Linux - Die eierlegende Wollmilchsau für KMU

Linux - Die eierlegende Wollmilchsau für KMU

2. Oktober 2021 - Immer mehr Unternehmen setzen auf Linux. Während sich Linux als Open-Source­-Lösung in vielen Grossbetrieben und internationalen Unternehmen etabliert hat, kommt sie bei Kleinst- und Kleinunternehmen noch wenig zum Einsatz. Warum?
Artikel erschienen in IT Magazine 2021/10
Heutzutage sind in jedem Unternehmen Unix-oide Systeme wie Linux, BSD, MacOS X oder Solaris im Einsatz. Diese sind in Form von Firewalls oder Switches, als Hypervisoren und deren Verwaltungsplattformen oder als Thin Client im Einsatz. Auch in zahlreichen anderen komplexen Systemen wird Linux verwendet, etwa in selbstfahrenden Autos, nuklear angetriebenen U-Booten, bei Satelliten und Teleskopen. Linux ist ein 1991 lanciertes, Unix-ähnliches Betriebssystem, welches auf derselben Architektur basiert, aber in der Konzeption als Open Source und somit kostenlos zur Verfügung steht. Die Bedeutung von Linux als Client- und besonders auch als Server-Betriebssystem nimmt von Jahr zu Jahr zu. Mit der Containerisierung von Anwendungen trägt Linux als Betriebssystem bereits heute einen wesentlichen Anteil an den Betrieb von Containern in Unternehmen bei. Auch Hyperscaler, inklusive Azure, setzen mehrheitlich auf Linux als Betriebssystem für Ihre IT-Infrastruktur und Anwendungen. Nicht zu vergessen: Das Gros der leistungsstärksten Supercomputer der Welt nutzt Linux als Betriebssystem.

Architektur und Sicherheit: Linux und Windows im Vergleich

Dass es kein Betriebssystem gibt, welches einen hundertprozentigen Schutz vor Cyber-Attacken bietet, ist ausreichend bekannt. Linux bietet jedoch grundsätzlich eine höhere Sicherheit als Windows. Dies ist einerseits darin begründet, dass das System architektonisch anders konzipiert ist als Windows, anderseits Software (.exe) nicht hürdenfrei ausgeführt werden kann. Unter Windows lässt sich eine Software herunterladen und ohne weitere Konfiguration der Berechtigungen ausführen. In einem Linux-System hingegen muss zuerst auf der heruntergeladenen Datei die «+x»-Ausführungsberechtigung gesetzt werden, bevor die Applikation ausgeführt werden kann. Mit diesem zusätzlichen Sicherheitsschritt wird verhindert, dass eine Schadsoftware aus Versehen ausgeführt werden kann. Zudem ist es bei Windows die Regel, dass, wenn eine Software installiert wird, dabei auf Systemdateien und Registry zugegriffen wird, was wiederum Administratoren-Rechte voraussetzt. Unter Linux jedoch benötigen Applikationen für die Inbetriebnahme meist keine weiteren Aktionen. Somit kann ein User die Applikation nur in seinem eigenen Verzeichnis ablegen und verwenden, ohne Administrator/Root-Rechte zu benötigen, System und User-Dateien von anderen Benutzern werden somit geschützt.

Neben der Architektur und den Mechanismen des Systems spielt auch die Art der Applikationsverwaltung eine sicherheitsrelevante Rolle. Bei Linux werden Applikationen in sogenannten Repositories (Repos), also «geschlossenen» Datendepots für binäre Dateien, den Benutzern zur Verfügung gestellt. Bis eine .exe-Datei über ein offizielles Repo zur Verfügung steht, wird der Code entweder durch ein Unternehmen oder durch die riesige, weltweite Community auf Hintertüren und Schwachstellen geprüft. Zudem haben Unternehmen wie Red Hat sehr strikte Auflagen an Entwickler, die eine Software über ihre offiziellen Repos zur Verfügung stellen möchten. Fazit: Eine Infektion eines Linux-Systems ist nicht unmöglich, jedoch schwieriger und aufwändiger als die Infektion eines Windows-Systems.
 
Seite 1 von 6

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Wieviele Zwerge traf Schneewittchen im Wald?
Antwort
Name
E-Mail
SPONSOREN & PARTNER