Stromsparende Büro-Monitore
Quelle: Swiss IT Magazine

Stromsparende Büro-Monitore

Energieeffiziente Displays schonen nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Unter Umständen finanzieren sich die Displays durch die Einsparungen von selbst.
4. März 2017

     

Im Office-Umfeld sind aktuell vor allem 24-Zoll-Monitore gefragt. Dies bestätigen sämtliche Hersteller dieser Markt-­übersicht unisono. Dafür gibt es mehrere Gründe. So soll das 24-Zoll-Format optimal sein für die meisten gängigen Office-Anwendungen. Ausserdem sei das Preis-/Leistungsverhältnis dieser Displays aktuell am besten, und die Monitore nehmen bei ansprechender Grösse trotzdem nicht zu viel Platz weg auf dem herkömmlichen Schreibtisch.


Eizo-Product-Manager David Dalla Francesca erklärt ergänzend, dass bei den 24-Zöllern vor allem das Format 16:10 gefragt sei, weil es "deutlich mehr Bildhöhe bietet im Vergleich zu 24-Zoll-Monitoren im 16:9 Format mit Full-HD-Auflösung." Dies bestätigt auch Franco Castagnoli, Commercial Channel Manager bei Asus Switzerland, der anfügt, dass man mit dem 16:10-Format zirka 20 Prozent mehr Zeilen sieht als auf einem herkömmlichen Full-HD-Monitor. Bei Acer derweil sind Geräte mit Seitenverhältnissen von 16:9 und 16:10 gleichermassen beliebt. Luigia Marciello, Junior Product Manager bei Acer Computer, erklärt dazu: "Während Monitore im 16:9-Format vor allem kostengünstiger sind, bieten Monitore mit einem 16:10-Verhältnis die Möglichkeit, mehr Daten auf dem Bildschirm abzubilden." Marciello fügt an, dass darüber hinaus das Monitorsegment im 27-Zoll-Bereich derzeit stark wachse, "da vor allem die QHD-Auflösung eine ausgewogene Ergonomie am Arbeitsplatz ermöglicht."

Grösser ist besser

Diese Einschätzung wird auch von Viewsonic geteilt, wo es heisst, dass man einen Trend Richtung 27-Zoll-Displays mit QHD-Auflösung erlebe, während 27-Zöller mit Full-HD-Auflösung eher weniger gefragt seien. Chris Erkel, Solution Technologist bei Lenovo, erklärt, dass der Trend zum einen in Richtung Curved Displays und zum anderen hin zu immer grösseren Diagonalen zwischen 27- und 34-Zoll gehe. Dies bestätigt auch Stefan Nünlist, Country Category Manager bei HP Schweiz, der sagt: "Der Trend geht klar in Richtung grössere Displays. Und mit zunehmender Grösse, wie zum Beispiel bei einer 34-Zoll-Diagonale, kommen auch die Vorteile von Curved-Bildschirmen vermehrt zum Tragen." Mit der Einführung von Windows Hello werde in Zukunft ausserdem auch die Nachfrage nach integrierten Infrarot-Kameras zunehmen. So werde auch HP im Mai einen Curved-34-Zöller mit einer solchen Kamera lancieren, wie Nünlist ankündigt. Bernd Süssenbach, Head of Product Management bei Benq, fügt zum "Immer-grösser-Trend" noch an, dass sich einhergehend mit grösseren Diagonalen auch die Auflösungen erhöhen. "Auflösungen wie WQHD und 4K UHD sind stark im Kommen", weiss Süssenbach. Weitere Trends bei Office-Monitoren seien zudem Sensoren (Anwesenheitssensor, Helligkeitssensor), matte Bildschirmoberflächen (geringere Reflexionen), augenschonende Features (flimmerfrei, Low Blue Light) und ergonomische Einstellungsmöglickeiten – Features, die die neun Displays in der Marktübersicht auf der folgenden Doppelseite in der Regel bieten.

Strom sparen heisst Geld sparen

Nebst der Displaygrösse – in der Marktübersicht listet "Swiss IT Magazine" Monitore mit Diagonalen zwischen 23,8 und 27 Zoll – war Energieeffizienz ein weiteres Kriterium, das den Herstellern gestellt wurde. Laut Stefan Nünlist wird die Energieeffizienz einerseits über die Hardfacts wie Typical Power oder Sleep Power definiert, wo sich ganz einfach der Wattverbrauch vergleichen lässt. Andererseits seien aber auch die Einstellungsmöglichkeiten eines Displays ausschlaggebend: "Es muss die Möglichkeit bestehen, Helligkeit, Farbe oder Energieverbrauch des Displays einzustellen", sagt Nünlist. Nebst dem reinen Stromverbrauch spielt aber auch eine energieeffiziente Produktion eine Rolle. Nachhaltigkeit und Energieeffizienz werden unter anderem durch verschiedene Labels wie Energy Star, TCO oder EPEAT bescheinigt.


Das Thema Energieeffizienz ist zum einen natürlich aus einem ökologischen Gesichtspunkt wichtig. Zum anderen lässt sich mit stromsparenden Monitoren aber auch bares Geld sparen. Chris Ekel von Lenovo erklärt etwa, dass je nach Display-Modell und Nutzungsart bei einer Anzahl von 500 Displays bis zu 1200 Franken pro Jahr eingespart werden können. Lenovo bietet hierzu einen Energy Calculator an, mit dem das Einsparpotential von stromsparenden Displays abgebildet werden kann. David Dalla Francesca von Eizo erklärt sogar, dass eine Unternehmung durch den Einsatz von angenommen 500 modernen, energieeffizienten 24 Zoll-Monitoren jährlich rund 3500 Franken einsparen kann. Und Alfonso Clemente, Product Manager Europe bei AOC International, gibt als Richtgrösse an, dass je nach Alter der vorherigen Displays der Stromverbrauch um die Hälfte reduziert werden kann.

Doch nicht nur durch die Anschaffung von neuen, stromsparenden Displays, lässt sich Strom sparen. Stefan Nünlist von HP hat noch einen "persönlichen Tipp für eine stromsparende Nutzung des Displays" und rät, die Helligkeit des Displays etwas zu dimmen. "Studien besagen, dass die perfekte Helligkeit des Displays in einem Durchschnittsbüro bei zirka 130 cd/m2 liegt – die meisten herkömmlichen Displays haben jedoch eine maximale Helligkeit von circa 250 cd/m2. Somit kann die Helligkeit des Displays in den Einstellungen halbiert werden, was sowohl Strom spart als auch die Augen schont."

Displays finanzieren sich selbst

Franco Castagnoli von Asus Switzerland rät den Kunden, "mit einem Stromzähler eine Woche lang an einen bestehenden Monitor den Stromverbrauch zu messen und danach eine Woche bei einem unserer Testgeräte den Test durchzuführen. In manchen Fällen finanziert man sich die neuen Monitore über die Einsparungen bei den Energiekosten einem Lebenszyklus von drei bis fünf Jahren beinahe zu 100 Prozent – vor allem bei 24/7 Betrieben."


Als umso erstaunlicher empfindet es Castagnoli denn auch, dass der Faktor Energieeffizienz bei der Beschaffung von Displays oft nicht gross beachtet wird. "Dies kann sein, da die Energie-Kosten oft nicht zu Lasten der IT gehen und daher kein sehr grosser Wert daraufgelegt wird, diese Kosten zu reduzieren", mutmasst Castagnoli. Sicher ist, dass stromsparende Displays vor allem im Zusammenhang mit dem Umweltschutz immer mehr zu einer Notwendigkeit werden, wie Chris Erkel von Lenovo abschliessen festhält. "Displays sind in Zeiten der Digitalisierung überall präsent und werden immer mehr gebraucht. Umso wichtiger ist es, dass die Monitore in jeglicher Hinsicht nachhaltig konstruiert werden." (mw)



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