Kolumne: Die Wahl der Ausbildung ist entscheidend

Kolumne: Die Wahl der Ausbildung ist entscheidend

2. Oktober 2021 - Fabian Dütschler erklärt, warum er ein Studium im IT-Bereich um einiges sinnvoller hält als ein Studium in Geschichte.
Artikel erschienen in IT Magazine 2021/10
(Quelle: One Agency)
Ich werde immer wieder gefragt, welches Studium oder welche Ausbildung man heutzutage machen sollte. Die meisten Personen beginnen mit einem Studium oder einer Ausbildung in einem Fachgebiet ohne zu wissen, was sie danach konkret machen möchten. Die Berufswahl nach der Ausbildung geschieht nach dem aktuellen Interesse, das man gerade hat. Ist dies die korrekte Entscheidung, wenn es um eine erfolgreiche Karriere geht? Was ich bereits vor über 20 Jahren immer wieder gehört habe, war: Mit diesem Studium kannst du nachher alles machen. Stimmt dies so? Sobald man das Studium abgeschlossen hat, kommt man auf die Welt und wird von der Realität eingeholt. Jeden Job, den man sich wünscht, kriegt man dann halt trotzdem nicht. Eher im Gegenteil, man ist oft gezwungen, das anzunehmen, was sich gerade anbietet.

Meiner Meinung nach macht es viel mehr Sinn, zuerst zu schauen, wohin die Wirtschaft oder die Wissenschaft sich entwickelt und welche Optionen ich in welchem Bereich zum aktuellen Zeitpunkt habe. Eine logische Vorgehensweise ist eine ganz simple: Man schaut auf einer Jobplattform, wie viele freie Stellen es in der Umgebung hat.

Ich kann Personen bis heute nicht verstehen, die zum Beispiel ein Geschichtsstudium absolvieren und erwarten, dass sie danach zahlreiche Jobmöglichkeiten haben werden, und meinen, der Arbeitsmarkt warte sehnlichst auf sie. In diesem und auch anderen Bereichen sind freie Stellen rar gesät, während einem auf der anderen Seite im IT-Bereich die Möglichkeiten hinterhergeworfen werden und man täglich von Headhuntern umschwärmt wird.
Die Schuld, weshalb so viele Personen sich für eine «falsche» Ausbildung entscheiden, tragen zu einem grossen Teil wohl Eltern, Lehrer und selbsternannte Karriereberater. Zudem sind die Ausbildungsstätten, die uns ihre Studienrichtungen verkaufen wollen, sicherlich auch nicht unschuldig. Nach dem Studium geht die Geschichte weiter. In welchem Fachgebiet soll ich mich spezialisieren? Auch hier denken die meisten Personen einfach zu wenig weit. Hier sollte man schauen, in welchem Bereich es die besten und meisten Möglichkeiten gibt und wie die Trends aussehen. Ein Beispiel: Der SAP-Markt ist und war in den letzten zehn Jahren ein lukrativer Karriereweg, jedoch nicht für jeden. Im SAP-­Logistik-Bereich findet man aktuell über 200 verschiedene Jobmöglichkeiten, während es im SAP-IS-H-Bereich schweiz­weit nur 5 offene Stellen gibt und die Karrieremöglichkeiten sehr beschränkt sind. Meiner Meinung nach macht es überhaupt keinen Sinn, sich voll und ganz in einem Bereich zu spezialisieren, in dem es gar keine Möglichkeiten gibt und man letztlich vielmehr in einer Sackgasse landet.

Ich habe mich oft gefragt, wieso so viele Personen diesen strategischen Fehler machen. Auch hier sehe ich zwei Probleme: die korrekte Planung und das korrekte Mindset. Während Personen mit einer überdurchschnittlichen Karriere viel rationaler und strategisch geschickt vorgehen, folgen andere Personen eher ihrem Bauchgefühl. Erstere haben verstanden, dass es nicht nur darum geht, das zu machen, was einem am meisten Spass macht, sondern das, was einen zum Ziel bringt. Wenn man immer nur nach dem Spass geht und nicht fünf Schachzüge im Voraus plant, ist die Chance gross, dass man in der Karriere nicht so weit kommt, wie Personen, die dies korrekt machen.

Nach einem Geschichts- oder Politikstudium kann man vergeblich auf einen Anruf eines Headhunters warten, der einem zahlreiche Jobs im eigenen Bereich offeriert – man sollte also gut überlegen, was man studieren möchte.

 
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