Wo und weshalb eine standardisierte IT Sinn macht

Wo und weshalb eine standardisierte IT Sinn macht

3. Oktober 2020 - Sehr viele KMU in der Schweiz besitzen eine historisch gewachsene IT. Solche Flickenteppiche aus Hardware werden immer schwieriger zu betreiben. Adrian Müller, Managing Director von HP Schweiz, rät zur Standardisierung und Homogenisierung.
Artikel erschienen in IT Magazine 2020/10
Adrian Müller, Managing Director, HP Schweiz (Quelle: HP)
Die Schweiz ist ein Land, in dem es sehr viele kleine und mittlere Unternehmen gibt, die über Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte gewachsen sind, und mit ihnen auch die IT-Infrastruktur. Dies hat dazu geführt, dass in vielen KMU die IT-Landschaft sehr heterogen ist, weil sie es gewohnt sind, erst dann neue Hardware anzuschaffen, wenn die im Einsatz stehenden Geräte entweder defekt oder veraltet sind. Somit stehen in vielen Firmen Geräte unterschiedlichen Alters und mehrerer Hersteller. Es dürfte hierzulande nur wenige KMU geben, die ihre Hardware von sich aus in regelmässigen Zyklen jeweils komplett austauschen, um auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben. Die Kosten dafür sind schlicht zu hoch. Doch der Takt der technologischen Innovationen hat sich beschleunigt, und erst kürzlich hat die weltweite Verbreitung des Coronavirus gezeigt, dass die Unternehmens-IT in der Lage sein muss, sehr schnell und flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren. Schon länger gibt es Service-Modelle für den Bezug und den Betrieb von IT-Infrastruktur, die eine solche Flexibilität versprechen, doch viele KMU tun sich schwer damit, das alte Fahrwasser zu verlassen.

Eine Frage der Sicherheit

Einer, der diese Entwicklung schon länger beobachtet, ist Adrian Müller, Managing Director von HP Schweiz: «Die meisten Unternehmen haben eine Geschichte. Und oft haben sie deshalb noch immer ein Sammelsurium an Geräten verschiedener Marken und Hardware-Generationen im Einsatz, das sich über die Zeit angehäuft hat. Dazu oft noch einen Server mit einer Backup-Lösung im Keller. Solange diese Infrastruktur läuft, ist die Welt in Ordnung, wenn aber ein Defekt auftritt, bricht schnell Panik aus, weil man unter Druck steht, schnell neue Hardware anzuschaffen und ja keine Daten zu verlieren. Als die Cloud kam, in der man die Daten sicher aufbewahren kann, waren viele Firmen skeptisch. Heute führt man nur noch selten Diskussionen über die Cloud. Kaum ein Unternehmen, das heute gegründet wird, würde sich einen eigenen Server ins Haus stellen.» Schaut man sich die Lage am Arbeitsplatz an, so zeigt sich laut Müller ein ähnliches Bild: «Die Skepsis gegenüber neueren Entwicklungen wie dem Device-as-a-Service-Modell ist gerade bei älteren Unternehmen noch weit verbreitet, während neu gegründete Firmen kaum selber Hardware einkaufen und betreiben würden.»

Wie der HP-Chef zu bedenken gibt, müsse man beim Kauf von Hardware nach Bedarf nämlich einiges mit einrechnen, das nicht unbedingt offensichtlich ist. Ein Grundproblem dieses althergebrachten Beschaffungsmodells sei beispielsweise die Sicherheit der Geräte und somit der Daten. Denn unterschiedliche Gerätegenerationen erfüllen in der Regel nicht dieselben Sicherheitsstandards. Neuere Geräte kommen mit Komponenten, die besser gegen neue Arten von Cyber-­Gefahren gewappnet sind. Ausserdem verfügen viele Unternehmen gar nicht mehr über die personellen Ressourcen, um moderne Angriffe abzuwehren. «Die Sicherheit der Geräte in einem heterogenen Fuhrpark zu gewährleisten, verschlingt wertvolle Ressourcen, die man sinnvoller einsetzen könnte. Hat man hingegen nur Geräte desselben Typs oder derselben, neueren Hardware-Generation, die von Spezialisten verwaltet werden, ist man deutlich besser geschützt. Unternehmen, die schon einmal Opfer einer Ransomware-Attacke waren, braucht man nicht mehr davon zu überzeugen. Es sind also oft noch äussere Einflüsse, die Unternehmen dazu bewegen, umzudenken und sich für ein Modell wie DaaS zu entscheiden», betont Müller.
 
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