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Start-up Adresta: Der Lebenslauf für Luxusgüter

Start-up Adresta: Der Lebenslauf für Luxusgüter

(Quelle: Adresta)
5. Dezember 2020 - Adresta schreibt die Geschichte von Luxusuhren mit – von der Produktion bis zu den Details rund um Service und Reparaturen oder den Weiterverkauf. Wie genau das funktioniert, erklärt Mitgründer und CEO Mathew Chittazhathu.
Artikel erschienen in IT Magazine 2020/12
Adresta mit Sitz in Zürich ist als Teil des Corporate-Incubator-Programms beim Versicherer Helvetia entstanden. Ziel von Adresta ist es, für mehr Sicherheit und Transparenz im Uhrenmarkt zu sorgen. Dafür werden digitale Zertifikate erstellt und sicher auf einer Web-Applikation gespeichert. Das Start-up schreibt quasi die Geschichte von Uhren mit: Von der Produktion beim Hersteller, über den ersten Verkauf im Fachhandel, bis zu den Details von Service und Reparaturen oder den Weiterverkauf an einen neuen Besitzer. Damit bekommt eine Uhr einen jederzeit überprüfbaren Lebenslauf.

«Die Uhrenindustrie leidet, denn Covid-19 sorgt für massive Umsatzeinbrüche durch ausbleibende Laufkundschaft und Touristen, während die Branche punkto Digitalisierung noch immer in Kinderschuhen steckt», erklärt Mathew Chittazhathu, einer der drei Gründer und CEO des Start-ups. «Und wenn ich mir online Uhren ansehe, tauchen schnell zwei zentrale Fragen auf: Ist diese Uhr echt? Ist dieser Anbieter vertrauenswürdig und der rechtmässige Besitzer?»

Mit einem fälschungssicheren digitalen Zertifikat will Adresta die Probleme für die Teilnehmer in diesem Ökosystem also lösen. Dazu stellt das Start-up eine digitale Beziehung zwischen Besitzer, Fachhändler und Hersteller her. «Das digitale Zertifikat entsteht bereits bei der Uhrenherstellung und geht mit der physischen Uhr vom Verkäufer zum Käufer über», so Chittazhathu. So hat der Uhrenbesitzer seinen digitalen Beleg immer bei sich und sieht seine Uhren-Historie. Hersteller sollen derweil ihre Kunden im Produktlebenszyklus besser begleiten und datenbasierte Entscheidungen im Marketing und Sales treffen können. Und auch erste Partner konnte Adresta bereits gewinnen, wie etwa Helvetia oder Watch Advisor, einen der grössten Content-Produzenten im Uhrenbereich.

Ein glücklicher Zufall

Das junge Zürcher Start-up mit heute zehn­Mitarbeitern wurde im Dezember 2019 von Mathew Chittazhathu, Leonie Flückiger und Nicolas Borgeaud gegründet. Gestalt angenommen hat das Blockchain-basierte Geschäftsmodell so richtig im Kickbox-Programm von Helvetia, das Produkt selbst wurde an der ETH Zürich entwickelt.
Der Name Adresta entstand durch reinen Zufall. «Eigentlich sollte das Projekt Adrastae heissen – abgeleitet vom gleichnamigen Jupitermond, weil Sonne und Mond die ältesten Zeitmesser sind», verrät Mathew Chittazhathu. «Doch bei der Erstellung des Gruppen-Chats auf Whatsapp habe ich den Namen falsch geschrieben und den Chat Adresta genannt. Das hat uns gut gefallen, sodass wir den Namen so belassen haben.»

Die Grundidee entstand aus der Feststellung der Gründer, dass es auf dem Secondhand-Uhrenmarkt ein grosses Misstrauen gibt, das alle Marktteilnehmer betrifft, vom Käufer bis hin zum Hersteller., erklärt Chittazhathu. Die Frage nach der Echtheit einer Uhr wiederholte sich bei zahlreichen Use Cases, sei es beim Kauf, beim Weiterverkauf, beim Service oder im Versicherungsfall. Wer hat schon nach Jahrzehnten noch alle Belege seiner Uhr griffbereit und wie einfach ist es, diese Angaben zu fälschen? «Die Branche kämpft seit Jahrzehnten gegen Fälschungen, vor allem aus dem asiatischen Bereich, die milliardenhohe Schäden verursachen», so der heutige CEO.

Mit diesem Problem im Hinterkopf starteten die Gründer Gespräche mit Herstellern und Fachhändlern und merkten dabei schnell, dass diese nur wenig Daten über ihre Kunden haben. «Ein Hersteller oder Fachhändler verliert in der Regel den Kontakt zum Kunden nach dem Verkauf, sie kennen den Besitzer ihrer Uhr also nicht wirklich. Da ist uns klar geworden, dass wir mit einem digitalen Zertifikat nicht nur ein Problem, sondern auf einen Schlag mehrere Probleme lösen können», erläutert Chittazhathu. So entstand das Konzept und der erste Prototyp wurde entworfen. Und die Idee hat auf Anhieb zu ersten Adresta-Kunden geführt. «Daraufhin haben wir das Produkt mit ETH Juniors entwickelt, das ist quasi die Studentenberatung der ETH Zürich. Leonie Flückiger hat das Projekt seitens ETH geleitet und mit ihrem Team die technische Lösung erarbeitet, heute ist sie unsere CTO», so Chittazhathu weiter. Im Dezember 2019 entschied sich das Team gemeinsam mit Helvetia, dass Adresta zur eigenständigen Firma werden sollte. Nicolas Borgeaud, Leonie Flückiger und Mathew Chittazhathu gingen also gemeinsam zum Notar und gründeten die Firma.
 
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