CIO-Interview: «IT ist stark verbunden mit der anfassbaren Technologie»

CIO-Interview: «IT ist stark verbunden mit der anfassbaren Technologie»

30. April 2022 - Als CTO von Selecta ist es die Aufgabe von Roland Ludwig, die Digitalisierung im Unternehmen voranzutreiben. Dabei spielt Data Analytics eine tragende Rolle.
Artikel erschienen in IT Magazine 2022/05
Swiss IT Magazine»: Sie sind seit Ende 2020 bei Selecta als Group CTO tätig und haben in Vergangenheit digitale Transformationsprojekte bei Accenture und Capgemini durchgeführt. War diese Digitalisierungserfahrung einer der Gründe, wieso Sie für den CTO-Posten bei Selecta prädestiniert waren? Welche Bedeutung hat die Digitalisierung bei Selecta?
Roland Ludwig:
Bei Selecta ist es dringend notwendig, Digitalisierung voranzutreiben und damit verbunden auch die Durchdringung von Technologie in Prozessen. Wir haben in verschiedenen Ländern schon einzelne Projekte durchgeführt, etwa bezüglich Telemetrie. Aber es gibt sicherlich viel Nachholbedarf, was Digitalisierung, Technologieunterstützung und Automatisierung von Services und Prozessen angeht. Hier ist sicher auch IoT ein wichtiges Stichwort. Wir sehen die Technologie als Schlüsselfaktor, um unsere Effizienz zu heben, unser Geschäftsmodell weiter zu professionalisieren und auszubauen, aber auch um sicherzustellen, dass wir unsere neuen Produkte und Services besser beim Kunden anbieten können.

Und wieso ist die Notwendigkeit zur Digitalisierung so gross?
Wir haben drei Hauptgeschäftsbereiche. Der erste ist der klassische Selecta-Automat – so genannte Vending Machines –, wie er etwa an Bahnhöfen steht. Hier kann man mit Karten, Bargeld oder App bezahlen. Das zweite grosse Geschäftsfeld ist das klassische Kaffeegeschäft, das Kaffeeautomaten sowie Zubehör umfasst. Der dritte Bereich, den wir stärker pushen wollen, ist das Thema Smart Fridges und Micro Markets. Mitte März haben wir in Belgien unseren Shop-to-Go angekündigt. Dabei handelt es sich um einen Food­corner-Bereich, bei dem man sich als erstes über eine App authentifizieren muss, bevor man dann verschiedene Produkte aus einem «Smart Shelf»-Regal oder Kühlschrank nehmen kann. Diese Produkte werden dem Kunden dann automatisch zugerechnet, ohne dass er sie an einer Kasse scannen oder bezahlen muss. Bald soll dieses Konzept auch übergreifend in die Länder gebracht werden. Alle diese drei Geschäftsbereiche müssen sehr gut mit Technologie unterstützt werden. Dabei ist gerade das Thema Data Analytics sehr wichtig. Welche Produkte verkaufe ich? Wo verkaufe ich sie? Wie performen unsere einzelnen Point-of-Sales? Da sind Daten, Transparenz und Analytics aber auch datengestützte Planungsprozesse sehr wichtig für uns.

Wo liegen denn hier konkret die – besonderen – Herausforderungen für die IT bei Selecta?
Für uns ist massgeblich wichtig, dass wir so viele Daten wie möglich über die Lieferketten haben. Beim Telemetrie-Projekt ging es beispielsweise darum zu wissen, welche Produkte zu welchem Zeitpunkt in welchem Automaten sind. Das kann man nun remote einsehen. Wir sehen, welches Produkt wann ausverkauft ist, sodass wir im Vorfeld schon planen können, wie oft welche Maschine und Route angefahren werden müssen, um sicherzustellen, um am Point-of-Sale immer alle Produkte vorrätig zu haben. In der Schweiz haben wir die Planung und den dynamischen Routenanfahrtsweg in den letzten Monaten optimiert und nutzen das nun als «Blaupause» für die anderen Länder.

Wie sind Sie bei diesem Telemetrie-­Projekt konkret vorgegangen?
Zuerst galt es, die Infrastruktur zu schaffen. Wir brauchten Zugang zu den verschiedenen ERP-Systemen, dann haben wir einen Datalake auf Basis von MS Azure Services aufgebaut, mit dem wir alle Umfeldsysteme verknüpft haben, um quasi alle Daten der verschiedenen Telemetrie-Punkte zentral zu erfassen. Im nächsten Schritt haben wir auf dem Datalake mit Hilfe von IT-Logix, einem externen Dienstleister, ein Data Warehouse gebaut, um das operative Reporting und Controlling aufzusetzen. So können wir sehen, welche Route angefahren werden muss, welche Produkte demnächst nachgefüllt werden müssen und wie unsere Verkaufspunkte performen.

Wieso haben Sie sich für IT-Logix als Partner entschieden?
IT-Logix ist ein langjähriger Partner von Selecta. Zudem haben wir uns für das Telemetrie-Projekt für ein bestimmtes Produkt entschieden und hier ist uns IT-Logix als Implementierungspartner empfohlen worden. Mir gefallen die Art und Weise, wie IT-Logix sich am Markt positioniert, und ebenso die Art der Zusammenarbeit und die Professionalität.

Und dieses Projekt ist jetzt abgeschlossen?
Dieses Projekt haben wir per Ende März abgeschlossen. Wir haben IT-Logix nun aber in Gänze als Implementierungspartner für Analytics ausgewählt, weshalb uns IT-Logix für weitere Analytics-Projekte unterstützen wird.

Welche weiteren Analytics-Projekte stehen denn an?
Wir wollen nun mit IT-Logix verstärkt die Auslastung und die Performance unserer «Assets», sprich Point-of-Sales, auf dem Feld angehen.

 
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