Digitale Transformation - ist sie von Bedeutung für die Revision?

Digitale Transformation - ist sie von Bedeutung für die Revision?

(Quelle: ISACA)
29. Februar 2020 - ISACA | IIA Switzerland Fachtagung, 14. Januar 2020, Hotel Metropol, Zürich
Artikel erschienen in IT Magazine 2020/03
An der traditionellen Fachtagung von ISACA und IIA Switzerland zu Beginn dieses Jahres haben die Referenten Antworten auf aktuelle Fragen rund um die Digitalisierung und deren Bedeutung für die Interne Revision gegeben.
Zu Beginn des Tages zeigte Roman Büchler, BSG Unternehmensberatung AG auf, welchen Einfluss die Digitalisierung auf Geheimnisse haben kann. Die Digitalisierung zwingt Unternehmen, vom Kunden her zu denken. Diese Sichtweise ist auch von den Revisoren gefordert. Die Digitalisierung führt aber dazu, dass die Revision noch stärker zukunftsgerichtet prüfen muss.

Wohin bewegt sich IT Compliance, Datensicherheit und der Datenschutz? Und wie wird das Augenmass behalten? Antworten dazu hat Romeo Minini, Advokaturbüro Minini gegeben. Gemäss dem Sprichwort «Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen» sollten die Revisoren klugerweise zu den Windmühlenbauern gehören.

Prof. Dr. Petra Maria Asprion, FHNW, erklärte: «Wir sprechen von Digitalisierung, wenn analoge Leistungserbringung durch Leistungserbringung in einem digitalen, computer-handhabbaren Modell ganz oder teilweise ersetzt wird». Die digitale Transformation bringt Chancen und offensichtlich auch Sicherheitsrisiken mit sich: 99 % aller Cyberangriffe setzen auf den Menschen, den Anwender an - als einfach zu überwältigendes Hindernis. Jedoch können insbesondere Revisoren dazu beitragen, dass eine gewisse ‘Cyber Resilience’ in Unternehmen etabliert und gepflegt wird, dadurch sind diese befähigt, Cyberangriffe besser und schneller zu bewältigen.
Anschliessend sprach Dr. Vital Meyer, KKJPD zum Stand der Digitalisierung der Justiz in der Schweiz. Das Projekt «Justitia 4.0» hat zum Ziel, den postalischen Rechtsverkehr abzulösen und die elektronische Akteneinsicht in der Schweiz für die Parteien zu ermöglichen. Die Governance der zu entwickelnden Plattform ist komplex, da einerseits die Unabhängigkeit der Justiz gewahrt bleiben muss und anderseits die Plattform gemeinsam mit der Exekutive betrieben wird.

Stefan Raimann, SBB betonte in seiner Präsentation, dass der Mensch auch bei der Transformation der Revision im Zentrum steht. Das Audit Universum verändert sich und es entstehen neue Prüf­themen. Die interne Revision muss sich als lernende Organisation verstehen und sich am Kundennutzen orientieren. Der klassische Fachrevisor entwickelt sich zum ‘Digital Auditor’. Diesen zeichnen Know-how, Geisteshaltung sowie Schlüsselkompetenzen aus.

Was früher im Web 1.0 Push-Kommunikation war, ist heute im Web 2.0 Pull-Kommunikation. Marco Ryser, vitamin© führte aus, weshalb die sozialen Medien das Kaufverhalten von Kunden beeinflussen. Wie eine Unternehmung mit Social Media umgeht, kann deshalb über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Anhand der Praxisbeispiele von Digitec-Galaxus sowie Deutsche Bahn wurde gezeigt, wie Revisoren dazu beitragen können Social-Business-Herausforderungen zu meistern.
Mario Kündig, Coop erklärte zum Abschluss der Konferenz, wie Entscheidungsmodelle in der Digitalisierung und Automatisierung von Geschäftsprozessen eingesetzt werden können. Die Kontrolle und Steuerung dieser Algorithmen sind von zentraler Bedeutung. Die Revision kann Mehrwert generieren, wenn sie ­Sicherheit gibt, dass ‘Machine Learning’ vertrauenswürdig ist. Dies kann anhand der Schlüsselfaktoren (IBM Trusted AI Pillars) Fairness, Explainability, Robustness und Linage vorgenommen werden.
 
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