Nachhaltiger Informatikunterricht

Nachhaltiger Informatikunterricht

Artikel erschienen in IT Magazine 2012/03
Ein Problem der Informationsverarbeitung zu lösen, bedeutet im Allgemeinen, aus gegebenen Daten das gewünschte Wissen (Information) zu gewinnen. Man muss wissen, dass man die Berechnung der Lösungen solcher Aufgabenstellungen nicht immer automatisieren kann. Denn es gibt Aufgaben, für deren Lösung kein Algorithmus existieren kann. Zweitens gibt es quantitative Naturgesetze der Informationsverarbeitung, die besagen, wie viel Rechenarbeit unvermeidbar ist, um konkrete Problemstellungen zu bewältigen. Nicht selten ist es mehr, als unser Universum physikalisch leisten kann. Dann geht es darum zu erforschen, wie viel von der gewünschten Information man mit vernünftigem Aufwand berechnen kann. Methoden zur Suche nach effizienten Lösungen zu unterrichten ist wichtiger geworden als die Vermittlung grösserer Teile des aktuellen Mathematikunterrichts.

Bergkantone als Vorreiter

Die meisten Kantone in der Schweiz und auch der künftige Lehrplan 21 legen das Schwergewicht noch immer auf den höchst unbefriedigenden Computerführerschein, der keinen nachhaltigen Wissenstransfer, keine Tiefe und keine nennenswerten Beiträge zur allgemeinen Bildung leistet. Es stellt sich nun die Frage, wie viele Bildungspolitikerinnen und -politiker in der Schweiz diese Fehlentwicklung in der Informatikausbildung weiterhin stolz als einen Beitrag zur Bildung verkaufen wollen und ob sie wie bisher im künftigen Lehrplan 21 weiterhin auf diesem „Mist“ aufbauen wollen, wie es Gove nennt.
Der grösste Gegensatz ist im Kanton Zürich zu beobachten. Einerseits will die Stadt ein zweites Silicon Valley werden, andererseits verweigert die kantonale Bildungsdirektion die Verankerung elementarer Informatikgrundlagen in den Lehrplänen und schwärmt von Konzepten, die immer mehr Länder als Irrtum der Geschichte bezeichnen. Vorreiter sind jetzt die Bergkantone Graubünden (z.B. Domat/Ems) und Uri (z.B. Attinghausen), die sich auf Versuche mit Programmierunterricht in Primarschulen einlassen. In Bern (z.B. Kehrsatz), Aargau, Luzern und Schaffhausen gibt es auch schon erste Schulen, die Bereitschaft zeigen, neue Wege im Informatikunterricht zu gehen.

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