Test Center – Intel Compute Stick

Intels PC auf dem Stick im Praxistest

Intels PC auf dem Stick im Praxistest

Artikel erschienen in IT Magazine 2015/07

Für Büro-Arbeit ausreichend


Was im Zusammenhang mit Intels Compute Stick aber vor allem interessiert, ist die Performance. Dazu haben wir zuallererst den in Windows integrierten Leistungsindex laufen lassen. Das Tool ist zwar seit Windows 8.1 nicht mehr in Microsofts Betriebssystem enthalten, die Funktionalität im Hintergrund aber nach wie vor vorhanden, und mit einem Zusatztool wie «Win Experience Index» kann die Systembenotung weiter abgerufen werden. In diesem Index bekommt der Compute Stick die Note 3,9 (auf einer Skala von 1,0 bis 9,9). Das ist nicht berauschend, aber auch gar nicht mal so schlecht. Zum Vergleich: Die zirka 18 Monate alten Redaktion-PCs, die beim Kauf State of the Art waren (Core i7 mit 3,2 GHz, 24 GB RAM, SSD), kommen auf die Note 6,9.
Doch was bedeutet der Wert 3,9 von Intels Compute Stick in der Praxis? Auf den Punkt gebracht: Dass man herkömmliche Büro-Arbeiten weitgehend problemlos erledigen kann. Windows 8.1 bootet ähnlich schnell wie auf dem «grossen» Bürorechner, und die Office-Programme starten rasch (genug) und laufen flüssig. Excel beispielsweise ist nach zirka 3 Sekunden bereit, unser Referenz-Redaktionsrechner braucht zum Excel-Start etwa halb so lange. Ähnlich die Situation auch bei aufwendigeren Programmen wie etwa Photoshop, wo der Stick ebenfalls rund doppelt so lange wie der Redaktions-Desktop braucht (ca. 10 anstatt 4,5 Sekunden). Übrigens: Platz, um ein paar Applikationen zu installieren, hat es auch ohne Erweiterungskarte. Nach der Installation von Windows und dem gesamten Office-Paket waren auf der 32-GB-SSD des Sticks immer noch 13 GB frei.
Performance-technisch etwas anders sieht die Situation beim Abspielen von Bewegtbildern in Firefox aus. Ein guter Indikator für die PC-Leistung ist das Abspielen von Film-Trailern, die als Quicktime-Filme auf Apple.com zu finden sind. Quicktime ist nach wie vor ein Ressourcenfresser, entsprechend bringen solche Filmchen auch bei mässiger Auflösung einen schwachbrüstigen Rechner rasch an seine Grenzen – so auch den Intel Compute Stick. Da ruckelts rasch schon merklich. Komplett in die Knie zwingt man die Performance, wenn man versucht, 4K-Content von Youtube abzuspielen. Während auch solche hochauflösenden Filme auf dem Büro-Desktop noch flüssig laufen, verkommt derselbe Film auf dem Stick zur Diashow. Selbst bei Full-HD-Auflösung über Youtube ruckelt’s noch merklich, aber zumindest schon erträglich. 720p-Filmchen spielt der Stick dann problemlos ab.
Keine Mühe hat der Stick-Computer derweil mit dem Abspielen von hochauflösendem Content, der lokal gespeichert ist. Auch 4K-Videos laufen so absolut ruckelfrei – was sicher gut zu wissen ist, will man den Stick beispielsweise an einen Beamer hängen, um so Videos abzuspielen. Ebenfalls problemlos und frei von Ruckeln funktionierte das Abspielen von Full-HD-Videos (1080p) im MKV-Format ab einem Medienserver über WLAN über den auf dem Compute Stick installierten VLC-Player. Aber: Die CPU-Auslastung geht während des Abspielens eines solchen Films auf 100 Prozent hoch, und der Arbeitsspeicher ist ebenfalls zu 75 Prozent ausgelastet. Das führt dazu, dass der integrierte Lüfter rasch ziemlich intensiv und entsprechend lautstark seine Arbeit verrichtet. Wir haben über 50 Dezibel gemessen. Beim Filmeschauen ist das nicht weiter störend, der Filmsound überdeckt den Lüfter meist. Bei anderen Szenarien kann das aber schon auf die Ohren gehen.

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Aus welcher Stadt stammten die Bremer Stadtmusikanten?
Antwort
Name
E-Mail
SPONSOREN & PARTNER