Effizient zu neuen Fähigkeiten

Effizient zu neuen Fähigkeiten

7. November 2020 - Durch den technologischen und wirtschaftlichen Wandel wird auch im Finanz­wesen ein grosser Teil der bestehenden Rollen überflüssig. Andererseits entstehen immer neue Aufgaben, für die die Mitarbeiter aber aus- und weitergebildet werden müssen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2020/11
Aufgrund der Covid-19-Pandemie muss sich die Finanzbranche oft innerhalb weniger Wochen an neue Regeln anpassen. Dies kommt zu den bisherigen Herausforderungen durch bewährte, aber inzwischen veraltete Technologien sowie Qualifikationslücken bei ihren Mitarbeitenden hinzu. Gerade diese beiden Probleme bilden einen Teufelskreis: Einerseits scheitert die Einführung neuer Technologien oft am mangelnden Wissen – und andererseits schrecken veraltete Technologien neue Talente ab.

Laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums 2020 sind 74 Prozent der Unternehmen nicht in der Lage, die richtigen Fachkräfte auf dem lokalen Arbeitsmarkt zu finden. 43 Prozent berichten von Qualifikationslücken in ihren derzeitigen Führungsteams. Während einige grosse Banken und Finanzkonzerne den Bedarf an Umschulungen bereits erkannt und entsprechende Weiterbildungsmassnahmen durchgeführt haben, befindet sich die Mehrheit der Institute noch in der Findungs- und Akzeptanzphase.
Dabei nimmt der Druck für Veränderungen ständig zu. Denn die Kundengewohnheiten verändern sich immer schneller, der Kostendruck steigt und neue Compliance-Ansprüche führen permanent zu weiteren Anforderungen. So benötigen Unternehmen mit Hilfe schneller digitaler Transformationsinitiativen eine höhere Beweglichkeit und Effizienz zu geringeren Kosten. Doch wie lässt sich das mit angespannten Budgets erreichen?

Aktuelle Qualifikationslücken

Eine der grössten Herausforderungen bei der Transformation sind Qualifikationslücken in der derzeitigen Belegschaft. Diese lassen sich aufgrund des Fachkräftemangels nicht einfach durch Neueinstellungen schliessen. Darüber hinaus sind Transformationsinitiativen kostenintensiv, ebenso wie die Einstellung neuer Talente. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass neue agile Arbeitsweisen zwar kostengünstiger sind, aber die Suche nach den richtigen Fähigkeiten dafür eine grosse Hürde darstellt.

Die Wahrnehmung dieser Auswirkungen ist unterschiedlich: Während die Hälfte der Unternehmen einen Personalabbau aufgrund der Automatisierung erwartet, glaubt mehr als ein Viertel das Gegenteil. Für Finanzdienstleister manifestieren sich Qualifikationslücken entlang dreier Komponenten:

1. ROI für ­Technologie: Einer McKinsey­-Studie zufolge sind die Mitarbeiter ein wesentlicher Faktor für die Wirksamkeit der digitalen Transformation. Denn Qualifikationslücken können den Wert von Investitionen in neue Technologien beeinträchtigen. So bietet zum Beispiel die beste technologische Plattform nur mit einem ausgezeichneten Kundenbetreuungs-Team einen echten Mehrwert für das Unternehmen. Entsprechend sind die Fähigkeiten der Mitarbeiter beim Return on Investment (ROI) für die Technologie zu berücksichtigen.

2. Mitarbeiter als Interessenvertreter: Da die Pandemie eine grössere Kundenorientierung und Sensibilität erfordert, ist die Weiterbildung der Belegschaft für einen einfühlsamen Ansatz bei der Lösung von Geschäftsproblemen von entscheidender Bedeutung. Das Geschäft konzentriert sich immer mehr auf den Menschen, und die Mitarbeiter entwickeln sich zu relevanten Interessenvertretern in diesem Prozess.

3. Agilität: Zwar ist in bestimmten Fällen der Bedarf an menschlichem Einfühlungsvermögen gering. Doch bei vielen Geschäftsprozessen erfordert die Implementierung und Aufrechterhaltung mit einer kleinen Belegschaft, dass die Mitarbeiter mit hohem Fachwissen auf agile Teams verteilt sind. Dann können sie schnell und kompetent auf neue Anforderungen reagieren.
 
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Anti-Spam-Frage Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
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