Das deutsche Bundesland Mecklenburg-Vorpommern macht Ernst mit der Abkehr von Microsoft und will sich generell mehr und mehr von der Software der grossen Tech-Konzerne trennen. In einem ersten Schritt wird Microsoft Sharepoint durch die Open-Source-Plattform
Nextcloud ersetzt, die in Deutschland entwickelt wird. Die Plattform ermöglicht das Speichern und Teilen von Dateien, Videokonferenzen und Team-Chats. Wie der mecklenburgische Finanzminister Heiko Geue
gegenüber "Heise" erklärte, geht es bei dem Umstieg einerseits um die digitale Souveränität, auf der anderen Seite aber auch um Kosteneinsparungen.
Der Wechsel von Sharepoint zu Nextcloud ist demnach für 5000 Beschäftigte des Bundeslandes bereits erfolgt – und zwar ohne Datenverlust und ohne grössere Probleme. Mit diesem Erfolg im Hintergrund will man den Umstieg auf über 50'000 Mitarbeitende des öffentlichen Dienstes ausdehnen, von den Beschäftigten in den Gemeinden bis zu den Ministerien. Den Betrieb übernimmt der landeseigene IT-Dienstleister auf eigener Infrastruktur. Ähnliche Wege geht das Bundesland auch in Sachen KI: Es verzichtet völlig auf die Sprachmodelle der grossen Hyperscaler und setzt stattdessen auf europäische Lösungen wie Mistral (Frankreich) oder Tilde (Lettland).
Von der Umstellung weg von Microsoft nicht betroffen sind zumindest aktuell die PCs, auf denen gearbeitet wird. Hier soll weiterhin Windows zum Einsatz kommen, ein Wechsel zu Linux ist in nächster Zeit nicht geplant.
(ubi)