Benchmarking von ICT Services

Benchmarking von ICT Services

Artikel erschienen in IT Magazine 2013/06

Neue Abrechnungsmodelle


Ein weiteres wichtiges Feld des Commercial Alignment sind moderne Abrechnungs- und Delivery-Modelle, die stärker auf die individuellen Anforderungen des Kunden eingehen. Beispielsweise können technische Bezugsgrössen (Preis pro MIPS, pro GB etc.) durch branchenspezifische Business-Bezugsgrössen abgelöst werden. Dabei werden alle Leistungen, die den Verbrauch der IT beeinflussen, auf Geschäftsgrössen normiert, so etwa der Preis pro Versicherungspolice, pro Ticket, pro Tonne, pro Kontobewegung, etc. Entsprechende Modelle haben heute erst weniger als 10 Prozent der Unternehmen eingeführt. Und selbst die haben meist noch eine „Schattenbuchhaltung“ mit technischen Verrechnungsgrössen.
Der Grund: Es gibt viele zugrunde gelegte Annahmen, die sich ändern können, wie Volumenkorridore, der Verkauf oder Zukauf von Betriebsteilen etc. Stärker im Fokus steht derzeit ein Utility based Pricing, also eine tatsächlich verbrauchsbezogene Vergütung („Pay what you get“), die z.B. im Cloud-Computing obligatorisch ist.

Rahmenkonstrukt


Beim Commercial Alignment werden nicht nur zwischenzeitliche Abweichungen gegenüber dem Outsourcing-Vertrag geprüft, sondern auch das Rahmenkonstrukt selbst. Neben den Leistungsscheinen werden Struktur, Design und Inhalt einer Revision unterzogen. Entspricht das Vertragswerk marktüblichen Standards? Sind die angenommenen Mengen – im Marktvergleich – realistisch, sind die Anforderungen des Business wirklich notwendig?
Auch hier entwickelt der Benchmarker auf Grundlage von Leading Practices marktgängige KPI, beispielsweise: Wie viele Mitarbeiter teilen sich in einer bestimmten Branche üblicherweise einen Drucker? Das sind etwa in einer Bank mehr als im Versicherungsgewerbe. Benötigt jeder Mitarbeiter einen eigenen Arbeitsplatz, oder ist Desk-Sharing sinnvoll? Welche Service-Zeiten, Qualitäten, Mengen etc. sind in der Branche üblich?
Ein weiterer wichtiger Prüfgegenstand sind die Rahmenkosten. Dazu gehören beim Outsourcing insbesondere die Transitionskosten. Der Dienstleister legt sie oft auf die Laufzeit des Vertrags um, so dass die genaue Höhe für den Kunden nicht transparent ist.
Ähnlich verhält es sich mit den Kosten für das vertraglich vereinbarte Monitoring und Reporting, die oft nicht direkt abgerechnet, sondern allgemein verrechnet werden.
In all diesen Fällen muss der Benchmarker die Situation prüfen und konkrete Regelungen vorschlagen. Weitere Untersuchungsgegenstände im Rahmenwerk sind u.a. Bonus-Malus-Regelungen, Zahlungsbedingungen, Preisanpassungen, Benchmarkklauseln sowie die Frage, wie mit den Ergebnissen des Benchmarks umgegangen wird.

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Aus welcher Stadt stammten die Bremer Stadtmusikanten?
Antwort
Name
E-Mail
SPONSOREN & PARTNER