Bitte kein Mittelmass

Bitte kein Mittelmass

10. Juli 2021 - Fabian Dütschler über gute und weniger gute Manager.
Artikel erschienen in IT Magazine 2021/07
(Quelle: One Agency)
Ein Thema hat mich in diesem Jahr sehr stark beschäftigt. Meine letzten zehn Jahre haben klar gezeigt, dass der Erfolg eines Teams zutiefst von den Qualitäten des Managers abhängt. Es ist wie im Sport: Komischerweise haben immer die gleichen Coaches Erfolg, während es andere nur manchmal oder gar nicht schaffen, ein Team auf die Erfolgsspur zu bringen.

Es ist immer wieder lustig zu sehen, was Personen unter den Begriffen «Manager» oder «Chef» verstehen. In diesem Jahr teilte mir eine ganz von sich selbst überzeugte Person mit, dass sie sehr gute Management Skills besitze, weil sie den Stundenplan für ein paar Mitarbeitende koordinierte und die Einführung betreute. Ehrlich gesagt kann diese fast nichts dafür, da man heutzutage sehr schnell «Manager» in die Job Description schreibt. Ähnlich sehe ich dies bei vielen Hochschulabsolventen, die ganz selbstbewusst meinen, sie könnten direkt nach dem Studium eine Führungsrolle übernehmen. Diese Verzerrung im Selbstverständnis, das eigene Wissen und Können zu überschätzen, sehe ich bei vielen jungen Menschen. Meiner Meinung nach muss man stark unterscheiden, in welchem Bereich man eine Manager- oder Führungsposition innehat. Es ist ein grosser Unterschied, ob man ein Manager in einem Retail Shop ist oder die Verantwortung in einer Vertriebsorganisation oder einer ganzen IT Business Unit innehat. Dies kann man überhaupt nicht miteinander vergleichen. Der Erstere ist meiner Meinung nach eher ein Koordinator, während die anderen eine viel anspruchsvollere Aufgabe haben.
In meiner Zeit habe ich doch einige Manager gesehen und musste feststellen, dass nur ganz wenige wirklich erfolgreich sind. Es handelt sich dabei immer um Personen, die zutiefst verstanden haben, was es alles dazu braucht, ein Team an die Spitze zu führen.

Während schlechte Manager das Haupt­augenmerk auf eine gute Stimmung innerhalb des Teams setzen, weiss der erfolgreiche Manager, dass die Happiness seines Teams automatisch kommt, sobald sich der Erfolg einstellt. Seine Priorität ist daher die Performance seines Teams. Er sieht sich als Coach und übernimmt die volle Verantwortung für die Ziele jedes einzelnen Teammitglieds. Er setzt einen enorm hohen Standard in Bezug auf Dienstleistung oder Produkt und akzeptiert kein Mittelmass. Zudem ist er tief mit der Mission seines Unternehmens verbunden und lebt diesen hohen Standard täglich vor. Er hat verstanden, dass er sein Team nur erfolgreich machen kann, falls er dies auch sicherstellt – Ausreden kennt er nicht.

Für die Sicherstellung des Erfolges sind drei Faktoren entscheidend: Eine gute und einfache Kommunikation, eine enge Kontrolle und zuletzt eine sofortige Korrektur. Gute Manager haben zudem keine Angst vor Konfrontation, denn sie haben verstanden, dass diese etwas Gutes und zudem notwendig ist. Nur so haben sie die Möglichkeit, Fehler und schlechte Standards aufzudecken und zu korrigieren. Ein guter Manager gibt Mittelmass keine Chance und sichert sich so den Erfolg seines Teams.

Schlechte Manager sehen sich als Chef und dirigieren. Sie leben keinen hohen Standard vor, sondern begnügen sich mit Mittelmässigkeit. Das Wohlbefinden des Teams ist ihnen wichtiger als das Erreichen der Mission und der Ziele. Bei der Information sind sie meistens kompliziert und umständlich und die disziplinierte Kontrolle und Korrektur lassen sie ganz sein. So ist der langfristige Misserfolg im Team vorprogrammiert und anschliessend auch die Unzufriedenheit des Teams. Wer nach Mittelmass strebt, wird auch nur Mittelmass bekommen und niemals die Europameisterschaft gewinnen.
 
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Anti-Spam-Frage Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
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