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Kolumne: IT-Personal­strategien entwickeln sich weiter

Christopher Grosse-Beilage schreibt in seiner Kolumne über die IT-Personalplanung von Schweizer Unternehmen und die Kombination verschiedener Beschäftigungsmodelle.

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2026/10



Im zweiten Quartal 2026 ist die Schweizer Wirtschaft gegenüber dem Vorquartal um 1,5 Prozent gewachsen und verzeichnete damit das stärkste BIP-Wachstum seit dem dritten Quartal 2021. Vor diesem Hintergrund zeigen Daten von Robert Half, dass Schweizer Unternehmen weiter in ihre IT-Belegschaften investieren: 38 Prozent planen, ihre Festanstellungen im IT-Bereich in der zweiten Jahreshälfte 2026 auszubauen, 37 Prozent wollen den Einsatz projektbasierter Fachkräfte erhöhen. Gleichzeitig plant mehr als ein Viertel der Unternehmen (27 Prozent) verstärkt auf temporäre Fachkräfte zu setzen.

Die Ergebnisse zeigen, dass Schweizer Unternehmen ihre Personalstrategien weiterentwickeln und Festanstellungen mit projektbasierter Expertise kombinieren. Sie bauen ihre internen IT-Teams aus, um Kompetenzen langfristig zu halten, und greifen für Aufgaben auf projektbasierte Fachkräfte zurück, wenn besondere Fachkenntnisse oder zusätzliche Kapazitäten für einen begrenzten Zeitraum benötigt werden.


Unternehmen erkennen zunehmend, dass nicht jede spezialisierte Kompetenz dauerhaft intern vorhanden sein muss. Für zeitlich begrenzte Aufgaben, etwa die Einführung neuer ERP-Systeme, können projektbasierte Fachkräfte eingesetzt werden, wenn intern Know-how fehlt oder zusätzliche Kapazitäten benötigt werden.
Diese Entwicklung wird auch durch neue Kompetenzanforderungen und den Einfluss neuer Technologien auf Berufsbilder vorangetrieben. Künstliche Intelligenz ist ein Beispiel für diesen Wandel. 35 Prozent der Mitarbeitenden geben an, dass sie inzwischen neue technische oder KI-bezogene Fähigkeiten benötigen. 36 Prozent sagen, dass sie mehr Zeit für die Überwachung und Validierung KI-generierter Ergebnisse aufwenden. 29 Prozent berichten, dass ihre Rolle seit der Einführung von KI strategischer geworden ist, während 43 Prozent dank KI bereits weniger Zeit mit Routineaufgaben verbringen.

Diese Entwicklung ist ein weiterer Hinweis darauf, dass KI menschliche Arbeit nicht einfach ersetzt, sondern Tätigkeiten und Rollen verändert. Künftig dürften Fachkräfte mehr Zeit darauf verwenden, neue Technologien zu überwachen, Ergebnisse zu interpretieren und sie strategisch einzusetzen.


Arbeitgeber reagieren auf den wachsenden Kompetenzbedarf mit zusätzlichen Einstellungen und der Weiterentwicklung ihrer Belegschaften. 50 Prozent der Schweizer Unternehmen planen, in den kommenden zwei bis drei Jahren in die Entwicklung ihrer Mitarbeitenden zu investieren, 43 Prozent wollen diese Investitionen direkt mit Technologieinitiativen verknüpfen.

Da Aus- und Weiterbildung zu einem immer wichtigeren Bestandteil der IT-Strategie werden, kombinieren Unternehmen den Aufbau interner Kompetenzen mit Festanstellungen und der Unterstützung durch projektbasierte Fachkräfte. Gerade in schnelllebigen Technologiebereichen kann der Personalbedarf nicht mehr durch ein einziges Beschäftigungsmodell gedeckt werden. Unternehmen, die verschiedene Talentmodelle verbinden, können flexibler auf neue Anforderungen reagieren, Kompetenzen aufbauen und ihre Wettbewerbsfähigkeit in einem sich rasch verändernden Markt sichern.
Zu den Zahlen
Robert Half hat 250 Hiring Manager in der Schweiz zu ihren Einstellungsabsichten für die zweite Jahreshälfte 2026 befragt. Die Befragung wurde im Mai 2026 von einem unabhängigen Marktforschungsinstitut im Auftrag von Robert Half durchgeführt. Die Angabe zum quartalsweisen Wirtschaftswachstum basiert auf Daten des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO).
Christopher Grosse-Beilage ist mit mehr als zehn Jahre Branchenerfahrung im Personalberatungsbereich tätig und verfügt über ein tiefes Marktverständnis. Der studierte Betriebswirt leitet den IT-Bereich Nord-West-Germany bei Robert Half.


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