CIO-Interview: "Apple behindert den Wettbewerb"

CIO-Interview: "Apple behindert den Wettbewerb"

Artikel erschienen in IT Magazine 2018/10
Wie problematisch ist das Vorgehen von Apple für Twint?
Die Apple-Anteile sinken auch in der Schweiz. Aber trotzdem können wir die NFC-Schnittstelle nicht gebrauchen, also arbeiten wir mit anderen Technologien. Falls sich dereinst Änderungen abzeichnen, könnten wir rasch reagieren. Ob dies einmal geschieht, wissen wir nicht.

Wie ist das wettbewerbsrechtlich?
Aus meiner Sicht behindert Apple den Wettbewerb.

Wie viel Einfluss haben Sie auf die eigentliche App?
IT-seitig haben wir Einfluss auf die Sicherheitsaspekte, auf die Architektur und auf Qualitätsfragen. Was das Interface oder die Usability angeht, ist die Rolle der IT eher beratend. Die eigentliche Usability wird vom Produktmanagement definiert – in enger Zusammenarbeit mit uns. Die Banken bringen ihre eigenen Vorstellungen bezüglich Usability und Ideen, bedingt durch ihre Corporate Identity, ein. Das belebt die Diskussion und führt zu letztlich besseren Lösungen.

Gibt es grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Apps der Banken?
Für den Kunden sind die Unterschiede gering, aus technischer Sicht aber gibt es doch einige Unterschiede. Das ist allerdings kein Problem für uns, weil wir nicht ein Dutzend Apps entwickeln müssen, sondern nur unsere eigene Twint-Prepaid-App. Für die Banken stellen wir wie erwähnt die Libraries und Interfaces bereit, und sie bauen basierend darauf ihre individuellen Apps.
Kommen wir weg von der App und hin zur eigentlichen Twint-IT. Wie sieht Ihre grundlegende IT-Strategie aus?
Grundsätzlich besteht unsere IT aus einem verhältnismässig kleinen Team von 20 Leuten. Wir verfolgen dabei die Idee, intern ein Spezialisten- und Management-Team zu beschäftigen und die eigentliche Arbeit outzusourcen. Wir arbeiten aktuell mit einem Netz bestehend aus zwölf Partnern in der Schweiz, aber auch rund um den Globus. Intern kümmern wir uns also vor allem um die Koordination, um das Release Management, beschäftigen uns mit Budgets und behandeln Betriebs- und Qualitätsthemen.

Wieso dieses ausgeprägte Sourcing?
Der Grund ist einfach: Wir haben Spezialisten in der Schweiz gesucht, diese aber nicht in genügendem Ausmass gefunden. Gerade in den Bereichen, in denen wir Fachkräfte brauchen würden, ist es in der Schweiz enorm schwierig, diese zu finden. Und wir haben gute Erfahrungen mit dem Outsourcing gemacht. In Ho Chi Minh City beispielsweise kümmern sich mittlerweile zehn Leute um einen Teil der Back-end-Entwicklung. Diese Mitarbeiter engagieren sich stark, sind tief drin in den Produkten, und die Zusammenarbeit in virtuellen Teams funktioniert bestens.

Kommentare

Sonntag, 4. November 2018 tino
Es kommt mir vor wie bei der Einführung der Privatradios in der Schweiz. Kurz bevor die erste Konzession an Radio 24 vergeben wurde, hat die SRG noch schnell DRS 3 lanciert. In der Schweiz gibt es viel zu viel Firmen, die immer meinen sie müssten das Rad neu erfinden, dass dann enorme Beträge verschlingen, siehe siroop, und dann eingestellt werden. Wie wäre es mit mehr Innovation, Fantasie und Mut, aber bevor das eine Firma im Ausland schon auf dem Markt gebracht hat? Der wahre Grund für Twint ist doch ein Anderer, die Banken wollen an Apple und Android nichts bezahlen und somit nicht auf die lukrativen Gebühren verzichten. Deshalb wird noch schnell etwas gebastelt das weder Fisch noch Vogel ist.

Mittwoch, 3. Oktober 2018 Kein Twint User mehr
Ah wenn doch nur Apple NFC freigeben würde.... Seit Jahren ist NFC bei Android frei verfügbar und Android hat mehr User als Apple in der Schweiz. Aber Twint unterstützt NFC auch bei Android nicht. Kann das Geschwätz nicht mehr hören. Würden die Banken Google Pay und Apple Pay nicht massiv behindern würde Twint schon längst Geschichte, so gehts halt noch zwei Jahre

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