Die Selbstwirksamkeit von Personen und Teams erhöhen

Die Selbstwirksamkeit von Personen und Teams erhöhen

26. Februar 2022 - Neue Herausforderungen beherzt anzugehen, das können wir nicht nur lernen, wir sollten es lernen – nicht nur, um gute und attraktive Mitarbeitende zu bleiben, sondern auch, um unser Leben mit Erfolg zu meistern.
Artikel erschienen in IT Magazine 2022/03
Menschen sind verschieden. Diese Erfahrung sammeln wir täglich – beruflich und privat. So registrieren wir zum Beispiel immer wieder, dass manche Männer und Frauen, wenn sie vor neuen Herausforderungen stehen, sofort denken und oft auch sagen «Das kann ich nicht.» Entsprechend zögerlich gehen sie, wenn überhaupt, die Herausforderung an. Das schmälert auch die Erfolgswahrscheinlichkeit.

Andere Menschen hingegen denken bei derselben Herausforderung vielleicht zunächst auch «Oh Schreck, was kommt da auf mich zu?». Doch dann gewinnt in ihnen die Überzeugung überhand: «Irgendwie schaffe ich das schon. Schliesslich habe ich schon viele Herausforderungen gemeistert.» Entsprechend zuversichtlich gehen sie die Aufgabe an. Und meist gelingt es ihnen auch, diese zu meistern – auch weil sie nach dem ersten Fehlversuch nicht sogleich die Flinte ins Korn werfen.

Auffallend ist: Wie selbstbewusst und zuversichtlich Menschen neue Aufgaben angehen, hat oft wenig mit ihren realen Fähigkeiten zu tun. Immer wieder registriert man zum Beispiel, dass Personen, die eigentlich für das Lösen bestimmter Aufgaben prädestiniert wären, bei deren Anblick der Mut verlässt. Andere hingegen, von denen man denkt, dass sie noch viel lernen müssten, gehen selbstbewusst und beherzt ans Werk. Das zeigt: Wie wir auf Herausforderungen reagieren, hängt weitgehend von unserer subjektiven Gewissheit ab, nach dem Motto «Irgendwie kann ich die Aufgabe schon lösen, auch wenn ich noch nicht weiss, wie».

Auf Erfolg oder Misserfolg programmiert?

Diese positive Grundüberzeugung ist bei den Menschen verschieden stark ausgeprägt. Während manche Frauen und Männer – bildhaft gesprochen – eher auf Erfolg programmiert sind, sind andere auf Misserfolg programmiert. Entsprechend unterschiedlich verarbeiten sie Rückschläge. Eine sehr selbstwirksame Person – also eine Person, die in ihre Kompetenz, auch neue Aufgaben zu lösen, vertraut – denkt nach einem Fehlversuch zum Beispiel: «Dass es nicht klappte lag daran, dass ich hiermit noch wenig Erfahrung hatte. Also lass’ mich einen zweiten Versuch wagen und dabei das durch den Misserfolg erworbene Wissen anwenden.» Sie reflektiert also durchaus ihr Tun. Der Fehlversuch ist für sie aber kein Anlass, grundsätzlich an sich und ihrer Kompetenz zu zweifeln.

Anders reagiert eine weniger selbstwirksame Person. Sie denkt nach einem Fehlversuch zum Beispiel: «Ich habe doch gleich gewusst, dass ich das nicht kann und daran wird sich nichts ändern.» Also startet sie keinen zweiten Versuch. Oder sie startet ihn nur widerwillig – zum Beispiel, weil sie vom Chef dazu verdonnert wurde. Entsprechend gross ist die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Scheiterns. Und dieses Scheitern wirkt sich wiederum negativ auf die Erwartung aus, mit der die Person künftig ähnliche Herausforderungen angeht.
 
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Anti-Spam-Frage Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
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