Start-up Exeon: KI-gestützte Cyber Security aus der Schweiz

Start-up Exeon: KI-gestützte Cyber Security aus der Schweiz

(Quelle: Exeon)
30. Januar 2021 - Exeon Analytics ist auf die automatische Überwachung von IT-Netzwerken und -Infrastrukturen spezialisiert. Das Kernprodukt Exeon Trace verspricht KI-gestützte Erkennung und Bekämpfung von Cyber-Bedrohungen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2021/01
Das Zürcher Cyber-Security-­Unternehmen Exeon Analytics ist auf die automatische Überwachung von IT-Netzwerken und -Infrastrukturen spezialisiert. Exeon verspricht, Cyber-Angreifer mit Algorithmen zu stoppen, bevor sie kritische Daten stehlen oder sonstige Schäden anrichten können. Cyber-Bedrohungen in den IT-Netzwerken grosser Firmen werden dabei durch Machine Learning und Big-Data-Algorithmen erkannt und gestoppt. «Swiss IT Magazine» hat Gründer und CEO David Gugelmann zu den Ursprüngen, den Herausforderungen, die der Tätigkeitsbereich mit sich bringt, und zur Strategie des Unternehmens befragt.

Von Datenströmen und Algorithmen

Die Grundlage des Start-ups wurde durch die Forschung von David Gugelmann am Zurich Information Security and Privacy Center (ZISC) der ETH Zürich gelegt. «Exeo heisst im Latein weggehen, verlassen», so Gugelmann. «Exeon analysiert genau dies: Datenströme, welche die Firmennetzwerke unserer Kunden verlassen.» Das Konzept lässt sich, so Gugelmann, im Grunde mit einer Alarmanlage vergleichen, einfach für Netzwerke. Geht ein Alarm los, sprich erkennt das System von Exeon ein ungewöhnliches Muster im Datenverkehr eines Unternehmens, wird dies sofort an den Kunden gemeldet. Visualisierungen der Bedrohungen und automatisierte Handlungsvorschläge erlauben den Kunden umgehend, auf einen Angriff zu reagieren.

Im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern verzichtet Exeon dabei auf den Einsatz von Hardware-Sensoren, die den Datenverkehr überwachen. «Unser Ansatz besteht darin, die Daten direkt von der Netzwerkinfrastruktur unserer Kunden (Secure Web Gateway, Firewall/Switches, etc.) zu beziehen, was die Netzwerke unserer Kunden nicht durch unnötige Datenspiegelungen belastet», so Gugelmann. Diese Datenanalyse basiert auf Meta- respektive Log-Daten, um somit die Datenmenge möglichst gering zu halten, die Exeon analysiert.

Exeon Trace, inklusive der KI-Algorithmen, wird dabei standardmässig als virtuelle Appliance zur Verfügung gestellt. «Diese wird entweder beim Kunden vor Ort oder auf einem Cloud-Server aufgesetzt», erklärt der CEO. «Dabei kommen vortrainierte Modelle zum Einsatz, wie auch solche, die nur auf den Daten des Kunden basieren. Der Kunde hat also die Kontrolle über seine Security-Daten.» Und auf Wunsch kann ExeonTrace sogar komplett offline beim Kunden laufen.

Rückblickend war für Gugelmann aber nicht unbedingt die Lösung technischer Herausforderungen massgebend für die bisher erfolgreiche Geschichte des Start-ups: «Schwierig war es eher, mit den Prozessen unserer teilweise doch sehr gros­sen Kunden zurechtzukommen.» Dazu kommt, dass Kunden gerade im Bereich Cyber Security vorsichtig gegenüber neuen Marktteilnehmern seien. Ein Umstand, den Exeon mit dem Gewinn einiger bekannter Namen als Kunden aus dem Weg räumen konnte. So war einer der ersten Kunden bereits eine der Top-5 Schweizer Banken. «Das half uns damals natürlich sehr, da uns durch die Nennung dieses Kunden gegenüber anderen Interessenten quasi der Weg ein Stück weit geebnet wurde.»
 
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