Kreativität im Paket und in der Cloud

Kreativität im Paket und in der Cloud

Artikel erschienen in IT Magazine 2012/06

Dreamweaver und Flash

Auch bei Flash liegt das Hauptaugenmerk auf dem Erstellen von Inhalten für verschiedene Plattformen wie Desktop-Computer, Smartphones, Tablets und internetfähige TV-Geräte. Flash CS6 unterstützt dazu die AIR 3.2 Runtime. Die neue Version hält überdies einen Sprite-Sheet-Generator bereit, der aus den Frames einer Animation automatisch eine Sprite-Grafik mit passendem Datenfile für verschiedene wählbare Datenformate von JSON bis easeljs erstellt. Dies dürfte vor allem Game-Entwickler freuen. Die Entwicklung für Mobilgeräte erleichtert Flash CS6 mit einem AIR-Mobile-Simulator und Support für Touch-basierte Ereignisse.
Dreamweaver entwickelt sich auch in der neuesten Generation immer mehr zum Webdesign-Tool, das auch die Anhänger von Standard-basiertem Design erfreut. Eines der wichtigsten neuen Features sind die Fluid Grid Layouts: Wählt man beim Anlegen eines neuen Dokuments diese Option, generiert Dreamweaver ein CSS3-basiertes Spaltenlayout, das sich flexibel verschiedenen Bildschirmgrössen anpasst. Das Prinzip basiert auf der Idee des Adaptive Design, das in der Webdesign-Szene derzeit sehr aktuell ist. Die Inhalte kommen dann mit Fluid-Grid-Layout-DIVs auf die Seite, die man aus dem Insert-Panel aufruft. Dreamweaver generiert zu jedem solchen DIV automatisch CSS-Code im zugehörigen CSS-File. Verschachtelte Layout-DIVs werden derzeit allerdings nicht unterstützt.
Eine weitere interessante Neuerung ist das CSS Transition Panel. Damit kann man ohne Codieren CSS3-Animationen zusammenstellen, indem man den passenden Eigenschaften der zu animierenden Elemente die gewünschten CSS3-Transitions zuordnet. Trivial wird das aber auch mit Dreamweaver CS6 nicht – man benötigt dabei gute Kenntnisse der Funktionsweise von CSS-Transitionen; Dreamweaver erleichtert bloss die Zusammenstellung der CSS-Statements.

Adobe Creative Cloud

Eines vorweg: Dass Adobe mit der Creative Cloud die CS6-Anwendungen neu mit einem Miet-Preismodell anbietet, heisst keineswegs, dass die im Fachhandel erhältlichen Pakete verschwinden. Die Creative Cloud ist vielmehr eine Alternative zum Kauf der Master Collection. Es handelt sich auch nicht um ein SaaS-Angebot: Die Apps werden wie gehabt lokal auf dem Computer installiert. Danach wird regelmässig überprüft, ob die Lizenz noch gilt. Das funktioniert noch nicht völlig reibungslos – wir wurden trotz gültigem Abo des öfteren gemahnt, die Trial-Periode sei jetzt vorbei und mussten dann per Klick «die Software lizenzieren», was aber jeweils anstandslos und ohne neue Bezahlung über die Bühne ging. Nicht tragisch, aber lästig — hier muss Adobe noch nacharbeiten.
Was jedoch voll und ganz überzeugt, ist der Funktionsumfang der Creative Cloud. Für rund 70 Franken pro Monat kann man alle CS6-Programme inklusive Premiere Pro und After Effects nutzen. Dazu kommen weitere Apps wie die Edge Preview und Muse, die in den Paketen gar nicht enthalten sind. Für die Zukunft verspricht Adobe sämtliche Updates während der Aboperiode sowie weitere Anwendungen, insbesondere Lightroom.
Neben der Software selbst sind diverse Online-Dienste inbegriffen, darunter Webhosting mit Business Catalyst (5 Websites der «Web Basics»-Stufe inklusive, die mit Dreamweaver oder Muse bewirtschaftet werden), der Webfont-Dienst Typekit (alle Fonts, 500'000 Pageviews pro Monat) und ein Filesharing-Dienst mit 20 GB Speicher, über den auch Dateien von den Touch Apps importiert werden können. An der Oberfläche und der Integration in die Desktop-Welt gibt es hier noch einiges zu tun – der Dienst funktioniert, aber die Bedienung ist etwas umständlich.
Noch nicht verfügbar, aber versprochen, sind weitere Services wie ein Dienst zur Kommunikation zwischen Gestalter und Kunden.
Insgesamt begeistert die Creative Cloud, auch wenn einzelne Aspekte noch entwicklungsfähig sind. Die einzige Unsicherheit: Der Preis ist nur fürs erste Jahr garantiert – danach kann Adobe die Gebühr anpassen. (ubi)
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