Bundesrat klärt Umgang mit adaptiven 5G-Antennen

(Quelle: Zarathustra – stock.adobe.com)

Bundesrat klärt Umgang mit adaptiven 5G-Antennen

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19. Dezember 2021 - Für eine erhöhte Rechtssicherheit bei den Bewilligungsbehörden und um den aktuellen Schutz vor Mobilfunkstrahlung zu erhalten, hat der Bundesrat die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung ergänzt.
Es ist allgemein bekannt, dass in der Schweiz Vorbehalte gegen den Ausbau der 5G-Mobilfunknetze bestehen. Einzelne Kantone haben sogar ein 5G-Moratorium beschlossen. Das Pièce-de-Résistance sind dabei die adaptiven 5G-Antennen, die ihre Sendeleistung auf die Empfangsgeräte fokussieren und je nach Bedarf erhöhen oder verringern.

Der Bundesrat hat in der Folge das Bundesamt für Umwelt (Bafu) mit der Ausarbeitung einer Vollzugshilfe für den Umgang mit adaptiven Antennen beauftragt. Dieses Dokument basiert auf Testmessungen, die im Sommer 2020 erfolgten, wurde im Februar 2021 veröffentlicht und soll für die Bewilligungsbehörden Klarheit schaffen, wenn es um die Berechnung der Strahlung adaptiver Antennen geht.

Jetzt hat der Bundesrat entschieden, einzelne Elemente dieser Vollzugshilfe in der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) zu verankern, wie es in der Mitteilung heisst. Mit diesem Schritt sollen die Rechtssicherheit gestärkt und das aktuelle Schutzniveau erhalten werden. So soll bei neuen 5G-Mobilfunkanlagen und beim Ausbau bestehender Standorte künftig im Voraus die Strahlung in der Umgebung berechnet und so geprüft werden, ob die NISV-Grenzwerte nicht überschritten werden. Danach wird die Sendeleistung entsprechend festgelegt.

Auf der anderen Seite liegt die Strahlenbelastung in der Umgebung bei 5G dank Beamforming im Schnitt tiefer als bei früheren Mobilfunkgenerationen. Bei adaptiven Antennen kann deshalb ein Korrekturfaktor auf die bewilligte Sendeleistung aufgerechnet werden, sodass adaptive Antennen nicht strenger beurteilt werden als herkömmliche. Der Korrekturfaktor liegt gemäss der überarbeiteten NISV je nach Anzahl separat ansteuerbarer Antenneneinheiten (Sub-Arrays) zwischen 0,1 und 0,4. Die Verordnung tritt am 1. Januar 2022 in Kraft. (ubi)

Kommentare

Donnerstag, 30. Dezember 2021 Rob Burkart
@ Gerardo C. Danke für den Beitrag, doch leider ist dem nicht so: Es werden gerade mit 5G MEHR Antennen benötigt - jede mit 64 Beams -, da die Durchdringung und Sendedistanz kleiner ist (da sehr kurzwellig). Mit dem sog. Korrekturfaktor und 10-facher Sendeleistung versucht man dies auszugleichen, zu Lasten der Biologie. Ich spreche aus eigener Erfahrung.

Montag, 20. Dezember 2021 Gerardo Cicchetti
5G löst viele Probleme z.B. senkt es die Anzahl der benötigten Mobilfunkantennen bei grösseren Menschenansammlungen wie Konzerte, Stadien und anderen Grossanlässe massiv. Damit reduziert sich auch die Gesamtbestrahlung für alle erheblich. Telefonieren bei schlechtem Empfang (1 Strich) verursacht die gleich hohe Strahlenbelastung wie ein ganzen Jahr telefonieren bei gutem Empfang. Mehr Antennen bzw. eine bessere Abdeckung bedeutet hier also weniger Strahlenbelastung für 99.9% der Bevölkerung. Was will man mehr?!

Montag, 20. Dezember 2021 T. Leifer
Bitte stoppt diese Kommentare der Verschwörungstheoretiker!

Sonntag, 19. Dezember 2021 Reto Capeder
Das Problem der 5G Strahlung ist die stark gebündelte punktuelle Stärke der Strahlung. Dabei kann bei Teilen der Bevölkerung "oxidativer Zellstress" entstehen, was in der Folge zu Krebs führen kann. Der Bundesrat wurde von der BERENIS (Beratende Expertengruppe des Bundesrates) vor dieser Problematik gewarnt, hat diese aber wissentlich ignoriert. Ein Menschenleben ist offenbar nicht nur in China nichts Wert.

Samstag, 18. Dezember 2021 K. Roksi
Nicht die adaptive Abstrahlung, sondern der gesamtheitlich grössere Stromverbrauch, sowie der Umgang mit Mobilfunk, der die Benutzer geradezu dazu auffordert noch mehr am Mobiltelefon zu konsumieren durch die höheren Kapazitäten der neueren Technologie sind ein Problem. Der Wirtschaft mag es passen, dass mehr konsumiert wird, aber mittelfristig sit das eine Einbahnstrasse - ganz besonders in der Energieabhängigen Schweiz. Augen auf, sage ich!

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