CIO-Interview: "Die Anliegen der Mitarbeiter ernst ­nehmen"

CIO-Interview: "Die Anliegen der Mitarbeiter ernst ­nehmen"

6. Mai 2017 - Seit 14 Jahren leitet Martin Ittig die IT der BVZ Holding/Matterhorn Gotthard Bahn und stellt sich mit einem schlanken Team den Herausforderungen eines Bahnbetriebs.
Artikel erschienen in IT Magazine 2017/05
Martin Ittig ist bereits seit 30 Jahren in der Informatik tätig und seit dem 1. Januar 2003 als Leiter Informatik bei der BVZ Holding/Matterhorn Gotthard Bahn angestellt. Der 50-Jährige hat ursprünglich eine Lehre als Hochbauzeichner absolviert und begann 1987 eine Zweitausbildung als Junior Programmierer bei der Schweizerischen Post. In seiner Freizeit findet man den gebürtigen Oberwalliser auf dem Rennvelo, dem Bike oder beim Laufen. (Quelle: BVZ Holding/Matterhorn Gotthard Bahn)
Swiss IT Magazine: Vor kurzem wurde das gesamte Bahnleitsystem der Gornergrat Bahn, als erstes weltweit, in eine Siemens-­Cloud verschoben. Inwiefern hat das Projekt die IT-Abteilung der Matterhorn Gotthard Bahn tangiert?
Martin Ittig: Das Leitsystem aller Strecken, welche die Matterhorn Gotthard Bahn betreibt, war nie im Verantwortungsbereich der Informatik. Die Projektverantwortung lag bei unserer Infrastruktur-Abteilung und bei Siemens, welche die Cloud auch in seinen Rechenzentren betreibt. Jedoch wurde im Cloud-Projekt, wie auch in früheren Leitsystemprojekten mit Siemens, unsere IT-Abteilung in einer beratenden Position hinzugezogen. Auch weil die Infrastruktur-Abteilung sowie Siemens sich für unsere Sichtweise interessiert haben, etwa um allfällige Hürden zu erkennen.

Welche Punkte wurden da konkret besprochen?
Die Bahnleittechnik der Gornergrat Bahn war vorher ein in sich geschlossenes System. Mit der Verschiebung in die Cloud kamen neue Themen, wie etwa Remote-Zugänge für Siemens, auf. Da stellt sich dann auch schnell die Frage bezüglich der Sicherheit. Zudem haben wir als Informatikabteilung mit allen betroffenen Parteien allfällige Cloud-Berührungsängste besprochen. In der Leittechnik selbst haben wir als IT-Abteilung aber keinen Einfluss.
Wieso ist gerade die Gornergrat Bahn Vorreiter in Sachen Bahnleitsystem aus der Cloud?
Die Gornergrat Bahn ist aufgrund der betrieblichen Verhältnisse, wie der Fahrt auf Sicht und der relativ geringen Fahrgeschwindigkeiten, für ein entsprechendes, vom Bund bewilligtes Projekt inklusive Pilot gut geeignet. Zudem hat die Implementierung der Cloud-Lösung auch wirtschaftliche Hintergründe. Die Infrastruktur für ein Bahnleitsystem ist kostenintensiv. Bei der Siemens-Cloud basiert das Business-Modell auf einem Lizenz-Geschäft. Das Leitsystem wird dabei samt erforderlicher IT-Infrastruktur und Anwendungssoftware zentral beim Dienstleister aufgebaut und dann virtuell per Cloud zur Verfügung gestellt. Die Gornergrat Bahn hat so die Möglichkeit, alle nötigen Funktionen als Service zu beziehen, ohne die notwendige Hard- und Software selber betreiben und unterhalten zu müssen.

Wie ist die Informatik bei der BVZ Holding/Matterhorn Gotthard Bahn aufgestellt?
Ich sehe uns als mittelgrosses Unternehmen mit einer eher kleinen IT-Abteilung. Das ganze Konstrukt der BVZ Holding/Matterhorn Gotthard Bahn ist relativ weitläufig und etwas kompliziert. Die IT-Abteilung ist dabei, wie das gesamte Personal, der AG Matterhorn Gotthard Bahn angegliedert. Jedoch ist unsere Informatik-Abteilung auch für auf dem Papier eigenständige Bereiche, wie beispielsweise das BVZ Asset Management, verantwortlich. Organisatorisch ist das Ressort Informatik der BVZ Holding in zwei Glieder aufgeteilt. Einerseits in das Team IT Services, welches fünf Mitarbeiter beschäftigt, und andererseits ins Team IT Business mit ebenfalls fünf Mitarbeitern, wovon drei Personen eher in der Entwicklung und zwei als Business-Analysten arbeiten. Das IT-Services-Team stellt den Betrieb der Informatik gemäss definiertem Servicemanagement sicher. Ihre Themengebiete sind dabei etwa Server und Virtualisierung, Kommunikation und Peripherie, Personal Computing und Business sowie die Administration. Das IT-Business-Team kümmert sich um Konzeptions- und Entwicklungsaufgaben. So werden Business Cases identifiziert, analysiert und schliesslich auch im Einklang mit den Geschäftsanforderungen auf der Fachseite erarbeitet. Das Team kümmert sich um neue Lösungsansätze sowie um die Effizienzsteigerung bei bestehenden Lösungen.
 
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