Ein grosses Thema an Apples diesjähriger WWDC sind die stark erweiterten KI-Fähigkeiten der vorgestellten 27er-Betriebssysteme, allen voran iOS. Kernelement davon ist Siri AI, das aus dem bisherigen Sprachassistenten Siri einen vollumfänglichen KI-Chatbot mit tiefer Integration ins System macht – soweit vielversprechend. Doch bereits während der Keynote erhielten User aus der EU einen Dämpfer: Siri AI ist auf dem iPhone und dem iPad in der EU bis auf Weiteres nicht verfügbar.
Apple macht dafür die strengen EU-Regelungen verantwortlich – die EU habe es versäumt, mit Apple konstruktive Gespräche zur Gewährleistung der Privatsphäre und Sicherheit auf den Geräten zu führen. Apple selbst habe seine Pläne für Siri AI gegenüber der EU schon vor einem halben Jahr dargelegt. Marketingchef Greg Joswiak dazu: "Im Grunde genommen fordert uns eine Kommission auf, ein sehr riskantes Experiment an vielen, vielen, vielen Millionen Nutzern durchzuführen. Wir wollen diese Funktionen erst dann bereitstellen, wenn wir dies auf sichere Weise tun können."
Jetzt hat die
EU-Kommission auf Apples Darstellung der Sachlage reagiert. Laut einem
Bericht von "Reuters" hat sich Kommissionssprecher Thomas Regnier ziemlich deutlich geäussert: "Die Entscheidung, Siri AI in der EU nicht einzuführen, liegt allein bei Apple". Es gebe im Digital Markets Act nichts, was Apple daran hindern könnte, in der EU neue Produkte einzuführen. "Apple war schlichtweg nicht in der Lage, Interoperabilitätslösungen zu entwickeln, die den grundlegenden Datenschutz- und Sicherheitsstandards der EU entsprechen."
(ubi)