Start-up Bitsaboutme

Fairtrade für Personendaten

Fairtrade für Personendaten

Artikel erschienen in IT Magazine 2018/06

Alles an einem Ort

Zu Beginn loggt sich der Benutzer auf der Mobile-optimierten Web-App von Bitsaboutme ein und verknüpft anschliessend beliebig viele Online-Accounts mit der Plattform. Aktuell sind Schnittstellen zu Facebook, Instagram, Twitter, Google, Gmail, Migros und beliebigen Mail-Accounts vorhanden, mehr werden im Laufe der Weiterentwicklung folgen. Sind die Accounts erfasst, können die eigenen Daten auf dem Bitsaboutme-Profil in übersichtlichen Grafiken eingesehen werden. Dort finden sich beispielsweise eine Karte mit allen generierten GPS-Daten, eine Wortwolke der Google-Suchbegriffe oder eine Netzwerk-Darstellung der Facebook-Interaktionen wie etwa Likes. Alle Daten sind grundsätzlich in fünf Dimensionen dargestellt und behandeln den Zeitpunkt, Personen, mit denen interagiert wurde, Art und Ort der Interaktion sowie zusätzliche Details. "Das Sammeln und Visualisieren der Daten ist der erste wichtige Schritt. Der zweite und entscheidende Schritt für unser Businessmodell ist, dass wir einen Marktplatz bauen, auf dem der Nutzer mit seinen Daten Geld verdienen kann", erklärt Kunz und fügt an: "So wie die Datensammler sich heute beim Verkauf der Daten Geld in die Taschen stecken, so soll der Nutzer in Zukunft direkt davon profitieren."

Bares für Daten

Der Prozess verläuft wie folgt: Der Benutzer loggt sich ein, gibt seine Zugangsdaten zu den genutzten Services an und kann seine Daten einsehen. Der zweite Schritt ist die Konfiguration des Marktplatzes. Hier bestimmt der User in der Rolle des Datenverkäufers, welche Personendaten überhaupt in Frage kommen, um geteilt zu werden. Gleichzeitig konfigurieren Käufer – in der Regel Unternehmen – auf ihrer Seite des Marktplatzes ein Profil des gewünschten Users und senden ein Angebot. Beispielsweise bietet ein Onlinehändler einen Shopping-Voucher von 5 Franken als Gegenwert für das Zusenden von Newsletters über die Dauer von drei Monaten.

Wenn die eingeforderten Informationen auf einen Benutzer zutreffen und dieser grundsätzlich bereit ist, die Informationen freizugeben, bekommt er in der Bitsaboutme-App eine Offerte mit dem detaillierten Angebot. Stimmt der User zu, findet die Transaktion statt und der Käufer erhält die Daten, die er für den Newsletter benutzen darf. Die Entschädigung erfolgt aktuell mit Vouchers und Gutscheincodes, ein Bezahlsystem, mit welchem echtes Geld an Nutzer ausbezahlt werden kann, ist aber in Planung. Bitsaboutme selbst finanziert das Produkt durch kleine Anteile, die von den Transaktionen zwischen Käufer und Verkäufer abgezweigt werden. "Für den Endnutzer bleibt das Produkt immer kostenlos. Wenn ein Datenhandel stattfindet, der Nutzer beispielsweise für 10 Franken ein Jahr lang einen Newsletter abonniert, nehmen wir eine Kommission. Genauso, wie es bei Ebay oder Ricardo eben auch ist", erklärt Kunz.

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