Die britische Neobank Revolut stand bereits Ende Juli 2026 im Verdacht, Kundendaten seien im Darknet aufgetaucht, konnte die Behauptung allerdings widerlegen. Nun bestätigt das Unternehmen aber einen neu erfolgten Datenabfluss, bei dem Cyberkriminelle hochsensible Kundendaten erbeuten konnten. Es sollen unter anderem das Geburtsdatum, Post- und E-Mail-Adressen, Telefonnummern sowie – besonders problematisch – Kopien von Pässen oder Führerscheinen abgegriffen worden sein. Zur Beute gehören
laut einem Artikel von Techcrunch auch Selfies, die zur Verifizierung der Identität eingereicht wurden, Kontoauszüge und Transaktionslisten. Mit anderen Worten: Der Datenklau war komplett und macht Identitätsdiebstahl ziemlich einfach.
Gestohlen wurden die Datensätze nicht per Hacking, sondern mithilfe von Phishing über Anfragen an Angestellte von
Revolut, die angeblich von einer Regierungsbehörde stammten. Die Anfragen sollen sogar gültige Authentifizierungsmerkmale enthalten haben, worauf die Revolut-Mitarbeitenden die geforderten Daten gutgläubig Herausgaben. Gegenüber "Techcrunch" räumte ein Revolut-Sprecher ein, es sei eine beschränkte Anzahl Kunden betroffen, die inzwischen direkt kontaktiert wurden: "Revolut hat kürzlich einen ausgeklügelten Betrugsfall durch Identitätsdiebstahl durch Dritte aufgedeckt, bei dem ein unbefugter Dritter eine E-Mail-Adresse unter der Domain einer legitimen Behörde nutzte, um betrügerische Auskunftsanfragen zu stellen." Revolut betont zudem, die für den Scam genutzten E-Mail-Adressen sei inzwischen blockiert und die zuständigen Behörden informiert worden. "Die Systeme von Revolut und die Kundengelder sind nicht betroffen", heisst es seitens der Neobank weiter.
(ubi)