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Schatten-IT zieht Cyberkriminalität an
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Schatten-IT zieht Cyberkriminalität an

Die Nutzung von offiziell nicht genehmigten IT-Diensten durch Mitarbeitende von Firmen und Organisationen kann Cyberangriffe begünstigen. Eine Studie weist eine Korrelation zwischen Schatten-IT und Cybercrime nach.
13. Oktober 2026



Eine neue Studie von Risikomonitor, entstanden in Zusammenarbeit mit dem Cybersecurity-Event Swiss Cyber Storm (findet dieses Jahr am 20. Oktober im Kursaal Bern mit dem Fokusthema Shadow IT statt) weist eine eindeutige Korrelation zwischen Schatten-IT und Cybercrime nach. Schatten-IT, englisch Shadow IT, bezeichnet alle Dienste und Systeme, die Mitarbeitende ohne Kenntnis der IT-Abteilung, und ohne dass sie vom Unternehmen freigegeben wurden, nutzen. Dabei kann es sich um eine private Dropbox oder nur schon um das Austesten eines Online-Tools unter Angabe der Firmenadresse handeln, ganz Schweigen von der Anmeldung bei Dating-Portalen oder Game-Sites mit der dienstlichen E-Mail-Adresse. Solche Konten kann die Firma nicht überwachen, und oft wird dafür ein Passwort genutzt, das auch für offizielle Firmensysteme oder anderen Diensten zum Einsatz kommt. Die von der Firma erhaltene E-Mail-Adresse und oft auch das entsprechende Passwort landen dann nach einem Breach in Datensammlungen, die unter Cyberkriminellen gehandelt werden.


Für die Studie "Schatten-IT Schweiz 2026" wurden 2'505'168 .ch-Domains ausgewertet, die Ergebnisse wurden dann erstmals nach Kanton Branche und öffentlicher Hand gegliedert aufgeschlüsselt. Rund 237'000 Domains weisen ein Datenleck auf, was 11,6 Prozent aller Domains entspricht. Betroffen sind 4'253'000 Accounts bei 4483 Quellen, ein Teil davon private Adressen bei E-Mail-Diensten. Bei 28'557 der betroffenen Domains sind Dating- und Erotikdienste im Spiel, bei 67'633 soziale Netzwerke und bei 10'687 Gaming-Dienste.
Bei den betroffenen Branchen liegen Beauty- und Wellness-Firmen mit einem Index von 81,8 an der Spitze. Insgesamt liegen alle Branchen zwischen 76,0 und beim Höchstwert 81,8 und damit recht eng beieinander – es handelt sich demnach um ein generelles und angesichts der Höhe der Werte bedeutendes Problem. Im Rahmen der Studie wurden zudem 1049 Websites von Gemeinden, Kantonen, Schulen, Spitälern und Werken erkannt. Bei diesen Organisationen der öffentlichen Hand lag der Index im Durchschnitt bei 71,4 und damit niedriger als bei den übrigen Websites mit Impressum (78,2).


Auf die Kantone und Regionen der Schweiz bezogen, liegt der ermittelte Schatten-IT-Index generell zwischen 76,2 und 82,3 von 100. Tendenziell liegt die Westschweiz vorn, mit Werten zwischen 81,1 bis 82,3 von 100. Der Schatten-IT-Index wurde dafür in den zwei Dimensionen dezentrale Cloud-Nutzung (ermittelt aus DNS-Einrägen) und unkontrollierte Account-Steuerung (aus Breach- und Infostealer-Daten) gemesssen. Der Index deckt Datenlecks (Gewichtung 35 %), Angriffsfläche (20 %), Infostealer-Funde (15 %), den Webauftritt (15 %) und die Mail-Absicherung (15 %) ab. Für die Erhebung wurden ausschliesslich öffentlich zugängliche Quellen verwendet. (ubi)


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