Musik aus dem Handgelenk schütteln

Musik aus dem Handgelenk schütteln

Musik aus dem Handgelenk schütteln

(Quelle: Mictic)
26. März 2022 - Mit Mictic, einem Gadget Made in Switzerland, wird der Tester zum Musikinstrument.
Artikel erschienen in IT Magazine 2022/04
Man kann sich schon vorstellen, dass man sich bei einem Gadget-Test mal etwas zum Affen machen muss. Etwa, wenn man eine wuchtige und noch nicht ganz ausgereifte Augmented-Reality-­Brille in der Öffentlichkeit tragen muss oder ähnliches. Dass wir für einen Test aber einmal tanzen und kopfnickend Luftgitarre spielen müssen – das war so nicht vorgesehen. Aber es ist passiert.

Das Gadget, um das es auf den folgenden Seiten geht, heisst Mictic und soll es ermöglichen, selbst zum Instrument zu werden und mit Bewegungen Musik zu erzeugen. Es besteht aus zwei kleinen Armbändern aus Gummi, die man sich um die Handgelenke schnallt, und einer App, die im Apple App Store zur Verfügung steht. Im Kern ist Mictic damit ein Augmented-Reality-Gadget, aber für einmal nutzt es nicht wie die meisten AR-­Erlebnisse einen visuellen, sondern einen Audio-Output. Mictic ist weitgehendst Made in Switzerland: Es wurde vom gleichnamigen Zürcher Start-up in Zusammenarbeit mit Arendi, einem Spezialisten für Embedded-Lösungen ins Leben gerufen. Auch das Design stammt aus Zürich, die Elektronik wurde in St. Gallen entwickelt und zusammengebaut. Nur die Produktion der Armbänder hat man nach China ausgelagert. Ende 2021 hat Mictic ein Funding über 2,5 Millionen US-Dollar verkündet – ganz vorne mit dabei ist der prominente Musiker Moby.

Das Konzept ist so simpel wie bestechend: Mit je einem Mictic-Armband an jedem Handgelenk wird in der App eine Sound-Experience gestartet. Das kann entweder ein einzelnes, freies Instrument oder eine vorgefertigte Musiklandschaft in einem bestimmten Stil sein. Indem man die Hände verschieden positioniert und bewegt, entstehen Töne, oder der Klang verändert sich. Soweit zum Basiswissen. Let’s Rock.

Lieferumfang & Setup

Musik aus dem Handgelenk schütteln
Die Mictic-Armbänder sind leicht und recht angenehm zu tragen – nur am Verschluss könnte man noch etwas feilen. (Quelle: Mictic)
In der Box finden sich lediglich zwei Armbänder aus Gummi mit der Sensorik drin, daneben gibt es ein USB-A-Lade­kabel, das sich gabelt und damit beide Bänder (die USB-C-Anschlüsse haben) gleichzeitig laden kann – elegant gelöst. Über den ebenfalls enthaltenen QR-Code oder direkt im App Store lässt sich die Mictic App für iOS herunterladen.

Nach dem Starten der App wird man aufgefordert, die Armbänder anzulegen und das Bluetooth-Pairing durchzuführen. Das alles klappt soweit gut, die Handbewegungen werden direkt mit zwei bunten Kreisen in der App angezeigt, was ein direktes Feedback für die erfolgreiche Verbindung gibt. Auffällig ist dabei aber eine kleine und doch deutliche Verzögerung zwischen den eigenen Handbewegungen und den bunten Kreisen auf dem Screen. Auch lassen sich die Armbänder nicht stufenlos festziehen, was das Anziehen manchmal zur Fummelei macht und den Tragekomfort etwas schmälert.

Die Mictic App ist im positiven Sinn einfach gehalten und wartet mit aufgeräumtem UX und übersichtlichem Funktionsumfang auf. Es gibt drei Kategorien, in denen man sich austoben kann: Die Soundscapes bieten vorkonfigurierte Musiklandschaften in unterschiedlichen Stilen wie Hiphop und Rock, die mit den Bewegungen der Mictic-Armbänder manipuliert werden können. Weiter finden sich Instrumente wie ein Cello oder verschiedene Gitarren, die sich recht frei spielen lassen. In der Songs-Kategorie sind derweil vordefinierte Lieder untergebracht, die man nachspielen kann.
 
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