Jobplattformen auf dem Prüfstand

Jobplattformen auf dem Prüfstand

4. Juli 2020 - Jobs.ch, Linkedin und Xing sind die Marktführer, wenn es um die Jobsuche geht. Nischenplayer haben es schwer, könnten mittelfristig jedoch zu den Gewinnern gehören.
Artikel erschienen in IT Magazine 2020/07
Die Negativmeldungen überschlagen sich: Per Ende Mai sind die Stelleninserate – abhängig von der Branche – bis zu 70 Prozent eingebrochen. Corona hat einen ohnehin schon delikaten Markt nochmals kräftig durchgeschüttelt. Ob und wann sich die Lage auf dem Arbeits- und Stellenmarkt nachhaltig bessern wird, ist ungewiss. Da liegt es auf der Hand, dass auch die grossen Player im Markt Haare lassen müssen. «Wir überlegen uns natürlich jetzt mehr denn je, wo wir unsere Jobinserate platzieren wollen», sagt eine HR-Fachfrau, die lieber anonym bleiben möchte, «zumal Inserate auf den gängigen Plattformen zum Teil sehr viel Geld verschlingen.» Richtet man den Fokus auf Xing und Linkedin, erkennt man auf den ersten Blick interessante Parallelen: Beide Portale ermöglichen dem Stellensuchenden, sein Profil gratis zu erstellen, wobei Linkedin bei den kostenlosen Funktionen die Nase vorn hat. Geschätzte drei Millionen Menschen nutzen in der Schweiz diese Plattform, die seit 2016 zu Microsoft gehört. Das entsprechend grosse Netzwerk, die hohe Sichtbarkeit sowie die Reichweite sorgen dafür, dass Linkedin wohl auch künftig eine entscheidende Rolle bei der Jobsuche spielen wird. Xing darf in der Schweiz auf eine geschätzte Million Kunden zählen, wobei der Fokus eher auf Deutschland gerichtet ist, was erklärt, dass diese Plattform in der Schweiz nicht mit Linkedin mithalten kann. Für Xing jedoch spricht, dass Arbeitnehmende das Unternehmen bewerten können, was zweifellos für ein erhöhtes Mass an Transparenz sorgt. Beide Portale sind sowohl für Arbeitssuchende als auch für Stellenanbieter relativ aufwendig, was die Bewirtschaftung anbelangt. Dafür aber kommen sie wesentlich differenzierter als zum Beispiel Jobs.ch daher, wo vorwiegend die Stelleninserate im Fokus stehen.

Regionaler Fokus

Interessant, weil nicht unbedingt den aktuellen Trends entsprechend, erscheint die Aussage von HR-Fachfrau Nadine Vogel, die mehr denn je den regionalen Markt bearbeitet. Sie setzt bei Stellenbesetzungen auf die firmeneigene Website, dann aber auch auf die lokalen Printmedien. «Unser Zielpublikum ist nicht unbedingt nur auf Social-Media-Plattformen fixiert», nennt sie den Hauptgrund dafür, dass für das Zuger KMU, für welches sie arbeitet, Jobs.ch, Linkedin oder Xing noch nicht sonderlich hoch im Kurs stehen. Sie sagt aber auch, dass ihr Chef nun zunehmend in die digitale Welt vorpreschen wolle, zumal man möglichst breit abgestützt sein möchte. Erste diesbezügliche Gehversuche hätten bereits stattgefunden.
 
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