Swiss Made Software: Globales Trendscouting für den Schweizer Bankenplatz

Swiss Made Software: Globales Trendscouting für den Schweizer Bankenplatz

(Quelle: Trenda)
1. Oktober 2022 - Neben dem Tagesgeschäft fällt es hiesigen Banken schwer, die zahlreichen digitalen und globalen Trends zu überwachen. Das Start-up Trenda will das auffangen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2022/10
Vor zehn Jahren tauchten die Fintechs auf und wurden zum Schreckgespenst traditioneller Banken. Die Angst ging um, dass die Newcomer die alten Platzhirsche schnell verdrängen würden. Als Beispiel dienten die überragenden Erfolge von Google, Facebook & Co.

Grösstenteils ist das nicht passiert. Aufatmen konnten die Banken aber nicht, denn statt wenigen grossen Gegnern sehen sie sich mit einem Schwarm kleiner und grosser Fische konfrontiert, die an allen Ecken ihres Businessmodells knabbern. Dazu gehören Fintech-Start-ups, Neobanken, Internetkonzerne, Zahlungsdienstleister, Plattformen, Versicherungen, aber auch andere traditionelle Banken, die über ihre angestammten Grenzen hinaus agieren. Um sich nachhaltig zu behaupten, müssen die Aktivitäten all dieser Fische umfassend und weltweit beobachtet sowie analysiert werden. Doch dies ist eine grosse Herausforderung.

«Wir bieten Banken und Unternehmensberatungen ein ausgelagertes, globales Trendscouting mit klarem Fokus auf die Schweiz und Liechtenstein», so Sascha Gysel, Mitgründer von Trenda. Dies im Gegensatz zu bekannten und global fokussierten Marktgrössen wie Gartner & Co.: «Wenn digitale Payments global um 10 Prozent zunehmen, dann hilft diese Information einem Schweizer Banken-CEO aus strategischer Sicht wenig», meint Gysel. Was Trenda also tut, ist für den Bankenplatz relevante Informationen global zu sammeln, aber dann mit Blick auf die Relevanz im hiesigen Markt gezielt auszuwählen, aufzubereiten und digital zugänglich zu machen.

Plattform statt PDF

Um das in Eigenregie machen zu können, fehlen den hiesigen Instituten häufig die Ressourcen, oder es wird versucht, Trendscouting nebenbei zu machen, erklärt Sascha Gysel: «Geht man so vor, springt man zufällig und opportunistisch auf gerade gehypte Einzelthemen auf».

Dabei weiss Gysel, wovon er spricht, schaut er doch auf eine lange Karriere im Innovationsumfeld und im Trendscouting zurück. 2013 war er als Innovation Strategist am Aufbau des Trendscoutings und der Start-up-Ökosystem-Aktivitäten der UBS beteiligt. 2016 übernahm er bei Swisscom das E.foresight-Trendscouting-Team und leitete es fünf Jahre lang. Ende 2021 machte er sich zusammen mit E.foresights-Co-Leiter Thomas Stüssi auf, um im eigenen Start-up die nächste Phase des Trendscoutings einzuläuten. «Bisher wurden die Trend- und Innovationsinformationen vor allem in statischen Reports und Slides aufbereitet. Wir setzen bei Trenda voll auf den Plattformansatz. Deshalb haben wir von Grund auf eine neue Online-Applikation entwickelt», so Sascha Gysel.

Die Plattform besteht aus fünf Modulen: News, Studien, Daten, Trends und Features. Im News-Modul findet man alle Innovations-relevanten Aktivitäten von Akteuren weltweit, gefiltert nach Relevanz für die Schweiz und Liechtenstein. Im Datenmodul werden aktuelle Datensätze gesammelt und aktuell gehalten – zum Beispiel Assets-under-Management von digitalen Finanzlösungen oder Ratings von Finanz-Apps in App Stores. «Wenn Banken oder Berater einen Case rechnen wollen, müssen sie die Daten meist mühsam stundenlang zusammensuchen. Bei uns geht das auf Knopfdruck». Ähnliches gilt für das Studienmodul. Zusätzlich werden alle Daten und Studien nicht nur gesammelt, sondern auch mit Tags versehen und für die Suche aufbereitet.
 
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