Verträge digital zeichnen

Verträge digital zeichnen

1. Februar 2020 - Verträge digital per Klick rechtsgültig unterzeichnen – das ist die Kernidee des Start-ups Skribble. Zum Einsatz kommt dafür eine eigens entwickelte Web-Plattform.
Artikel erschienen in IT Magazine 2020/01
Im Skribble-Interface kann per Klick unterschrieben werden – auch Batch-Signaturen sind möglich. (Quelle: Skribble)
Kunden laden die zu unterschreibenden Dokumente bei Skribble per Drag & Drop hoch und benachrichtigen die Vertragsparteien per Mail. Wer registriert ist, kann mit zwei Klicks unterschreiben. Skribble informiert den Absender, sobald die Signatur erfolgt ist. Das Start-up setzt mit der Lösung somit auf zwei Kernversprechen der Digitalisierung: Vereinfachung und Kostenreduktion. Verträge müssen nicht mehr umständlich ausgedruckt und verschickt werden. Das rettet nicht nur Bäume, sondern spart Zeit und Kosten: «Wir rechnen mit Einsparungen von zwischen 60 und 90 Prozent,» so Mitgründer und CEO Philipp Dick.


Spätestens hier stellt sich die Frage: Ist das erlaubt? «Mit wenigen Ausnahmen, wie zum Beispiel Testamenten, ist die elektronische Unterschrift allgemein rechtsgültig. Je nach Vertragstyp gibt es aber Auflagen», erklärt Dick. Gemeint sind die «fortgeschrittene elektronische Unterschrift» (FES) sowie die «qualifizierte elektronische Unterschrift» (QES). Erstere ist einfacher und reicht bei vielen Fällen wie Miet-, Hypothekar- oder Kaufverträgen – sogenannte Verträge ohne Formvorschrift. Dafür muss der Signierende nur über eine Schweizer Mobiltelefonnummer (oder Firmen-E-Mail-Adresse) verfügen, welche als Identifikationselement dient. Die QES hingegen ist zwingend für Kredit-, Leasing- oder die meisten Arbeitsverträge – sogenannte Verträge mit Schriftlichkeitserforderniss. Gemäss dem Schweizer Obligationenrecht ist die QES der schriftlichen Signatur gleichgestellt. Für die erstmalige Identifikation sind persönliches Erscheinen sowie Pass oder ID zwingend.

Schnelle Identifikation

Dabei hält sich der Aufwand allerdings in Grenzen: «Wir können eine Person in zwei Minuten identifizieren», so Dick. Dies kann vor Ort durch Skribble erfolgen. Kunden können aber auch entsprechend ermächtigt werden. «Wir zielen auf mittlere und grosse Unternehmen – also B2B», so Dick.

Leisten Personen Unterschriften, werden sie jeweils über ihr Handy zur Bestätigung aufgefordert. Es erfolgt also eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Je nach Vertragsart unterscheiden sich dabei einige Details und die damit verbundene Beweiskraft der Signatur.

Skribble wurde im März 2018 gegründet und ist seit März 2019 mit seiner Plattform am Markt. Die Gründer haben alle lange Erfahrung in der IT- und
Vertrauensservice-Branche. Mittlerweile konnten Kunden wie Easyjet, der Kanton Fribourg oder Altenburger Ltd Legal + Tax gewonnen werden. «Wenn namhafte Anwaltsbüros auf uns setzen, müssen wir beim Thema Signatur etwas richtig machen», schmunzelt Dick.
 
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