Start-up Parcandi: Die Parkplatz-Partnerbörse

Start-up Parcandi: Die Parkplatz-Partnerbörse

6. November 2021 - Leerstehende Parkplätze aus privatem Besitz an Autofahrer zu vermitteln, scheint eigentlich eine naheliegende Idee zu sein. Trotzdem gibt es bis heute keine Plattform in der Schweiz, die einen solchen Dienst im grossen Stil erfolgreich anbietet. Parcandi will das ändern.
Artikel erschienen in IT Magazine 2021/11
Aktuell beschäftigt Parcandi nebst CEO Corsin Sulser (Mitte) sechs Mitarbeitende. (Quelle: Parcandi)
Im Prinzip sind wir eine Partnerbörse für Parkplätze und Autofahrer», erklärt Corsin Sulser, CEO von Parcandi, das Konzept hinter seinem Start-up, das als Spin-off des Versicherungskonzerns Baloise gegründet wurde. Parcandi adressiert die Tatsache, dass es einerseits unzählige optimal gelegene Parkplätze gibt, die über weite Strecken ungenutzt bleiben, da sie sich als Leerstand in privaten Gebäuden befinden, und andererseits täglich eine Vielzahl von Autofahrern, die gut gelegene Parkplätze suchen. Dies gilt laut Sulser umso mehr in der heutigen Zeit, in der die Bevölkerung ein deutlich flexibleres Mobilitätsverhalten an den Tag legt als noch vor einigen Jahren. «Auf unserer Plattform finden nun Angebot und Nachfrage – Immobilienverwalter und Autofahrer – zusammen.»


Aus dem Scheitern von Anderen lernen

Die Idee zu Parcandi ist im Rahmen eines Ideenwettbewerbs rund um das Thema Mobilität entstanden, den Baloise ausgerufen hat. «Ich habe mir dabei überlegt, was mich persönlich am meisten rund ums Thema Mobilität stört – und da stand die Parkplatzsuche respektive das Finden eines Parkplatzes dort, wo ich auch wirklich hinmöchte, weit oben auf der Liste», erinnert sich Corsin Sulser. Und da die Baloise gleichzeitig Immobilieneigentümerin ist, lag die Idee auf der Hand, Parkplatzleerstände von Immobilienbesitzern und -verwaltern an parkplatzsuchende Autofahrer zu vermitteln.

Nun ist das Konzept des Parkplatz-Sharing nicht neu. Vor einigen Jahren versuchte hier in der Schweiz das Start-up Parku im grossen Stil durchzustarten, bevor das Unternehmen Ende 2019 still und heimlich eingestellt wurde. Sulser erinnert sich: «Als ich das Konzept von Parcandi entwickelt hatte, gab es Parku noch, bei der Vorstellung im Rahmen des Wettbewerbs dann schon nicht mehr. Natürlich hat das viele Fragezeichen bei uns aufgeworfen und wir haben uns intensiv mit Parku sowie mit den zahlreichen Anbietern, die sich in diesem Markt tummeln, auseinandergesetzt.» Ohne näher auf das Scheitern von Parku einzugehen, führt Sulser eine Reihe von Punkten ins Feld, in denen sich Parcandi vom Mitbewerb unterscheidet. «Ein ganz zentraler Unterschied ist beispielsweise der, dass wir uns nicht an Privatpersonen richten, die ihren Parkplatz untervermieten wollen, sondern ganz bewusst Eigentümer angehen, die ihre Leerstände verwalten möchten», erklärt Corsin Sulser. Das habe zur Folge, dass man hauptsächlich im Off-Street-Bereich unterwegs sei, was gemäss aktuellem Wissensstand – der Markt sei sehr dynamisch – ein weiteres Alleinstellungsmerkmal sei. «Und wir hören von Immobilienverwaltern immer wieder, dass wir die Ersten sind, die ihre Bedürfnisse verstehen, was sicherlich mit unserem Baloise-Hintergrund zusammenhängt.» Man habe innerhalb der Baloise viele Gespräche geführt, um zu verstehen, wo die Bedürfnisse der Immobilienverwaltungen und der Eigentümer im Hinblick auf leerstehende Parkplätze liegen, um nicht wie andere Plattformen nur vom Endkundenbedürfnis auszugehen.
 
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