Berufslehre oder Gymnasium? Eine unnötige Polarisierung!

Berufslehre oder Gymnasium? Eine unnötige Polarisierung!

Artikel erschienen in IT Magazine 2011/12

Hohe Durchlässigkeit unter den Bildungswegen

Besonders erwähnenswert ist auch die Durchlässigkeit der unterschiedlichen Bildungswege. Sie ermöglicht jederzeit eine Veränderung eines eingeschlagenen Weges. So können Maturand/- innen nach einem einjährigen Praktikum eine Fachhochschule besuchen. Oder nach der Lehre mit Berufsmaturität und einer einjährigen «Passerelle» ein ETH- oder Universitätsstudium aufnehmen. Nach der Berufsprüfung kann man unter Anrechnung von Vorkenntnissen an die Fachhochschule. Und Absolventen einer Fachhochschule können als Bachelor an eine Uni oder ETH gehen und dort das Masterstudium aufnehmen. Heute sind fast alle Übergänge möglich, die man sich nur vorstellen kann.

Die Zukunft ist schon berücksichtigt

In den letzten zehn Jahren wurde unser Berufsbildungssystem stark verändert. Die Technikerschulen wurden zur höheren Fachschulen, ein weiterer Pfeiler der höheren Berufsbildung, eine Vollzeitvariante neben der dualen Möglichkeit der Ausbildung zur Berufsprüfung und der höheren Fachprüfung. Das Technikum wurde zur Fachhochschule, zählt zu den Hochschulen und versteht sich als Fortsetzung der beruflichen Grundbildung. Aufgrund des neuen Berufsbildungsgesetzes wurden auch nach und nach mehr als die Hälfte aller Berufe reformiert.

Die Berufsverbände sind für die Inhalte der Berufsbildung zuständig, sie sorgen für die laufende Aktualisierung der Ausbildung. Und das macht diese so stark – man lernt genau das, was der Markt für seine absehbare Zukunft braucht. An Berufsweltmeisterschaften sind die Schweizer gefürchtet – sie positionieren sich immer unter den ersten drei Nationen, sehr häufig nehmen sie den Nationenpreis entgegen. Was die Schweiz aber definitiv unterscheidet: Das Gros der Länder trainiert einen Teilnehmer auf das nötige Niveau, die Schweiz hat Tausende auf diesem Niveau. Und das trägt wesentlich zum Ruf der Schweizer Qualität im Ausland bei. Das Bildungssystem ist aber auch für die tiefe Arbeitslosigkeit verantwortlich. Kein Wunder, dass sich aktuell wieder jede Menge Länder im Bundesamt für Berufsbildung nach unserem System erkundigen. Da das Bildungssystem in den letzten Jahren völlig überarbeitet wurde, tun Eltern also gut daran, nicht zu viel aus der eigenen früheren Erfahrung als für heute gültig anzusehen. Sie können aber alle Details über www.berufsberatung.ch abfragen, selbst die Reglemente der Grund- und Weiterbildung sind über diesen Weg auffindbar.
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Montag, 5. Dezember 2011 Van Houten
Eine weitere Möglichkeit im Bereich der höheren Berufsbildung ist die Höhere Fachschule für Wirtschaftsinformatik (HFWI). Die Ausbidung dauert 3 Jahre und kann berufsbegleitend neben einer 100% Berufstätigkeit ausgeübt werden. Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung kann der Titel Dipl. Wirtschaftsinformatiker HF getragen werden. Voraussetzung sind eine abgeschlossene Lehre und 2-3 Jahre Berufserfahrung im IT-Bereich. Dank fundierten Kenntnissen in Wirtschaft, Informatik und Management können Führungsaufgaben an den Nahtstellen zwischen Betriebswirtschaft, Management und Informatik übernommen werden.

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