!) nur dann vorgenommen, wenn ein Unternehmen sich durch eine Vereinfachung der Abläufe Kosteneinsparungen und einen grösseren Profit verspricht. Und ja: die Begründungen die sie dann vorschieben, um nicht zu dieser Wahrheit stehen zu müssen, sind erbärmlich, oder besser gesagt geradeheraus gelogen und somit ein Betrug. Qualität der Kundendienste ebenfalls überall das Gleiche. Unprofessionell, indiskret und überheblich (Fehler des Systems werden gerne als unsachgemässe Bedienung durch Kunden abgetan, selbst dann, wenn man als Kunde das Gegenteil beweisen kann). Man wird zwar nie als Trottel bezeichnet, aber wie einer behandelt. Ich kenne nur einige wenige Geschichten. Aber würde man die in Wallraff-Manier aufdecken, würden definitiv ein paar Köpfe rollen.

Samstag, 7. März 2020 Claudio
Es ist tatsächlich so, dass dieses Unternehmen immer weniger leistet (Funktionen, Kundendienst) und dafür viel zu viel verlangt. Die Marktposition (welche durch dieses Verhalten arg strapaziert wird,) wird massiv ausgenutzt! Wie im Artikel ersichtlich, fehlt es bis jetzt an der notwendigen Einsicht. Die Kritik der eigenen Kunden wird zu wenig ernst genommen. Wirklich schade, dass ricardo.ch so langsam untergehen wird, ich bin seit 20 Jahren(!) dabei... Bis es so weit ist, werden aber noch viele Kund*innen über die hohen Gebühren erschrecken und bei Problemen im Stich gelassen...

Freitag, 6. März 2020 Jacqueline Fischer
Zur Abschaffung der Black List auf ricardo.ch habe ich schon einige Begründungen gehört. Dass sie "nicht zeitgemäss" gewesen sein soll, war bisher die erbärmlichste. Es ging da ganz klar um Macht und Kontrolle, um die es seit dem Führungswechsel 2018 bei ricaro unmissverständlich geht. Es war eine meiner besten Ideen, mein Konto auf dieser Plattform zu kündigen.

Dienstag, 3. März 2020 Ricardo Kritiker
Wo Unwillen (zu hören) auf Unverständnis (zuviel zu bezahlen) stösst wäre es doch eine gute Idee, einfach auf Ebay zu wechseln - Ricardo war nie besser, nur in der Schweiz mächtiger.

Dienstag, 3. März 2020 Kurt Felix
Die Stellungsnahme war wohl überfällig! Traurig finde ich, für eine solche Firma ein Armutszeugnis, dass wenn Kunden auf Probleme/ Fehler aufmerksam gemacht hatten, man einfach ignoriert wurde. Der Support ist nicht schlecht sondern grottenschlecht! Als Beispiel: Wie viele Klicks muss ich auf der Webseite machen, um eine E-Mail-Adresse und eine Telefon-Nummer von Ricardo zu sehen? Bitte testen und Test nach einer Stunde abbrechen... :( Eine gute Firma ist für ihre Kunden da und dies auch kostenlos per Telefon und unkompliziert per E-Mail. Weiter sind die Preise überrissen und Funktionen wurden vor ca. einem Jahr ersatzlos gestrichen. Ricardo ist heute klar SCHLECHTER als früher und, als Verkäufer, gibt es deshalb auch weniger Kundschaft auf dieser Plattform. Mag sein dass die Finanzen stimmen... ...die beste Auktions-Plattform in der Schweiz zu sein hat man aber deutlich verfehlt und ich befürchte dass man immer mehr verliert. Jemand müsste mal endlich "das Ruder umreissen" und auf dem alten Kurs fortfahren, dort wo noch alles funktioniert hat und man diverse Funktionen hatte welche einem andere Plattformen nicht bieten konnten.

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