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Google Nest Hub 2: Smartes Display von Google neu aufgelegt

Google Nest Hub 2: Smartes Display von Google neu aufgelegt

(Quelle: Google)
5. Juni 2021 -
Artikel erschienen in IT Magazine 2021/06
Googles Nest Hub war ein durchaus fähiges Smart-Display, aber als einziges Modell von Google fühlte es sich im Vergleich zu Amazons viel grösserem Alexa-betriebenem Line-up ein wenig unzulänglich an. Die zweite Generation des Nest Hub (99 Franken) verbessert sein Vorgängermodell mit einer Funktion, die man bei keinem anderen intelligenten Display findet: Schlafüberwachung. Dank eines eingebauten Google-­Soli-Bewegungserkennungschips kann der 7-Zoll-Nest Hub Schlaf und Atmung genau verfolgen, wenn er auf einem Nachttisch platziert wird. Während das Gerät derweil immer noch keine Kamera für Videoanrufe hat, bietet es mehrere andere Upgrades, einschliesslich verbessertem Bass, einer Quick-Gestures-Funktion, mit der man Inhalte einfach durch Winken mit der Hand anhalten oder abspielen kann, und einen Chip für maschinelles Lernen, der häufige Sprachbefehle für schnellere Reaktionszeiten speichert. Der Hub ist in den Farben Kreide (hellgrau), Kohle (dunkelgrau), Nebel (mintgrün) oder Sand (bräunlich rosa) ab sofort erhältlich.

Mit einem 7-Zoll-Touchscreen (1024 x 600 Pixel) bietet der neue Google Nest Hub nur ein geringfügig grösseres Display als das des 6,7-Zoll-Screens des grössten iPhone 12 Pro Max, wenn man die Diagonale betrachtet. Darum herum findet sich zudem ein etwas mehr als 1 Zentimeter breiter weisser Rahmen. Das Display ist etwa 2 Zentimeter von der Oberfläche, auf der der Hub platziert wird, angehoben und in einem festen, aber vernünftigen Betrachtungswinkel an seinem mit Treibern gefüllten Sockel befestigt. Das Produkt fühlt sich grundsolide an und nimmt kaum mehr Platz ein als ein kleiner Fotorahmen oder ein gebundenes Buch, das auf dem Buchrücken steht. Der Bildschirm gefällt in Bezug auf Auflösung, Farbe und Klarheit der dargestellten Bilder, besonders wenn man den Preis im Hinterkopf behält.

Auf der Rückseite des Hub-Bildschirms befinden sich ein Schieberegler zum Ausschalten der drei Fernfeldmikrofone am oberen Rand und ein Lautstärkeregler an der rechten Seite, die alle leicht zu finden sind und den Platz auf dem Bildschirm maximieren.

Unter der Stoffhülle des Sockels (die Kunststoffteile des Nest Hub bestehen zu 54 Prozent aus recyceltem Material) sitzt ein Breitbandlautsprecher mit einem 4,3-Zentimeter-Treiber, der 50 Prozent mehr Bass als das Original verspricht.

Einrichtung, Assistant und Anrufe

Die Einrichtung ist ein Kinderspiel mit der Google-Home-App auf dem Smartphone. Zum Testen haben wir Spotify-, Apple-Music- und Deezer-Konten sowie Netflix-, Youtube- und Disney-Plus-­Accounts verknüpft. Sagt man: «Okay Google, spiele Lil Nas X auf Deezer», reagiert das Gerät in Sekundenschnelle. Zudem kann man auch Musik, etwa von einem Smartphone aus, casten, was einwandfrei funktioniert.

Google sieht den Nest Hub eindeutig vor allem als Lifestyle-Hilfe. So soll das Gerät neuerdings wie eingans erwähnt auch den Schlaf optimieren. Wischt man vom oberen Rand des Hub-Bildschirms nach unten, kann man durch eine Vielzahl von Optionen scrollen, darunter Morgen-, Nachmittags- oder Abendroutinen, Wellness, Home Control, Medien (um eine Historie dessen zu sehen, was man gesehen und gehört hat, oder um Top-Nachrichten zu erhalten), Kommunizieren und Entdecken. Aber die Schlagzeile hier ist eindeutig das Sleep Sensing, das in diesem Jahr auf dem Hub kostenlos getestet werden kann, aber ab 2022 kostenpflichtig sein wird. Da der Nest Hub Googles Soli-Sensor für die Bewegungserkennung sowie Licht- und Temperatursensoren enthält, können so nicht nur etwa Tracks gestoppt und fortgesetzt werden, indem man dem Hub einfach die Handfläche zeigt, sondern dank dem Chip kann einem der Hub auch sagen, wie lange man geschlafen hat und wie erholsam der Schlaf war.

Zum Einrichten benötigt man die Apps Google Home, Assistant und Google Fit, die alle mit dem eigenen Google-Konto verknüpft sein müssen. Danach muss der Hub kalibriert werden, indem man ihn so waagerecht wie möglich auf seine Matratze legt und auf seinen Oberkörper ausrichtet. Schliesslich legt man sich aufs Bett und wartet, bis die Einrichtung abgeschlossen ist. Aufgrund des Lichtsensors wird der Bildschirm des Hubs gedimmt (er zeigt nur die Uhrzeit an, wie ein Wecker), sobald man nachts das Licht ausschaltet. Am Morgen erhält man dann unter der Registerkarte Wellness einen Überblick über die Nacht mit drei Kreisen, die Zeit, Qualität und Dauer darstellen. Ausserdem liefert der Hub auch Angaben darüber, wie oft und wie lange man gehustet oder geschnarcht hat, über die Temperatur im Zimmer sowie die Atemfrequenz. Spannend.

Beim Sprachassistenten gibt es zwar eine kleine Verzögerung zwischen unserer Frage und Googles Antwort, aber die Sprache, die oben auf dem Bildschirm erscheint, noch während man spricht, lässt einen wissen, ob der Assistant einen richtig verstanden hat.

Wischt man vom unteren Rand des Hub-Bildschirms nach oben, kann auf Lautstärke, Helligkeit, Alarme und Einstellungen zugegriffen werden. Und wer Google Fotos verwendet, kann seine Bilder auf dem Startbildschirm anzeigen lassen. Als Alternative steht aber auch die grossartige Kunstgalerie-Diashow von Google zur Verfügung.

Ein Punkt, der gegen den Nest Hub spricht, ist die Handhabung von Anrufen – definitiv nicht die stärkste Seite des Hubs. Um tatsächlich Anrufe zu tätigen und zu empfangen, müssen Kontakte auf Duo, Googles kostenloser App für Videogespräche, eingerichtet werden. Zwar kann man auf dem Hub Videoanrufe von Duo-Benutzern empfangen, aber da keine Kamera vorhanden ist, kann der Anrufer einen wie erwähnt nicht sehen.
 
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