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Smarte Kugel fürs Zuhause
Quelle: SITM

Smarte Kugel fürs Zuhause

Der Google Home Speaker ist klein, unauffällig und kostet rund 100 Franken. Musik spielt er zwar auch ab, im Test überzeugt er aber vor allem dann, wenn er Lampen, Lautsprecher und andere Geräte per Sprache steuern soll.

von Dominic Wipfli

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2026/07



Der Home Speaker ist Googles neues Smart-Home-Gerät für rund 100 Franken. Auf den ersten Blick wirkt er wie ein schlichter Lautsprecher, dahinter steckt aber deutlich mehr: Er nimmt Sprachbefehle entgegen, steuert verbundene Smart-Home-Geräte und beantwortet Fragen via Gemini. Beim Auspacken wirkt das Gerät trotzdem sehr unspektakulär. Keine wuchtige Box und kein Display, sondern eine kleine, stoffbezogene Kugel, die mit knapp 9 Zentimetern Höhe und gut 10 Zentimetern Durchmesser wenig Platz beansprucht.


Nebst dem Speaker liegen ein 30-Watt-Netzteil, ein fest mit dem Gerät verbundenes USB-C-Stromkabel sowie die üblichen Unterlagen in der Box. Einen Akku gibt es nicht. Am unteren Rand sitzt ein LED-Ring, der während Sprachbefehlen und Antworten aktiv ist. Wer nicht möchte, dass das Gerät zuhört, kann das Mikrofon per Schalter deaktivieren.

Schnell eingerichtet

Die Einrichtung erfolgt über die Google-­Home-App und war in unserem Test nach rund zehn Minuten erledigt. Der Ablauf ist unkompliziert: Gerät einstecken, App öffnen, Anweisungen folgen, fertig. Danach beginnt allerdings der Teil, der je nach Haushalt mehr Zeit braucht. Wer bereits smarte Lampen, Steckdosen, Fernseher, Lautsprecher oder andere Geräte nutzt, muss diese Dienste einzeln mit Google Home verbinden und sich bei den jeweiligen Herstellern anmelden.


Kompliziert ist dieser Schritt nicht, bei einem bereits gut ausgebauten Smart Home kann er aber etwas Zeit beanspruchen. Dafür ist die Geräteauswahl breit, entsprechend gut stehen die Chancen, dass vorhandene Hardware eingebunden werden kann. Alternativ lässt sich der Speaker auch mit der Open-Source-­Lösung Home Assistant nutzen. Das verlangt etwas mehr technisches Verständnis oder ein kurzes Tutorial, kann aber den Vorteil haben, dass nicht jeder Herstellerdienst einzeln mit Google verknüpft werden muss.

Als Hub am stärksten

Google positioniert den Home Speaker vor allem als smarteren Assistenten für den Haushalt. Mit Gemini soll er nicht nur einzelne Befehle ausführen, sondern auch freier formulierte Anfragen verstehen, Folgefragen natürlicher beantworten und mehrere Smart-Home-Aktionen in einem Satz verbinden.

Im Betrieb genügt ein "Hey Google", danach nimmt der Speaker Befehle entgegen. Wir haben damit Lampen gesteuert, Lautsprecher angesprochen, die Lautstärke verändert, Musik gestartet und Wetterinformationen abgefragt. Naheliegend sind aber auch Timer in der Küche, Erinnerungen, Einkaufslisten oder einfache Fragen zum Tagesablauf. Sind weitere Geräte eingebunden, lassen sich je nach Ausstattung auch Thermostate, Steckdosen, Kameras oder Türschlösser ansprechen.


Einmal konnte der Google Home Speaker einen anderen Lautsprecher nicht sauber ansteuern, ansonsten funktionierten die Befehle für Licht, Lautsprecher, Lautstärke und Informationen zuverlässig. Auch mehrere Aktionen direkt hintereinander oder kombiniert funktionierten im Test. Statt zuerst das Licht einzuschalten, danach Musik zu starten und anschlies­send die Lautstärke anzupassen, lassen sich solche Befehle in einem Ablauf deligieren.

Erfreulich war zudem, dass wir nicht krampfhaft auf Hochdeutsch wechseln mussten. Der Speaker verstand auch Schweizerdeutsch, was bei einem Gerät, das man im Vorbeigehen anspricht, mehr ausmacht, als man zuerst denkt. Wenn "Hey Google, machs Liecht aa" funktioniert, fühlt sich die Bedienung deutlich natürlicher an.

Kein Ersatz für die Soundbar

Google bewirbt den Home Speaker nicht nur als Smart-Home-Zentrale, sondern auch als Lautsprecher. Mit zwei Speakern und einem Google TV Streamer soll sich das Gerät sogar für Heimkino-Ton nutzen lassen. Mangels zweitem Speaker konnten wir diese Funktion nicht ausgiebig testen. Der einzelne Lautsprecher zeigt aber die klangliche Einordnung: Stimmen sind gut verständlich, Radio, Podcasts und Musik im Hintergrund funktionieren problemlos, für die Grösse ist der Klang ordentlich. Für kräftigen Raumklang oder Filmton mit spürbarem Druck fehlt der kleinen Kugel aber die Kraft. Das fällt weniger ins Gewicht, wenn man den Home Speaker im Alltag vor allem als Steuerzentrale fürs Smart Home nutzt. Für Musik oder TV-Ton ist in einem gut ausgestatteten Smart Home wahrscheinlich ohnehin eine stärkere Audiolösung vorhanden.

Quicktest

Google Home Speaker

Der Google Home Speaker gefällt als kompakte Steuerzentrale fürs Smart Home. Die Einrichtung ist schnell erledigt, Befehle werden zuverlässig umgesetzt, und im Test verstand der Speaker auch Schweizerdeutsch. Der Klang ist für die Grösse ordentlich, bei kräftigem Raum- oder TV-Ton kommt die kleine Kugel aber an ihre Grenzen.


Wertung: 5 von 6 möglichen Sternen


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