Test Center – Vergleichstest LTE-Router

Ein Backup für das fixe Internet

Ein Backup für das fixe Internet

Artikel erschienen in IT Magazine 2016/09

AVM Fritz!Box 6820 LTE

Die AVM Fritz!Box 6820 LTE unterstützt leider noch kein ac-WLAN und funkt auch noch nicht im LTE-Advanced-Netz. (Quelle: AVM)
Nun zu den einzelnen Routern: Die Fritz! Box 6820 LTE sieht auf den ersten Blick so gar nicht aus wie die anderen, bekannten Geräte von AVM – weil sie steht und nicht liegt. Auf der Frontseite findet man verschiedene LEDs, die zeigen, ob Strom fliesst und ob das WLAN, das man auf der Rückseite ein- oder ausschalten kann, läuft. Zudem wird dem Nutzer, ohne dass er sich an den PC setzen oder das Handy zu Rate ziehen muss, auch gleich gezeigt wie gut die Mobilfunkverbindung ist.

Wie bei allen drei getesteten Routern handelt es sich, trotz der sehr kompakten Grösse, auch hier um einen stationären Router, das heisst um ein Gerät ohne Akku, das zwingend an den Strom muss, um zu funktionieren. Dazu liefert man ein externes Netzteil mit. Diese Art von LTE-Routern sind also nicht unbedingt für unterwegs gedacht, aber durchaus zum Mitnehmen, zum Beispiel in den Urlaub oder auf Geschäftsreise.

Im Vergleich zu den anderen beiden wirkt der LTE-Router von AVM, wenn man ihn so sieht und in den Händen hält, etwas altmodisch und billig. Die Verarbeitung und das Plastikgehäuse sind aber trotzdem in Ordnung und man muss keine Angst haben, dass das Gerät schnell kaputt geht. Auch nicht ganz zeitgemäss ist, dass noch eine Karte im Mini-SIM-Format benötigt wird. Zum Glück lag bei einem Test-Handy auf der Redaktion ein entsprechender Adapter bei.

Nach dem SIM-Karten-Gebastel folgte eine vergleichsweisse sehr einfache und von AVM gewohnt schnelle Einrichtung des Routers. Alle nötigen Informationen dazu findet man unten am Gerät oder in den mitgelieferten Dokumenten. Die Admin-Oberfläche ist optisch sicher nicht der letzte Schrei, dafür überzeugt die Funktionsvielfalt. Ob ich Freigaben oder Filter erstellen, mehr Informationen zum LTE-Netz haben, das WLAN sicherer machen, einen Gastzugang oder eine Zeitschaltung aktivieren oder Daten zum Stromverbrauch oder Protokolle einsehen möchte, all das kann ich hier tun.

Leider sucht man mit Ausnahme eines Gigabit-LAN-Ports vergeblich weitere Anschlüsse und wie bereits erwähnt gibt es kein aktuelles ac-WLAN. Wenn man kabellos auch grössere Datenmengen verschieben möchte, ist das sicher ein Minuspunkt. Zudem kann das WLAN nach n-Standard bei schlechter Verbindungsqualität unter Umständen sogar den Mobilfunkempfang einschränken. Umso besser, dass LTE-A noch nicht unterstützt wird. Sowohl den WLAN- und LTE-Empfang wird AVM aber vermutlich in Kürze mit einem neuen Modell verbessern.

Huawei LTE CPE E5186S-22a

Er ist nicht ganz so kompakt wie die anderen beiden LTE- Router auf unserem Prüfstand. Dafür bietet Huawei mit dem LTE CPE E5186s-22a eine grosse Anschlussvielfalt. (Quelle: Huawei)
Der LTE CPE E5186s-22a von Huawei ist ein ganzes Stück grösser als die beiden anderen LTE-Router, kommt aber immer noch recht schlank und kompakt daher. Auf den ersten Blick könnte man ihn für einen «normalen» Router halten, nicht zuletzt dank seiner Ausstattung. So bietet das Gerät beispielsweise nicht nur einen, sondern gleich vier Gigabit-LAN-Ports. Zudem findet man auch zwei Telefon- und eine normale USB-2.0-Buchse.

Zur Verteidigung der beiden anderen Hersteller: Auch sie bieten LTE-Router mit mehr Anschlüssen. Da wäre zum Beispiel die Fritz!Box 6840 LTE mit ebenso vielen LAN-Ports und einem Telefon- sowie USB-Anschluss. Allerdings bietet dieses Modell nicht so viel LTE- und WLAN-Speed wie das von uns getestete. Das selbe gilt für den Zyxel LTE3301. Man muss hier also einen Kompromiss eingehen: Mehr Tempo oder grössere Ausstattung. Soll es bei Huawei eine Nummer kleiner sein, so bietet der Hersteller seine mobilen LTE-Router wie beispielsweise den Huawei Mobile WiFi E5786 an, der bis zu 300 Mbit/s im LTE-Netz und ac-WLAN bietet, dafür aber überhaupt keine anderen Ports, abgesehen von einem Micro-USB-Anschluss.
Neben dem Router gehören bei Huawei wie bei den anderen Herstellern ein externes Netzteil und ein kurzes LAN-Kabel zum Lieferumfang. Nicht mit dabei ist auch hier ein SIM-Karten-Adapter. In den seitlich angebrachten Slot passen Micro-SIM-Karten. Die Verarbeitung weiss insgesamt zu überzeugen. Der LTE-Router von Huawei wirkt sehr stabil und kommt in seinem matten Grau-Weiss-Design auch hübsch daher. Zu erwähnen ist ausserdem, dass es wie bei AVM eine Anzeige der Signalstärke direkt am Router gibt.

Das Einrichten ist ebenfalls sehr einfach. Alle nötigen Infos findet man in einem beilegenden Quick-Start-Guide beziehungsweise auf der Rückseite auf einer Abdeckung, unter der sich die Anschlüsse für externe Antennen befinden. Löblich auch, dass man das nicht gerade sehr einfallsreiche Admin-Passwort gleich nach dem ersten Login für immer ändern kann. Optisch kommt auch die Admin-Oberfläche von Huawei nicht sehr modern daher. Deutlich schwerer ins Gewicht fällt aber, dass es im Vergleich zu AVM viel weniger Informationen und Funktionen gibt. Dank der Anschlussvielfalt bietet man aber Funktionen, das man bei der Konkurrenz vergeblich sucht: Man kann mit einem Computer auch auf an ein an den Router angeschlossenes USB-Speichergerät oder sogar einen USB-Drucker zugreifen.

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Welche Farbe hatte Rotkäppchens Kappe?
Antwort
Name
E-Mail
SPONSOREN & PARTNER